07.
01.

Das Gewicht des Resultats

Hilska Mika

Von: Hilska
Mika

Nachspielzeit im WM-Final zwischen Schweden und Finnland. In der siebten Minute steht Kim Nilsson plötzlich alleine vor dem Torhüter, den Ball auf der Schaufel, fasst sich ein Herz und zieht ab - er verfehlt jedoch das Netz und schüttelt enttäuscht den Kopf, als der Ball hinter der Werbetafel verschwindet. Wie wir alle wissen verlief die Nachspielzeit torlos und Finnland bezwang einige Minuten später seinen Erzrivalen Schweden im Penaltyschiessen.

In Finnland wurde das Team heldengleich empfangen und sogar Unihockeyjournalisten wie ich wurden auf der Strasse von entfernten Bekannten mit Handschlag und Gratulation angehalten, als hätte ich etwas mit dem Schlussresultat zu tun gehabt. Analysen wurden geschrieben mit den Titeln: «Wieso Finnland das bessere Team war» - mit der Begründung, dass Finnland im Finalspiel taktisch raffiniert gelspielt hat. Kritiker der nominierten finnischen Auswahlmannschaft oder der finnischen Taktiktrainings wurden im Internet mit Kommentaren verspottet.

In Schweden konnten sich die Spieler nur an den Kopf fassen. Besorgte Experten schrieben Thesen darüber wieso Schweden die Position als Spitzenreiter im Unihockeysport verloren hat und forderten drastische Massnahmen. Und dies alles nur, weil Kim Nilsson die grosse Möglichkeit in der Nachspielzeit verpasst hat. Hätte Nilsson getroffen, wäre alles wie immer verlaufen. Die schwedische Unihockeyszene hätte höflich gefeiert, indem sie sich gegenseitig daran erinnert hätten, wieso Schweden, wie immer, die Nummer eins im Unihockeysport ist. Auf der anderen Seite des kalten Meeres hätten die finnischen Gegenspieler geklagt, dass es immer wieder sehr bitter sei, wenn man solch knappe Endspiele immerzu verliere und man hätte lamentiert, was die finnischen Trainer im Vorfeld der Weltmeisterschaft alles falsch gemacht hätten.

Im Leistungssport dreht sich alles um das Endresultat. Auch wenn man stets weiss, in jedem Resultat steckt ein Stückchen Zufall. Auch die Besten der Besten können das Resultat nur zu einem gewissen Punkt beeinflussen. Vor zwei Jahren, nachdem das Finalspiel gegen Schweden mit 2:3 verloren ging, meinte Petri Kettunen, dass es ein knappes Spiel mit schmalen Margen gewesen sei und dass es dieses Mal halt zu Ungunsten seines Teams ausgegangen ist. In Riga, mit der Goldmedaille geschmückt, meinte Kettunen es sei ein knappes Spiel mit schmalen Margen gewesen und dass es dieses Mal zu Gunsten seines Teams ausgegangen ist.

Petri Kettunen sagte jedoch beide Male auch, er habe die Möglichkeit gehabt, eine unvergessliche Reise mit einem Team gefüllt von grossen Persönlichkeiten und Charakteren zu erleben. Und im Grunde ist dies wohl auch die wichtigste Sache von allen.

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