<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Unihockey.ch</title><link>http://unihockey.ch</link><description>Das Schweizer Unihockey-Magazin</description><lastBuildDate>Fri, 06 Nov 2026 11:30:14 GMT</lastBuildDate><atom:link href="http://unihockey.ch/rss.php" rel="self" type="application/rss+xml" /><item><title>Das Wunder von Neuenburg</title><link>http://unihockey.ch/blogs/das-wunder-von-neuenburg-22566/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</link><guid>http://unihockey.ch/blogs/das-wunder-von-neuenburg-22566/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</guid><description>Ich habe noch heute im Ohr, wie Matthias Hüppi in die Mikrofone von SRF brüllte: «Türkyilmaz. Türkyilmaz... Kubilay Türkyilmaz könnte die Schweiz zum Sieg schiessen in Bulgarien! Er trifft!!!» Man schrieb den Mai 1991, die Schweizer Fussball-Nati war in Bulgarien im EM-Qualifikationsspiel 60 Minuten lang chancenlos gewesen, lag 0:2 zurück. Dann drehten die Schweizer die Partie und gewannen mit 3:2, dank dem entscheidenden Treffer des besagten Türkyilmaz, der von der Mittellinie aus losrannte und traf. Die aktuelle Qualifikation für die EM verpasste die Nati zwar noch, aber irgendwie legte dieser Sieg die Basis für die Teilnahme an den grossen Turnieren ab 1994. Diese Wende gab Selbstvertrauen und den Glauben, Grosses erreichen zu können. &quot;Als die Schweizer Nati das Siegen lernte&quot;, wird dieses Spiel noch heute rückblickend bezeichnet.
Gestern waren die Schweizer Frauen im WM-Halbfinal gegen Tschechien ebenfalls fast 60 Minuten lang chancenlos gewesen. Mit dem Problem, dass ein Unihockeyspiel nicht 90 Minuten dauert, sondern nur eine Stunde, zudem lag das Team 1:6 zurück, nicht nur 0:2. Die dramatische Wende kam gleichwohl noch und Reto Held schrie in die Mikrofone von SRF: «Er ist drin! Drin! Drin!», als die Schweizerinnen ausglichen und in der Verlängerung gewannen. Da im Unihockey alles schneller geht als im Fussball, fehlte die Zeit für den dramatischen Aufbau «Wiki. Wiki... Michelle Wiki könnte die Schweiz zum Sieg schiessen! Sie trifft!!!»
Gleichwohl hoffe ich, dass sich das «Er ist drin! Drin! Drin!» in die Ohren vieler Schweizer Unihockeyanerinnen und Unihockeyaner einbrennen wird. Damit wir in ein paar Jahren sagen können: Diese dramatische Wende legte die Basis, um mit viel Selbstvertrauen und Glaube an die eigenen Fähigkeiten Grosses zu Erreichen.
 
 </description><pubDate>Sun, 15 Dec 2019 11:13:40 GMT</pubDate></item><item><title>Prager Geschichten</title><link>http://unihockey.ch/blogs/prager-geschichten-21230/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</link><guid>http://unihockey.ch/blogs/prager-geschichten-21230/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</guid><description>Die allererste Unihockey-WM 1996 in Schweden ging noch ziemlich unbemerkt an mir vorbei. Für mich stand damals das lokale Schaffen im Verein im Vordergrund - „wer bringt am Sonntag die Hot-Dog-Maschine zur Heimrunde?&quot; - und das internationale Geschehen verfolgte ich noch nicht wirklich.
Zwei Jahre später war ich an der ersten WM in Tschechien aber dabei. Als Tourist, der intensiv von den günstigen Bierpreisen in Brünn und Prag profitierte. Sportlich war das Turnier aus Schweizer Sicht natürlich der Hammer - der im Penaltyschiessen gewonnene Halbfinal gegen Finnland bedeutete den Finaleinzug. Etwas, das der Schweiz bekanntlich seither nicht mehr gelang.
