21.
04.
NLA Frauen | Autor: Streiter Constantin

Superfinal-Vorschau Frauen

Im Superfinal der Frauen kommt es zum ewigen Duell zwischen dem UHC Dietlikon und Piranha Chur. Die Geschichte spricht für Chur, die Form für Dietlikon - alles in allem ein völlig offenes Duell.

Superfinal-Vorschau Frauen Folgt für Simone Berner die Krönung einer phantastischen Saison? (Bild: Erwin Keller)

Auch wenn die Saison 2016/17 in der NLA der Frauen viele interessante Geschichten schrieb, für den letzten Akt betreten nun doch wieder dieselben Spielerinnen die grosse Bühne der Swiss-Arena in Kloten wie schon anlässlich der beiden ersten Superfinals. Zweimal setzte sich Piranha Chur gegen Dietlikon durch, wie zuvor schon in den Playoff-Finalserien 2012 bis 2014. Doch nicht nur angesichts des klaren 5:0-Erfolgs von Dietlikon im Cupfinal vor knapp zwei Monaten standen die Zeichen bisher noch selten so gut, dass die Dominanz der Bündnerinnen durchbrochen werden könnte.

 

Die Coaches

Nachdem Mirco Torri im Januar 2016 als Interims-Trainer einsprang und Piranha zum Titel coachte, wurde sein Vertrag als Headcoach erneuert. Die Churerinnen, die in den vergangenen Jahren trotz all ihrer gewonnenen Meisterschaften immer wieder Coaches kommen und gehen sahen, hielten diesen Winter auch an Torri fest, als die Mannschaft in ein Tief schlitterte und viermal nacheinander verlor. Nach 15 Monaten im Amt hat Torri einige Krisen bewältigen können und das spielerische Gesicht seiner Mannschaft - zum Teil wegen zahlreicher Verletzungen, aber auch im taktischen Bereich - immer wieder anpassen müssen. So schnell bringt den Piranha-Staff nichts aus der Ruhe.

Noch weniger lange im Amt und in ihrer ersten Saison als Cheftrainerin überhaupt ist Simone Berner. Vor genau vier Jahren beendete sie ihre Karriere als Spielerin mit einer Niederlage im dramatischen fünften Playoff-Spiel gegen Piranha Chur. Seither sammelte sie erste Coaching-Erfahrungen im Staff der Frauen-Nationalmannschaft, ehe sie im Frühjahr 2016 zur Cheftrainerin von Dietlikon ernannt wurde und dort Sacha Ryhner ablöste. Als echte Dietliker Integrationsfigur, die als Spielerin mit diesem Verein alles gewann, was es zu gewinnen gibt, wäre ein Sieg gleich im ersten Superfinal natürlich eine heroische, fast schon märchenhafte Geschichte, zumal sie als Frau an der Bande im schweizer Unihockey immer noch zu einer raren Spezies gehört.

 

Die Schlüsselspielerinnen

Beim UHC Dietlikon ragen in dieser Saison einige Spielerinnen aus dem Kollektiv heraus. Zum einen besticht die tadellose Defensive, welche von Ann-Sofie Sundholm, Laura Mertsalmi und Captain Linn Lundström dirigiert wird. Diese drei Spielerinnen schalten sich auch regelmässig in den Angriff mit ein. Im Sturm haben die beiden Schweizerinnen Isabelle Gerig und Andrea Gämperli das Kunststück geschafft, das in der vorherigen Saison dominierende Duo Wiki/Weiss vergessen zu machen. Insgesamt 105 Skorerpunkte haben sie in dieser Saison bereits erzielt und stehen auch in den Top Ten der Playoff-Skorerinnen, obwohl Dietlikon sich zweimal auf kürzestem Weg durchsetzte.

