21.
04.
1. Liga Männer | Autor: Unihockey Mittelland - Region Olten Zofingen

Mit Hochdruck zum Umbruch

Die abgelaufene Spielzeit hat mit dem Abstieg des Fanionteams in die 1. Liga für Unihockey Mittelland ein unrühmliches Ende genommen. Nach der internen Aufarbeitung der Geschehnisse werden die Planungen für kommende Saison vorangetrieben. Punkto Kader soll der Fokus auf einem jungen, hungrigen Team liegen, das sich durch einen grossen Teamgeist auszeichnet. Mit dem Weggang mehrerer arrivierter und verdienter Kräfte können erste Mutationen vermeldet werden.

Mit Hochdruck zum Umbruch Roman Pass verlässt nach acht Jahren Mittelland. (Bild: Andre Grossenbacher)

Mit wenigen Lichtblicken von Anfang bis Schluss verkorkst, lässt sich die Saison 2016/17 für Unihockey Mittelland zusammenfassen. Mit dem Abstieg in die Erstliga nahm der sportliche Kriechgang ein unerwartetes und höchst enttäuschendes Ende. Obwohl sich das Team in der entscheidenden Saisonphase - nach der Ergänzung des Trainerstaffs - nochmals aufraffte und sich mit grossem Einsatz gegen die Relegation wehrte, konnte das harte Verdikt des Rückfalls in die höchste Regionalliga nicht verhindert werden. In der Bilanz können eine ungenügende Saisonvorbereitung, ein zu unausgeglichenes Kader, Leistungsträger, welche nicht mehr an die Leistungen vergangener Tage anzuknüpfen vermochten, zu viel eigennütziges denn mannschaftsdienliches Handeln in allen Bereichen und Abnützungserscheinungen zwischen Mannschaft und Cheftrainer als Hauptgründe für den Misserfolg ausgemacht werden.

Mit dem Eintreten des Abstiegs und nach erfolgter Analyse hat sich ein siebenköpfiges Gremium an die Planungen für die kommende Saison gemacht. Dabei lautet der massgebende Entscheid, sich inskünftig noch stärker auf junge und hungrige Kräfte aus dem Einzugsgebiet des Vereins zu konzentrieren. Hierfür soll ein regelrechter Kaderschnitt vorgenommen werden. So soll der Abstieg als Initialzündung für neuen Spirit um die erste Mannschaft genutzt werden. Mit dieser Strategie will der Club sein Fanionteam, das inskünftig von Neo-Coach Michel Bieri angeleitet wird, vorderhand in der Erstliga stabilisieren, um längerfristig wieder Erfolge feiern zu können. Derzeit wird mit Hochdruck am Kader für kommende Spielzeit gebaut, das sich durch seine Breite, die Identifikation mit dem Verein, den Mannschaftsgedanken sowie den Qualitäten auf dem Feld auszeichnen soll. Erste Zusagen für dieses Projekt sind eingegangen. Weitere sollen folgen. Zu gegebenem Zeitpunkt wird der Verein über die Vertragsverlängerungen und Zuzüge berichten.

Abschiede und Danksagungen

Der erwähnte Umbruch wird dem Fanionteam ein neues Gesicht verleihen: Neben dem bereits kommunizierten Abgang von Cheftrainer Renato Wyss wird sich auch die Zusammenstellung der ersten Mannschaft erheblich ändern. Mehrere verdiente Persönlichkeiten und tragende Figuren verlassen den Verein nach dieser Saison. Dazu zählen allen voran Roman Pass und die Gebrüder Dominic und Manuel Mucha. Während acht Jahren trug der Este Pass das Trikot von UM und begleitete dabei den Club in seinem Durchmarsch von der Erstliga bis in die höchste Liga des Landes und retour. Als hartnäckiger Verteidiger, der gleichsam einzustecken und auszuteilen weiss sowie über einen gefürchteten Distanzschuss verfügt, machte er sich landesweit einen Namen. Fortan wird Pass, dessen Lebensmittelpunkt sich in die Zentralschweiz verschoben hat, für Ad Astra Sarnen auflaufen.

Ebenso prägende Figuren und aus den eigenen Reihen des Vorgängervereins StaWi Olten stammend: die Gebrüder Dominic und Manuel Mucha. Mit einem einjährigen Unterbruch gingen die beiden während insgesamt sieben Jahren für UM auf Torjagd. Dank ihrem kongenialen Zusammenspiel, dem blindem Vertrauen sowie dem unnachahmlichen Torriecher waren die Muchas Saison für Saison aufs Neue für die Topplätze in der Topscorerwertung abonniert. So totalisierte das Duo in zwei Abschnitten (2009/10 bis 12/13 und 14/15 bis dato) in beinahe je 180 Spielen sagenhafte 810 Punkte. Die beiden hinterlassen skorermässig eine Lücke, welche nicht zu schliessen sein wird. Zudem engagierten sich die Gebrüder stets intensiv in der Sponsorensuche und bleiben mit dem familieneigenen Betrieb der Tramondi Sport + Werbung AG auf weitere drei Jahre als Ausrüster mit dem Verein verbunden. Doch nach etlichen Jahren der Übereinkunft haben sich beide Seiten dazu entschlossen, die sportliche Zusammenarbeit nicht mehr weiterzuführen. Vereinsseitig möchte man die Strategie der Juniorenförderung prominenter umsetzen und nimmt dazu den Abstieg als Gelegenheit zum Schnitt wahr. Dominic und Manuel wollen derweil den sportlichen Erfolg nach wie vor an erste Position stellen und diesen anderswo finden.

Zusätzlich werden Samuel Schneiter und Goalie Sven Wüthrich den Verein verlassen. Ähnliche Gründe wie beim Auseinandergehen mit Muchas spielen bei der Nichtverlängerung mit Schneiter eine Rolle. Der als Transferhammer gefeierte Schneiter wird nach eineinhalb Jahren im Dienste von Mittelland mit seinem guten Auge für den öffnenden Pass, seiner stupenden Stocktechnik und dem grossen taktischen Verständnis in Erinnerung bleiben. Sven Wüthrich, der 24-jährige Torhüter aus dem Emmental, hat sich in der vergangenen Spielzeit als ausgezeichneter NLB-Rückhalt erwiesen. Nach einer erheblichen Knieverletzung startete Wüthrich mit Rückstand in die Saison, bewies sich dann aber als er die Chance erhielt und mauserte sich in der Folge zum sicheren Wert im UM-Tor. Seine starken Leistungen blieben nicht unbemerkt und so kehrt der Emmentaler zur kommenden Saison zu seinem Stammverein Tigers Langnau zurück, womit nach Mathieu Unternährer in der vergangenen Saison erneut ein UM-Goalie in die NLA wechselt. Schliesslich kehrt Mats Tamme, der im Winter als Verstärkung für die Defensive direkt von der Weltmeisterschaft im lettischen Riga ins Mittelland wechselte, in seine Heimat Estland zurück. Mit seiner souveränen Spielweise und der umgänglichen Art stellte er sofort einen Mehrwert für die UM-Defensive dar.

Den genannten Akteuren danken wir herzlich für ihren Einsatz für Unihockey Mittelland! Mit ihren teils langjährigen Engagements für den Verein geht nicht nur sportliche Kompetenz sondern auch viel davon verloren, was UM in den vergangenen Jahren ausmachte. Eine offizielle Verabschiedung für die erwähnten langjährigen UM-Akteure ist angedacht.

 

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