Die WM 2008 in Tschechien fand bereits auf einem ganz anderen Level statt. Finalspiele in der O2-Arena statt der baufälligen Slavia-Eishalle. Das Bier war etwa fünfmal teurer geworden, war aber immer noch günstig. Und die Leute interessierten sich für die WM. Normalerweise haben weder lokele Taxifahrer noch sonst Einheimische, die man im Verlauf einer WM-Woche anquatscht, irgendeine Ahnung, dass in ihrer Stadt gerade die besten Unihockeyaner der Welt zu Besuch sind. Bis heute einer meiner schönsten WM-Momente daher: Ostrava, mitten in der Nacht an einem Outdoor-Hamburger-Grill: Ich zum Grillmeister: „Kennst du Unihockey?&quot; - Er: „Ja klar, ich war heute in der Halle bei Tschechien gegen Schweden!&quot; - Ich: „Oh ok, cool. Die 9000 Zuschauer waren fantastisch.&quot; - Er: „Es waren nicht 9000, sondern 8913.&quot; Auf dieses Fachwissen war nicht gefasst.
Nun folgt die dritte WM in Tschechien. An einigen Tagen werden bei den Morgenspielen bis zu 6000 Kinder aus dem ganzen Land in der Halle sein. 200'000 Zuschauer sollen den bisherigen WM-Besucherrekord pulverisieren. Ein Rahmen, wie ihn die Unihockeygemeinde noch nie gesehen hat, die WM in Prag ist Tschechiens grösster Sportevent des Jahres, weltweit in den Top 20. Wir sind seit 1998 vorangekommen.
Und sportlich bin ich wirklich gespannt wie ein Flitzebogen. Verliert die Schweiz gegen Tschechen das Gruppenspiel 4:5, dann den Halbfinal gegen Schweden 5:8 und anschliessend den kleinen Final gegen die Tschechen in der Verlängerung? Oder schlagen wir die Tschechen 5:2, bezwingen dann im Halbfinal Finnland 6:4 und ziehen in den Final ein? Beide Szenarien sind möglich. Ich persönlich wäre nach 20 Jahren des Wartens wieder einmal für einen gewonnenen Halbfinal zu haben. Diesen würde ich unabhängig vom Ausgang des Finals ausgiebig feiern. Einfach nicht mehr mit so viel Bier wie 1998. Nicht, weil dieses seither zehnmal teurer wurde und ich diesmal arbeiten muss, sondern, weil ich 20 Jahre älter geworden bin und nicht mehr gleich viel vertrage wie damals. </description><pubDate>Fri, 30 Nov 2018 10:28:01 GMT</pubDate></item><item><title>Professor Korsman</title><link>http://unihockey.ch/blogs/professor-korsman-20213/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</link><guid>http://unihockey.ch/blogs/professor-korsman-20213/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</guid><description>Die Bekanntgabe von Jyri Korsman als neuer Trainer von Floorball Köniz ab nächster Saison löste einen Schwall an Mitteilungen aus. Trainerkollegen und ehemalige Spieler Korsmans beglückwünschten sowohl den Schweizer NLA-Verein als auch den Coach, der von einigen Experten als künftiger Nationaltrainer gesehen wird.
Jyri Korsman gilt als passionierter und extrem hungriger Trainer, der alles - und noch mehr - über Unihockey lernen und wissen will. Schon als Assistent Seppo Pulkkinens bei Happee machte er sich einen Namen als Unihockey-Wissenschaftler. Dass die beiden Coaches gemeinsam sogar ein Buch publizierten, überraschte niemanden.
In der aktuellen Saison zog sich Korsman aus dem Traineralltag zurück, um seine Studien auf die Spitze zu treiben. Seine Recherchen beschränkten sich dabei nicht auf Unihockey. Der 36-Jährige tourte durch finnische Vereine und Verbände, um die Programme von Sportarten wie Basketball, Fussball, Eishockey oder Volleyball besser kennenzulernen.