Bei Piranha Chur ist die Verantwortung fürs Toreschiessen traditionell auf etwas mehr Spielerinnen verteilt, eine der grossen Stärken der Bündnerinnen ist die Breite ihres Kaders - wenn denn alle fit sind, was diese Saison längst nicht immer der Fall war. Zuletzt gab eine Personalie zu reden: Lara Heini, der grosse Rückhalt im Tor von Piranha, schaffte es nach einer Verletzung gerade noch rechtzeitig, wieder fit zu werden. Zu den beiden Offensivverteidigerinnen Eskelinen und Marti gesellelt sich ein halbes Dutzend Stürmerinnen, welche im Schnitt einen Punkt pro Spiel oder mehr buchen. Bisherige Playoff-Topskorerin ist etwas überraschend Manuela Dominioni, gleich dahinter reihen sich traditionell fleissige Punktesammlerinen wie Sonja Putzi, Nathalie Spichiger oder Captain Seraina Ulber ein.

 

Der Saisonverlauf

Die Siegesserie von Dietlikon hat mittlerweile beängstigende Ausmasse angenommen: 24 Pflichtspiele in Folge wurden gewonnen, die letzte Niederlage datiert vom 22. Oktober 2016. Gegen die beiden ärgsten Verfolgerinnen aus der Qualifikation, die Wizards und Chur, ging das erste Aufeinandertreffen der Saison zwar verloren, danach wurden aber auch diese Mannschaften je drei Mal gebodigt: zu zwei Siegen in der Quali gesellte sich je ein deutlicher Sieg im Cup (9:2 gegen die Wizards im Viertelfinal, 5:0 gegen Chur im Cupfinal). Ein viel grösseres Selbstvertrauen kann man sich vor einem Finalspiel eigentlich nicht erarbeiten. Der Haken an der ganzen Sache ist schnell gefunden: eine Niederlage im Superfinal, und all die anderen Siege sind (mit Ausnahme des Titels im Cup) praktisch wertlos.

Dietlikon qualifizierte sich auf dem schnellstmöglichen Weg für das Finalspiel in Kloten, letztlich war das Schlusslicht Giffers im Viertelfinal genauso chancenlos wie die ausgepowerten Red Ants im Halbfinal. Ging das vielleicht alles etwas gar zu einfach? Können die Dietlikerinnen im Superfinal ihre Top-Leistung abrufen? Es wäre zumindest für neutrale Beobachter positiv zu werten, wenn nicht demselben Team sechs Titel in Serie gelingen würden.

Einige Höhen und Tiefen kannte die Formkurve von Piranha Chur. Unvergessen bleibt die Niederlagen-Serie von vier Spielen in Folge im Februar. So konnten sich die Bündnerinnen, lange Zeit Leader der NLA, am Ende noch glücklich schätzen, nicht auf den dritten Platz abgerutscht zu sein. Auch in den Playoffs zeigte Piranha zwei Gesichter: auf der einen Seite stehen Galadarbietungen wie beim 14:2 gegen Frauenfeld oder dem 10:0 gegen die Wizards, die anderen Spiele endeten aber allesamt mit nur einem Tor Unterschied. Zweimal gab Piranha im driten Drittel gegen die Wizards noch einen Vorsprung von drei Toren aus der Hand. Doch auch hier kann man den im Vergleich zu Dietlikon unterschiedlichen Saisonverlauf auf zwei Arten deuten. Auch ein Spitzenteam braucht Rükschschläge und Niederlagen, um daran wachsen zu können. Ging für Dietlikon zuletzt nicht alles etwas zu einfach? Einen Vorteil hat Piranha auf alle Fälle auf seiner Seite: die Gewissheit, zuletzt fünf Meistertitel in Folge im Final gegen Dietlikon gewonnen zu haben.

Der Superfinal der Frauen wird am Samstag um 16:50 angepfiffen und zu Beginn live auf SRF 2, ab 17:25 Uhr dann jedoch auf SRF info übertragen.

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9.UHC Thun0:00
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12.Zug United0:00
1.Aergera Giffers0:00
2.R.A. Rychenberg Winterthur0:00
3.Skorpion Emmental Zollbrück0:00
4.UH Red Lions Frauenfeld0:00
5.UHC Dietlikon0:00
6.Unihockey Berner Oberland0:00
7.Waldkirch-St. Gallen0:00
8.Wizards Bern Burgdorf0:00
9.Zug United0:00
10.piranha chur0:00
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