19.
05.
NLA Männer | Autor: Güngerich Etienne

Antener: "Es wäre eher witzlos"

Emanuel Antener hat heute Morgen seinen Rücktritt bekannt gegeben. Im Interview erklärt der 29-Jährige seine Beweggründe, erzählt, wieso seine Karriere trotzdem mit einem Knall zu Ende ging und wieso er kürzlich den Unihockeystock doch noch einmal brauchte.

Antener: Emanuel Antener kann auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. (Bild: Fabian Trees)

Emanuel, du hängst den Stock an den Nagel. Kannst du uns deine Beweggründe zu diesem Schritt etwas genauer erklären?
Emanuel Antener: Hauptgrund ist die zunehmend schwierigere Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Unihockey. Wenn die Kompromissbereitschaft in den anderen Bereichen und das nötige Commitment für den Sport nicht mehr gross genug sind, ist es eher witzlos weiter zu spielen. Zumal ich nicht bereit war, die sportlichen Ambitionen herunter zu setzen.

Wann hast du den Rücktritt zum ersten Mal ins Auge gefasst?
Zum ersten Mal wohl 2008, als ich nach dem Abgang von David Blomberg das Gefühl hatte, dass „es" bzw. ich nicht mehr besser werden würde. Zum Glück habe ich das aber nicht gemacht, sonst hätte ich meine weiteren Peaks 09, 11, 13 und 16 nicht erleben dürfen.

Es wurde ja schon seit einiger Zeit gemunkelt, dass du aufhören wirst. Wieso hast du dir bei diesem Entscheid so lange Zeit gelassen?
Weil es ein einschneidender Schnitt ist, mit etwas aufzuhören, das man drei Viertel seines bisherigen Lebens leidenschaftlich gerne und das halbe Leben lang intensiv und zielgerichtet gemacht hat. Da wollte ich sicher gehen, dass ich meiner Sache sicher bin und das braucht halt ein wenig Zeit, wenn man langsam ist.

Emanuel Anteners Volley-Tor an der WM 2014 gegen Tschechien.

Im dritten Spiel der Viertelfinalserie gegen GC ging deine Karriere an einem trüben Mittwochabend 29 Sekunden vor Schluss nach einem Zusammenprall mit Christoph Meier abrupt und unnötig zu Ende. Was war in dieser Szene genau passiert? 
Es hat sich als suboptimal erwiesen, wenn zwei Spieler gleichzeitig auf verschiedene Weise ungeschickt in einen Zweikampf gehen.

Hast du in diesem Moment gedacht: ok, das war's dann jetzt?
Im ersten Moment nach der unsanften Landung war ich zunächst vor allem froh, überhaupt noch denken zu können.

Cristobal Huet durfte sich an einer Heim-WM als französischer Nationalspieler verabschieden. Dirk Kuyt schoss in seinem letzten Spiel Feyenoord Rotterdam mit drei Toren zum Meistertitel. Es gibt gewiss schönere Arten, seine Karriere zu beenden...
Naja, immerhin mit einem Knall ging die Karriere ja schon zu Ende. Und wie hoch lag die Wahrscheinlichkeit, dass dies bei einem Zweikampf (!) und hinter dem eigenen Tor (!) geschehen würde?

Hat es dich nach den Transfers von Dargren, Johansson und Doza nicht gereizt, mit Köniz nochmals anzugreifen?
Zu wissen, dass der Verein mit einer schlagkräftigen und konkurrenzfähigen Mannschaft in die Saison steigt, macht mir den Entscheid sowohl einfacher wie auch schwieriger. Letztlich spielte es aber eine eher untergeordnete Rolle für mich.

Anteners Traumtor gegen Wiler-Ersigen im Oktober 2012

Wie fühlst du dich nun, nachdem dein Rücktritt offiziell ist?
Ungefähr gleich wie gestern. Ich freue mich über das schöne Wetter - wenn es sich denn wieder zurückmeldet - und die zahlreichen weiteren Aufgaben und Dingen, denen ich mich nun genau so gerne zuwende.

Zwei Cupsiege, ein Supercupsieg, zwei Mal Ligatopskorer und MVP der NLA, 65 Spiele und 95 Punkte in der SSL, U19-WM, 102 Spiele und 158 Punkte für die Schweizer-Nati, fünf WM-Teilnahmen und drei Bronzemedaillen, Silbermedaille an der Studenten-WM, Mitglied des All Star-Teams und Topskorer der Heim-WM 2012. Habe ich alles aufgezählt? Die Liste ist lang - auf welchen dieser Erfolge bist du am meisten stolz?
Abschliessend ist die Liste nicht, aber sie zu vervollständigen ist nicht meine Aufgabe. Dankbar bin ich für vieles, das ich erleben durfte und die ziemlich lange Liste an Spielern, mit denen und gegen die ich spielen durfte. Wenn ich eine Auszeichnung hervorheben soll, dann vielleicht jene als Verteidiger im Allstar-Team der WM-Quali 2016. Und zwar aus dem Grund, weil sich diese in der Frühphase meiner Aktivkarriere nicht unbedingt abzeichnete, als ich mehr Abschlüsse als Pässe verzeichnete, genau einen Quadratmeter des Spielfelds bewirtschaftete und nur mit Ballbesitz dem eigenen Team mehr nützte als dem gegnerischen.

Wie geht es nun weiter? Wirst du den Unihockeystock wirklich nie mehr in die Hand nehmen? Für andere Sportarten bist du ja nicht geschaffen...
Doch doch, gerade kürzlich habe ich ihn wieder einmal gebraucht, um den Ball meines Sohnes unter dem Sofa hervorzuholen. Allerdings stimme ich zu, dass ich mich für die für mich einzige geeignete und somit richtige Sportart entschieden habe.

Bleibst du dem Unihockey in einer anderen Funktion erhalten?
Mindestens als Sympathisant, Konsument und interessierter Laie auf jeden Fall.

Die zweite Mannschaft von Köniz gilt als Auffangbecken für abtretende Stars. Hat sich Chef Hitsch Zahnd schon bei dir gemeldet?
Das war anlässlich seines Geburtstagsfestes vor meiner Haustüre schwierig zu vermeiden. Weil aber mittlerweile auch er mir nicht mehr garantieren kann, einen sogar wörtlich genommen grossen Pokal zu gewinnen, fehlt es derzeit jedoch an gewichtigen Argumenten.

Keine Angst, der wird schon noch ein paar finden. Habe gehört, der sei ein hartnäckiger "Cheib". Danke für die Stellungnahme und alles Gute für die Zukunft.

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