Als Assistenztrainer (Meister mit Happee 2014, U19-Weltmeister 2015 und 2017) holte Korsman bereits Titel. Als Headcoach eines Topteams hat er den grössten Teil seiner Karriere noch vor sich. Im letzten Frühling erreichte er als Chef von EräViikingit nach einer dramatischen Halbfinalserie gegen SPV den finnischen Superfinal, der gegen Classic verloren ging. Den Respekt der Menschen, mit denen er bisher arbeitete, hat Korsman bereits. Jetzt muss er noch zeigen, dass er sein ganzes Wissen auch in ein Winner-Team umsetzen kann.
Dieser Blog erschien im Rahmen eines Artikels über die finnische Salibandyliiga bereits in der Februar-Ausgabe des Printmagazins.</description><pubDate>Thu, 08 Mar 2018 01:59:06 GMT</pubDate></item><item><title>Cool, vernünftig und dämlich</title><link>http://unihockey.ch/blogs/cool-vernnftig-und-dmlich-19930/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</link><guid>http://unihockey.ch/blogs/cool-vernnftig-und-dmlich-19930/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</guid><description>Auf die Saison wird es drei neue Regeln geben. So zumindest kann man das auf (sehr) einschlägigen Websites (vermutlich ist hier der Plural schon falsch) lesen. Eigentlich ist es schon eigentümlich, dass man über diese drei neuen Regeln nicht auf den offiziellen Kanälen liest, sondern über ein Fachportal. Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema. Nun jedoch in medias res:
Eine davon ist cool - zumindest für Zuschauer und Feldspieler. Beim Penalty darf der Ball nun neu rückwärts bewegt werden. Dafür darf das der Spieler nicht mehr. Für die Spieler bedeutet dies: Zorro-Varianten sind nun legal, was bisher nicht der Fall war. Das Reglement war da noch eindeutiger als es der gern und oft geäusserte Ruf «Zurückgezogen!» vermuten lässt: Der Ball musste sich nämlich in ständiger Vorwärtsbewegung befinden. Auch den Schiedsrichtern dürfte dies die Arbeit erleichtern, da zum einen Interpretationsspielraum (obwohl eigentlich nicht vorhanden) wegfällt. Vor allem aber sind sie nicht mehr die Buhmänner, weil sie sie einem gekonnt verwerteten Penalty die Anerkennung verweigern mussten/sollten. Einzig die Goalies dürften darob nicht gerade Freudengümpe machen. Ihre Arbeit wird deutlich schwerer.
Die zweite Regeländerung ist vernünftig: Bei einem Kopfball gibt es nun nicht mehr automatisch eine Zweiminutenstrafe. Auch hier dürfte es zur Erleichterung der Arbeit der Schiedsrichter und zur Beruhigung der Gemüter auf der Bank beitragen. Bisher wurde bei jeder Ball-Kopfberührung eine Strafe gefordert. Nun ist auch ein einfacher Freischlag möglich. Tollpatschigkeit ist nun nicht mehr automatisch mit einem Ausschluss zu bestrafen. Ein einfacher Freischlag tut es auch.
