23.
02.
2012
NLA Männer | Autor: Schneeberger Jonas (SO)

Zufriedenheit hier, Enttäuschung da

Nach dem Aus im Play-off-Viertelfinal ist die Saison von Chur Unihockey vorbei. Präsident Cornel Ehrler zieht ein zufriedenstellendes Fazit. Trainer Thomas Berger ist aber überhaupt nicht glücklich.

Zufriedenheit hier, Enttäuschung da Thomas Berger ist nicht zufrieden mit dem Abschneiden von Chur Unihockey (Bild Erwin Keller)

Seit Sonntag ist die Saison für Trainer Thomas Berger und Chur Unihockey zu Ende. «So früh wie noch nie für mich in der Swiss Mobiliar League», sagt Berger. Für den Trainer ist das Aus im Viertelfinal neu. Für den Stadtklub nicht. Die Saison ist ziemlich genau nach Papierform verlaufen: sichere Qualifikation für die Play-offs, Aus im Viertelfinal. Für den Präsidenten Cornel Ehrler Grund für ein zufriedenstellendes Fazit:: «Die sportlichen Ziele wurden erreicht. Angesichts des schmalen Kaders freut mich das sehr.» Die eingekehrte Ruhe im und um den Klub bestärken den Felsberger in seinem positiven Bild, das er malt.

Berger unzufrieden
Weitaus schwärzer malt der Trainer. Die Zufriedenheit des Vorstands steht in krassem Widerspruch zu Bergers Gemütslage. Für ihn sei das Saisonende nach den Viertelfinals alles andere als erfreulich. «Die Enttäuschung über das Aus gegen GC überwiegt klar. Ich habe mir mehr erhofft», sagt der Jeninser, der vor der Saison zu Chur Unihockey stiess. Genugtuung darüber, GC ins Wanken gebracht zu haben, empfindet Berger keine: «Davon kann ich mir nichts kaufen.» Sein Team sei den Zürchern technisch, physisch und mental unterlegen gewesen.

Neue Situation für den Trainer
Die Situation ist für Berger neu. Nach Jahren bei Serienmeister Wiler-Ersigen und dem zu jener Zeit überaus erfolgreichen Alligator Malans kennt der Trainer andere Massstäbe. Entsprechend bereitet es ihm Mühe, sich mit dem Abschneiden im Mittelfeld zufrieden zu geben. Platz 6 und Aus im Viertelfinal ist für Berger zu wenig. «Es fällt mir schwer, dem frühen Saison­ende etwas Positives abzugewinnen», sagt er. Die Ziele, die der Vorstand vor der Saison setzte, erachtet der neunfache Schweizer Meister als nicht erreicht: «Die harten Fakten sagen mir, dass wir sie verfehlt haben.» Weder sei es gelungen, in den Play-offs eine Runde zu überstehen, noch in den Viertel­finals zumindest zu drei Heimspielen zu gelangen. «Einzig die Vorgabe, die Qualifikation mindestens auf Platz 6 abzuschliessen, wurde gerade noch so erfüllt», so Berger, der deshalb - und womöglich als Einziger - seine Arbeit ernsthaft infrage stellt.

Probleme beim Nachwuchs
Zu Bergers düsterem Bild trägt der Umstand bei, dass der Nachwuchs - «das Fundament des Klubs» - derzeit auf wackligen Beinen steht. «Die Junioren laufen auf dem letzten Zacken. Ziel war es, mindestens eines der drei Teams in der höchsten Stärkeklasse in die Play-offs zu bringen. Nun kämpfen alle um den Ligaerhalt», so Berger, der im Verein auch für den Nachwuchs verantwortlich zeichnet. Weil die Juniorenabteilung bei Chur Unihockey gemessen an den Ansprüchen darbt, die Abwanderungsquote hoch ist und der Verein auf allen Ebenen mit Personal­problemen kämpft, stellt sich Berger die Frage, «ob Spitzenunihockey in Chur überhaupt möglich ist». Die erfreuliche Entwicklung von Spielern wie Paolo Riedi und Sandro Cavelti (Berger: «Die Schweizer Linie mit den beiden jungen Stürmern gefiel mir gut») erhellen Bergers Bild nur bedingt. Auch Lulzim Kamajs fast schon wundersame Auferstehung («‘Lulla' war der Abwehrpatron schlechthin») oder der erstarkte Finne Kari Koskelainen («Er ist wieder zu guter Form aufgelaufen, nachdem wir Anfang Saison Angst um ihn haben mussten») stimmen den Trainer nicht glücklicher.

Zukunft ungewiss
Wie es mit ihm und Chur Unihockey weitergehe, wisse er im Moment noch nicht, sagt Berger. Klarheit darüber wird womöglich ein Gespräch mit dem Vorstand Anfang März geben. Mit Sicherheit wird Präsident Ehrler um Bergers Verbleib kämpfen. Eine gewichtige Rolle in den Planspielen des Trainers spielt aber dessen Job als Nachwuchsverantwortlicher bei Swiss Unihockey. Berger: «Beim Verband stehen Umbrüche bevor. Deshalb steht betreffend meiner Zukunft im Moment noch fast alles in den Sternen geschrieben.»

Zeitungsartikel "Die Südostschweiz"

 

 

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Tabellen

1.SV Wiler-Ersigen101:5931
2.UHC Alligator Malans93:4829
3.HC Rychenberg Winterthur77:5528
4.Grasshopper Club Zürich104:7324
5.Chur Unihockey70:6319
6.Tigers Langnau68:6719
7.Floorball Köniz73:6518
8.Waldkirch-St. Gallen69:7917
9.Kloten-Bülach Jets68:8311
10.UHC Uster53:7511
11.UHC Thun69:1017
12.UHC Grünenmatt47:1242
1.piranha chur69:3532
2.UHC Dietlikon61:3227
3.Wizards Bern Burgdorf58:4326
4.Zug United50:5719
5.Skorpion Emmental Zollbrück48:5915
6.R.A. Rychenberg Winterthur45:5712
7.UH Red Lions Frauenfeld42:668
8.Aergera Giffers38:625
1.Zug United127:5236
2.Floorball Thurgau92:6533
3.Unihockey Basel Regio94:7027
4.Ad Astra Sarnen89:7721
5.UHC Sarganserland80:7520
6.Unihockey Langenthal Aarwangen70:7120
7.Regazzi Verbano UH Gordola83:10316
8.Ticino Unihockey89:10015
9.RD March-Höfe Altendorf67:7514
10.UHT Schüpbach56:8413
11.I. M. Davos-Klosters76:10611
12.Olten Zofingen50:958
1.Waldkirch-St. Gallen61:4135
2.Hot Chilis Rümlang-Regensdorf54:4033
3.Unihockey Berner Oberland79:4131
4.UH Lejon Zäziwil61:5223
5.Mendrisiotto Ligornetto48:6915
6.FB Riders DBR53:5914
7.Unihockey Basel Regio53:7910
8.Floorball Uri41:697

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