01.
Capatt will nochmals Playoffs
Nach 18 Jahren hat sich Adrian Capatt unlängst aus dem NLA-Unihockey verabschiedet. Entsorgt hat er seine Stöcke nicht. Mit dem Kleinfeld-Spitzenteam Blau-Gelb Cazis kämpft er am Sonntag in Domat/Ems um den Play-off-Einzug.
Am Sonntag wird die Sporthalle Vial in Domat/Ems kochen. Die 1.-Liga-Kleinfeld-Unihockeyaner von Blau-Gelb Cazis spielen unter anderem gegen Leader und Meister Cevi Gossau um wichtige Punkte im Kampf um den Einzug in die Play-offs der besten acht Schweizer Teams. Nach zehn von 18 Vorrundenspielen ist Blau-Gelb Cazis in der Gruppe 2 an fünfter Stelle klassiert. Um wie im Vorjahr in die Play-offs einzuziehen, ist mindestens Platz 4 nötig. Vom zweiten bis achten Rang ist im Moment noch alles möglich, zwischen dem zweitplatzierten Muota¬thal und Dübendorf auf Rang 8 liegen bloss drei Zähler.
Die Partien in Domat/Ems sind für die Cazner die Heimspiele. Aufgrund des dürftigen Hallenangebots vor Ort trägt Blau-Gelb seine Heimrunde schon fast traditionsgemäss in der Sporthalle Vial in Domat/Ems aus. Am Sonntag treffen sie zuerst auf Zuzwil-Wuppenau (12.40 Uhr) und dann auf Leader und Schweizer Meister Cevi Gossau (15.25 Uhr). Mittendrin sind am Sonntag auch zahlreiche in Unihockey-Kreisen bekannte Gesichter. Das Kleinfeld ist ein Tummelfeld von ehemaligen Grossfeld-Cracks. Fester Bestand im Team von Cazis ist seit vier Jahren der ehemalige schwedische Nationalspieler Björn Söderberg. Neu dabei ist seit dieser Saison die Schweizer Unihockey-Legende Adrian Capatt.
Ein prominentes Duo aus Trin
Der inzwischen 43-jährige Söderberg, der in den Neunzigerjahren mit Torpedo Chur zweimal den Cup gewann, ist mit seiner Familie in Trin sesshaft geworden und mit dem Unihockey noch immer eng verbunden. Er spielt nicht nur auf dem Kleinfeld immer noch auf höchstem Niveau. Als Geschäftsführer des MB-Indoor-Sport-Shops in Chur hat sich Söderberg auch abseits des Spielfelds einen Namen gemacht. Der 36-jährige Capatt zog sich nach der letzten Saison aus dem Grossfeld-Unihockey zurück - nach nicht weniger als 18 Jahren in der Nationalliga A mit Alligator Malans. Viermal war der Trinser in dieser Zeit Schweizer Meister geworden. Viele weitere Erfolge, auch solche mit der Schweizer Nationalmannschaft, gesellen sich in seinem Palmarès dazu. In etwa 500 Spielen in der Nationalliga A - offizielle Statistiken existieren erst seit 1998 - erzielte Capatt rund 400 Tore. Der Heisssporn trieb seine Gegner in dieser Zeit nicht nur mit seinen Treffern zur Verzweiflung sondern auch mit Mätzchen an der Grenze des Erlaubten.
Der Ehrgeiz ist noch da
Auf dem Kleinfeld geht es Capatt ein wenig lockerer an. Er nähere sich dem schmalen Grat zwischen Ehrgeiz und Verbissenheit nicht mehr in dem Masse wie in früheren Tagen, sagt er. Wer aber denkt, er nehme die Sache mit Cazis nicht ernst, der irrt. «Wenn ich spiele, will ich Erfolg haben», so Capatt. «Der Ehrgeiz ist immer da.» Als sich Capatt im April letzten Jahres aus Malans und der NLA verabschiedete, sprach er von einer Unihockey-Pause. Dass er mit seinem Vorsatz gebrochen hat, findet er nicht: «Das ist doch Pause», sagt er mit einem Lachen. Der Aufwand sei auf dem Kleinfeld um ein Vielfaches kleiner. Meisterschaftsrunden finden während der Saison nur etwa alle drei Wochen statt. «Für mich war immer klar, dass ich nach meinem Rücktritt weiter ‘knebeln' werde. Ich mache das spasseshalber. Aus den Spieltagen machen wir jeweils Familienevents.» Ohne sportliche Ambitionen tut Capatt dies nicht: Er will noch einmal Play-offs spielen. «Sie sind das Highlight in dieser Sportart», sagt er. Bezüglich der angepeilten Qualifikation ist er zuversichtlich: «Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass wir es schaffen.»
Zeitungsbericht "Die Südostschweiz"