Aus meiner Sicht ist aber die dritte Regeländerung eine ziemlich dämliche: Passivität soll neu mit einem Freischlag bestraft werden. Will heissen: Versteckt sich Team A hinter dem eigenen Tor und wird nicht angegriffen, dann entscheiden die Schiedsrichter auf Zeitspiel und Team B erhält einen Freischlag zugesprochen. Das mag ja auf den ersten Blick noch vernünftig tönen, doch öffnet es etwas gar viele Interpretationsmöglichkeiten. Ich bedauere die Schiedsrichter jetzt schon. Im Handball musste die Zeitspiel-Regel genau deswegen konkretisiert werden. Nun öffnet sich hier Unihockey völlig unnötigerweise eine kleine Pandorabüchse. Ich finde, es sollten eher Regeln gestrichen und das Forechecking gefördert werden. Nun kann ich eigentlich ein halbgares Pressing betreiben und dann den Freischlag fordern, weil das Team mit Ball zwar leichten Druck hat und deshalb nicht vorwärts spielt. Das ist doch dämlich?</description><pubDate>Wed, 27 Dec 2017 09:00:21 GMT</pubDate></item><item><title>Die Legende vom Schlucksee</title><link>http://unihockey.ch/blogs/die-legende-vom-schlucksee-19787/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</link><guid>http://unihockey.ch/blogs/die-legende-vom-schlucksee-19787/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</guid><description>Social Media sei Dank: Da erfährt auch der Unihockeyinteressierte was neben dem Spielfeld so bei den Stars läuft. Aktuell konnte man verfolgen, dass die schwedischen Natifrauen sich in Spanien sonnen, die Finninnen in Dubai während das tschechische Team lieber zuhause blieb und bowlte. Die Schweizerinnen genossen ihr letztes Wochenende in einem Wellnesshotel im Schwarzwald. Keine schlechte Idee, denke ich, ein bisschen Entspannung, ein bisschen Teambuilding, bevor es dann am Wochenende losgeht. Aber dann sticht mir der Hashtag #schluchsee ins Auge. War die Schweizer Nati wirklich am legendären Schluchsee? Really?
Wer sich für den deutschen Fussball aus Tagen als die Schnäuzer nicht nur im November getragen wurden, interessiert, der muss beim Stichwort «WM-Vorbereitung am Schluchsee» unweigerlich schmunzeln. 1982 wars als Heroen wie Kalle Rummenigge (für die jüngeren Leser: Das war mal ein ganz passabler Stürmer), Paul Breitner oder Hanspeter Briegel (Kampfname «Die Walz aus der Pfalz») vor der WM in Spanien zwecks Vorbereitung am idyllischen Schluchsee eincheckten. Der DFB wollte neue Wege begehen und die Spieler nicht mehr wie in vorherigen Trainingslagern einkasernieren. Da kam ein Kurhotel wie gerufen.
Was sich dann im Schwarzwald wirklich so alles zugetragen haben soll, darüber streiten sich die Geister. Fakt war aber, dass vor 35 Jahren Fussballteams noch nicht so hermetisch abgeriegelt lebten wie heutzutage. Die deutschen Kicker wurden wie normale Hotelgäste einquartiert. Was natürlich dazu führte, dass sie keine Sekunde Ruhe hatten, sprich dauernd von Neugierigen angequatscht wurden. Auch die Pressevertreter logierten im gleichen Hause und bekamen natürlich mit, was die hochdekorierten Kicker so alles trieben.
Schnell wurde aus dem Schluchsee dann der «Schlucksee», denn manch einer der Profis soll die neu erlangten Freiheiten etwas gar offensiv ausgelegt haben. Von nächtlichen Besäufnissen war die Rede, exzessiven Pokerspielen und dazu sollen einige Spieler gar ihre heimlichen Geliebten in den Nachbarzimmern einquartiert haben. Kurz: Alles andere als ein vorbildliches Verhalten im WM-Trainingslager. Wieviel wirklich stimmt, ist Legende. Lother Matthäus, damals erst 20 und hoch motiviert für die WM, wunderte sich später, warum nur er und drei weitere Sportskameraden die morgendlichen - eigentlich obligatorischen - Dauerläufe bestritten.
