21.
03.
2013

Trouvaillen im Keller

Pons Patrick

Von: Pons
Patrick

In der gedruckten Ausgabe von unihockey.ch dürfen wir uns Nummer für Nummer an der «Geschichtsstunde» laben - Nostalgie pur aus den Anfängen unserer Sportart.

Jeder von uns hat wohl seine eigenen Erinnerungen an seine erste Begegnung mit dem Unihockey. Lange bevor ich mich Mitte der 1990er Jahre dem Verein anschloss, spielte ich auf dem Parkplatz in unserem Quartier mit Stock und Ball. Ein Unihockeystock war damals purer Luxus - ich spielte mit einem uralten Eishockeystock, dessen Schaufel ich abgesägt hatte, als sie vom rauen Asphalt komplett durchgewetzt war und ich ersetzte sie durch eine Plastikschaufel. Ich glaube, wir haben die jeweils im Manor gekauft - zu einem Preis von weniger als 10 Franken. Die musste dann solange halten, bis sie nur noch einige Zentimeter dick war oder die Schaufel bei jedem zweiten Schuss mitsamt Ball Richtung Tor geschossen kam.

Als ich schliesslich mit einigen Kollegen eine Plauschmannschaft gründete - Gioventù - leiste ich mir meinen ersten Unihockeystock. An die Marke kann ich mich nicht mehr erinnern - das Modell aber schon: Schwarzer, harter Schaft, weisse Schaufel und zwei circa 10 Zentimeter breite Griffbänder. Es folgte der Ultra-light, mit der leuchtgelben Schaufel. Griffbänder gab es damals noch nicht - stattdessen benutzten wir Isolierband, und das nicht zu knapp.

Leider haben meine alten Stöcke längst das Zeitliche gesegnet. So wie auch die Fussball-Schienbeinschoner, die ich im fernen 1995 extra für mein Ligadebut in der 3. Liga Kleinfeld gekauft hatte. Umso grösser war meine Freude, als Benedikt Beutler kürzlich anlässlich eines J+S-Expertenkurses in Magglingen mit zwei proppenvollen Taschen voller historischer Unihockeystöcke angereist kam. Konkave Schaufeln, Bubble, kickzone - komplette Fehlanzeige.

Wir hatten die Wahl der Qual - vom klassischen schwarzen oder weissen Schulhausstock, Modelle mit rechteckigen Schäften und gefühltem Flex 200, Schaufeln wie im Landhockey, Holzschäfte wie ein Besenstil. Und natürlich figurierte auch ein ultra-light im Sortiment. Hätte nur noch gefehlt, dass wir uns in farbige Blackydresses mit engen Hosen gezwängt hätten - das Nostalgie-Feeling wäre komplett gewesen. Die gelebte Geschichtsstunde hat aber auch so grossen Spass gemacht. Einzig dem ohnehin schon mediokren Spielniveau war das historische Stockmaterial nicht förderlich.

Voneschen Reto

Voneschen Reto

11:47:41
22. 03. 2013
Also, ich vermute du vertust dich um ein paar Jahre Nik. Bis 1990 gabs in der Schweiz nur unihoc-Stöcke in schwarz und weiss, wie es Patrick beschrieben hat. Die gelben Exel-Stöcke kamen erst drei, vier Jahre später. Ich erinnere mich noch gut daran, wie mein kleiner Bruder Krokodilstränen verdrückte, als sein Goldstück von einem trampligen Disentiser entzweit wurde. Aber eben, Patrick beschreibt die Zustände weit vor seinem "offiziellen" Einstieg 1995, also vor Beginn der 90er-Jahre. Und da gabs von Exel nur Langlaufstöcke.

Nik 83.76.221.1

16:59:36
21. 03. 2013
Gab es bei euch keine Migros in der Nähe? Ich konnte mit selbem Jahrgang wie du damals schon für etwa 20 Franken einen Exel Schläger kaufen... schwarzer Schaft mit gelber, dicker Schaufel, die auf der Strasse richtig lange gehalten hat und die man mit heissem Wasser sogar etwas biegen konnte. Schade gibts so Zeugs heute nicht mehr - für die Strasse wäre das billige, solide Werkzeug heute noch das Beste.
Normalerweise wird in Blogs ja etwas kritisiert oder man möchte eine Veränderung irgendwelcher Art anregen. An dieser Stelle möchte ich aber einfach mal sagen: Ich finde den... Der liebe Modus
Die Fakten sind: Finnland hat drei der letzten vier U19-Weltmeisterschaften gewonnen, bei den Männern waren es drei der letzten fünf Weltmeisterschaften. Beim aktuellen... Schweizer Schreck überlebt
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