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«Ich war immer offen und direkt»
Am Freitag trennten sich Piranha Chur und Trainer Mark van Rooden. In der heutigen Ausgabe der Tageszeitung «Südostschweiz» kommen die Protagonisten zum Wort. Van Rooden spricht von einem Vertrauensmissbrauch. Präsident Thomas Handl nimmt Stellung.
Da war die Welt noch In Ordnung: Mark van Rooden beim Meisterinterview (Bild Damian Keller)
Seit Freitag ist Mark van Rooden offiziell nicht mehr Trainer von Piranha Chur. Dies, obwohl die Vizemeisterinnen aus dem Vorjahr nach 15 der 21 Qualifikationsrunden die SML-Tabelle der Frauen souverän anführen. Von «unüberbrückbaren Differenzen» war im Communiqué, das am Freitagabend die Runde machte, die Rede. Gestern nun äusserten sich die Beteiligten zur Trennung, allen voran der 40-jährige van Rooden. «Das Aus im Cup-Halbfinal gegen Winterthur vor drei Wochen brachte etwas ins Rollen», sagt van Rooden. Zum endgültigen Zerwürfnis sei es aber erst am letzten Donnerstag gekommen, so der scheidende Trainer. Dies, weil er realisiert habe, dass seit Längerem Internas aus der Trainerebene zu den Spielerinnen gelangt waren. «Das ist für mich ein Vertrauensmissbrauch sondergleichen, und das macht mich wütend.» Wie mit Assistenztrainer Fabian Disch funktionierte auch mit Sportchefin Karin Hartmann das Zusammenspiel zuletzt nicht mehr. «Ich fühlte zu wenig Unterstützung. Ich erwartete Loyalität, habe sie aber nicht bekommen», sagt van Rooden. Disch, der das Team nun interimistisch coacht, will sich zur Thematik nicht im Detail äussern. «Die Zusammenarbeit funktionierte nicht mehr», so der Assistent. Die Differenzen mit Sportchefin Hartmann und mit seinem Assistenten Disch führten letztlich auch zum Bruch mit der Mannschaft. Van Rooden: «Vielleicht hätte ich manchmal besser die Klappe halten sollen. Ich war immer offen und direkt, aber so bin ich halt.»
«Auch er hat Fehler gemacht»
Gemässigtere Töne schlägt Piranha- Chur-Klubpräsident Thomas Handl an. «Ich will keine Schlammschlacht austragen», sagt der Churer Präsident. «Wir gehen im Guten auseinander. Mark van Rooden hat in den zweieinhalb Jahren bei Piranha sehr vieles richtig gemacht. Am Schluss liefen aber ein paar Sachen nicht mehr so gut. Auch er hat Fehler gemacht», fährt er fort. Handl räumt ein, dass «es grosse Differenzen zwischen Trainer, Spielerinnen und Staff gab». Für den Präsidenten hätten diese nicht unbedingt das Ende der Zusammenarbeit bedeuten müssen: «Ich konnte mir durchaus vorstellen, dass wir gemeinsam weitermachen. Nach dem Aus im Cup-Halbfinal sagte ich mir: Er ist der Trainer, er hat die Möglichkeiten, das Schiff wieder auf Kurs zu bringen.» Zuletzt habe er aber das Gefühl gehabt, dass die Spielerinnen unzufrieden waren, so Handl. «Es war zu viel Unruhe drin im Team, und das war nicht gut für uns.»
Zeit für die Familie
Schliesslich sprang van Rooden, der Meistertrainer von 2010, von Bord. Als Erlösung will der 40-jährige Zürcher seinen Abgang nicht bezeichnen; er fiebere ja immer noch mit, so van Rooden. «Es ist aber schön, mal ein wenig mehr Zeit für meine Frau und meinen Sohn zu haben. Was aber nicht heisst, dass ich nicht ins Trainergeschäft zurückkehren werde.» Wie man bei Piranha in der Trainerfrage weiter verfährt, steht gemäss Präsident Handl noch nicht fest. «Bis auf Weiteres coacht Disch das Team. Wir haben keine Hast, und Gespräche über die Nachfolgeregelung sind noch nicht angelaufen.»
Zeitungsbericht "Die Südostschweiz", 31. Januar 2012