Die damalige Nummer 1 im Tor, der Kölner Harald «Toni» Schumacher nannte die Dinge später in seinem Buch «Anpfif» beim Namen. «Einige bumsten bis zum Morgengrauen und kamen wie nasse Lappen zum Training gekrochen. Wieder andere gossen reichlich Whisky in sich rein, schlimmer als Quartalssäufer. Breitner hat fast alles mitgemacht, aber mit einem gewaltigen Unterschied zu den anderen. Am nächsten Morgen auf dem Spielfeld lief er wie ein Uhrwerk. Nur die, die mit ihm getrunken hatten, krebsten rum wie Schnapsleichen.»
Und die Moral von der Geschicht: Die nächsten Trainingslager fanden wieder in Sportschulen statt. Geschadet hat die Zeit am «Schlucksee» den Deutschen trotzdem erstaunlich wenig. In einem denkwürdigen Turnier erreichte die Bundeself das Finale, das sie dann gegen Italien verlor. Von daher ist die Hotelwahl von swiss unihockey gar nicht mal so schlecht. Und den Bildern nach waren die Schweizerinnen auch deutlich braver als die deutschen Kollegen einst. </description><pubDate>Thu, 30 Nov 2017 07:23:18 GMT</pubDate></item><item><title>Historischer Sieg</title><link>http://unihockey.ch/blogs/historischer-sieg-19640/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</link><guid>http://unihockey.ch/blogs/historischer-sieg-19640/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</guid><description>Eines meiner Lieblings-Sportzitate aller Zeiten stammt vom amerikanischen Tennisprofi Vitas Gerulaitis, der nach einem Sieg über Jimmy Connors - nach zuvor 16 Niederlagen gegen Connors in Folge - sagte: „Lasst euch das allen eine Lehre sein: Niemand schlägt Vitas Gerulaitis 17 Mal hintereinander.&quot;
Auf die Schweizer Unihockey-Nati lässt sich das Zitat zwar nur etwas holprig anwenden, da sich unter den 66 Partien ohne Sieg gegen Schweden auch ein paar Unentschieden befinden. Egal. „Lasst euch das allen eine Lehre sein: Wir bleiben gegen niemanden 67 Mal in Folge sieglos&quot;, können wir nun sagen.
Um die historischen Dimensionen des 7:5-Sieges vom 5. November 2017 in Kirchberg zu dokumentieren:

Das erste Länderspiel zwischen der Schweiz und Schweden fand am 14.2.1987 in Zürich statt (8:4 für Schweden) - wir mussten also über 30 Jahre auf den ersten Sieg warten. Unfassbar.
Sechsmal standen uns die Schweden an Weltmeisterschaften vor der Sonne. Manchmal war die Sache klar (1998 WM-Final 10:3; 2000, 2014 und 2016 WM-Halbfinal 8:2, 10:1, 7:2). Manchmal aber auch sehr knapp (2008 und 2010 WM-Halbfinal 3:2 n.V. und 3:2). Dazu kommt der Final der World Games 2017 (7:5 für Schweden).
Bundesrat und Sportminister Guy Parmelin, der in Kirchberg anwesend war, erlebte etwas, was seinen Amtsvorgängern Ueli Maurer, Samuel Schmid und Dölf Ogi verwehrt blieb. Und das gilt nur für die letzten 20 Jahre - vorher gab es noch gar kein Bundesamt für Sport, das BASPO wurde erst 1998 ins Leben gerufen.

Mein erstes Länderspiel Schweiz - Schweden sah ich 1995 an der Europameisterschaft in der Schweiz. In Aarau waren Conny Svensson, Christian Hellström, Jonathan Kronstrand und Co. zu gut für die Eidgenossen, Schweden gewann 4:0. Wie viele Niederlagen ich seither gesehen habe, weiss ich gar nicht. Aber vor Kirchberg hatte ich ein gutes Gefühl. Irgendwie wusste ich, dass es diesmal klappen würde (wer das nicht glaubt, kann das Editorial der November-Ausgabe des Printmagazins nachlesen). Ich bin froh, dass das Warten ein Ende hat.
Bei den Frauen kam der Sieg über Schweden schon im Februar 2005 - und drei Monate später feierten die Schweizerinnen in Singapur den Weltmeistertitel. Seither gab es aber keinen Erfolg mehr über Schweden. Ich hoffe, dass dies bei den Männern anders läuft und der nächste Sieg schon bald kommt. Am besten an der kommenden WM in Prag, wenn es richtig zählt.</description><pubDate>Mon, 06 Nov 2017 05:37:24 GMT</pubDate></item><item><title>Dann erwischte es auch mich</title><link>http://unihockey.ch/blogs/dann-erwischte-es-auch-mich-19397/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</link><guid>http://unihockey.ch/blogs/dann-erwischte-es-auch-mich-19397/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</guid><description>Einmal mehr hatte ein Spitzenspieler unheimliches Glück. Fredrik Holtz lag am letzten Freitag blutüberströmt auf dem Boden der Weissensteinhalle in Köniz. Beim Abschlussversuch brach der Stock und knallte dem Schweden im Dienste des HCR auf den Nasenrücken. Die Bilder nach gestillter Blutung sind eindrücklich. Jedem ist klar, was bei einem Aufschlag wenige Zentimer rechts oder links passiert wäre.
 
Klaus Bösch - das ging ins Auge
Natürlich wird bei solchen Bildern das Thema Schutzbrille wieder aktuell. Wie immer wird es wohl mit der Heilung von Fredriks Nase auch wieder aus dem Fokus verschwinden. Die Frage &quot;Baucht es im Unihockey ein Schutzbrillenpflicht?&quot; möchte ich trotzdem beantworten. Und zwar klar mit &quot;Ja!&quot;. Lange war ich bei dem Thema eher für ein Nein. Klar, die Schaufel im Gesicht von Matthias Hofbauer hat aufgerüttelt. Aber wohl mehr, weil &quot;wir&quot; Fans die Medaillienchancen sinken sahen, als dass wir uns wirklich verstärkt Gedanken zum Thema Augenverletzungen im Unihockey gemacht hätten. Auch ich gehörte damals zur Fraktion &quot;er spielt ja wieder wie früher, warum das Theater&quot;.
Dann wurde ich selber getroffen. Nicht während meiner internationalen Karriere als siegreicher Pressespieler an WM-Journalisten-Games. Auch nicht in einem Ernstkampf mit den Wild Pigs Wyland. Es passierte in einem stinknormalen Training. Beim Einspielen. Ich hatte noch nicht mal geschwitzt - was auf der Notfallstation sehr geschätzt wurde. Nach einem Abschluss holte ich den Ball aus dem Tor, unterhielt mich mit einem Teamkollegen und drehte mich zur Hallenmitte. Bumm. Ich wurde getroffen und sank zu Boden. Ich spürte sofort, dass mit meinem linken Auge etwas nicht mehr stimmte. Ein erstes Abtasten bestätigte mein Gespür. Zumindest die Kontaktlinse war nicht mehr am vorgesehenen Ort. Wie sich ziemlich schnell herausstellte, hätte sie da auch nichts mehr gebracht - auf dem linken Auge sah ich schlichtwegs nichts. Dann ging das grosse Organisieren los. Der Schütze - ich schreibe bewusst nicht Täter, denn ich war ja nicht das Ziel - fuhr mich ins Spital. Andere Kollegen fuhren mein Auto nach Hause.
Meine linke Pupille wird für immer vergrössert bleiben. Ansonsten habe auch ich nochmals Glück gehabt. Vier Tage aufrecht &quot;sitzen/schlafen&quot; auf dem Sofa, davon zwei mit nur einem sehenden Auge. Die Ärztin, die sich um mein Auge kümmerte, setzte zwei Tage später einen Kontrolltermin an. Ich antwortete: &quot;Da arbeitet mein Frau. Ich komme mit dem Postauto und kann nur zehn Minuten später als vorgeschlagen.&quot; Ich musste sie dann beruhigen, indem ich ihr versicherte, dass ich das Postauto nicht selber lenke. Das urschweizerische Postauto kannte sie also nicht, aber bei meiner Behandlung erwähnte sie, dass es zumeist Golf- oder Unihockeybälle sind, die für Patienten in der Augenklinik sorgen. Unihockey kannt sie nur aufgrund der Verletzten.
Ein sofortiges Obligatorium auf allen Stufen wäre zwar logisch, aber wohl chancenlos. Vielleicht lohnt sich ein Blick in die NHL. Da wurden neue Spieler zu besserer Schutzausrüstung verpflichtet. Während Gretzky, Lemieux und Co. zunächst noch ohne Helm spielten, galt für die besten Junioren schon das Kieferschutzobligatorium. So könnten wir es auch im Unihockey einführen. Die &quot;Alten&quot; dürfen ihre Gesundheit auf Spiel setzen, aber ab Jahrgang 9x gehört die Schutzbrille dazu, auch auf Stufe der Aktiven.</description><pubDate>Tue, 26 Sep 2017 00:44:26 GMT</pubDate></item><item><title>Verkürzt zählt auch</title><link>http://unihockey.ch/blogs/verkrzt-zhlt-auch-19176/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</link><guid>http://unihockey.ch/blogs/verkrzt-zhlt-auch-19176/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</guid><description>Was sind die World Games? Ich bin seit Donnerstag in Polen und weiss es noch immer nicht. Für die Athleten sind sie scheinbar eine coole Sache, der Austausch mit Gleichgesinnten im Athletendorf und an anderen Sportstätten macht Spass, mal bei Lacrosse oder Beach Handball reinzuschauen auch. Und dem Sport Unihockey soll die Präsenz hier als Sprungbrett für die künftige Teilnahme an Olympischen Spielen dienen.
Ob das so ist, weiss ich nicht. Die etwas mehr als 1000 Zuschauer fassende WKK-Halle in Breslau war beim Bronzespiel zwischen Finnland und Tschechien (2:0), das vor wenigen Minuten zu Ende ging, jedenfalls nur knapp halb voll. Wenn die Tschechen nicht 200 Fans mitgebracht hätten, wäre wohl auch bezüglich Stimmung wenig los. In der Unihockeysezene hat der Begriff World Games eben keinen Stellenwert - im Gegensatz zu anderen Sportarten, für die solche Multisportanlässe seit Jahren die grossen Highlights im Kalender sind. Wir sind mit WM-Finalspielen vor über 10'000 Zuschauern oder den Superfinalspielen im April ein anderes Level gewöhnt.
Aus aktuellem Anlass stellt sich vor dem Final zwischen der Schweiz und Schweden noch die Frage: Sind Spiele über 3 x 15 Minuten mit nur zwölf Feldspielern „richtige Spiele&quot;? Oder anders gefragt: Wenn die Schweiz heute zum ersten Mal überhaupt Schweden schlagen sollte - und nach den Leistungen der letzten zwei Tage kann ich mir das wirklich vorstellen - zählt das dann so richtig?
Meine Antwort auf diese Frage: Ja. Es ist ein offizieller Event, auch wenn die Spielzeit etwas weniger lang ist. Skirennen zählen ja auch, wenn bei einer Abfahrt aufgrund des Wetters die Strecke etwas verkürzt wird. Oder Skispringen, wenn nur ein Durchgang in die Wertung kommt. In diesem Sinne: Hopp Schwiiz! Gold an den World Games, das klingt doch gut - und den ersten Sieg gegen Schweden müssen wir ja irgendwann einmal hinter uns bringen. Warum nicht heute.
Auf www.swissunihockey.tv ist man bei unseren Kollegen von swiss unihockey im Livestream ab 14.30 Uhr live dabei.</description><pubDate>Sun, 30 Jul 2017 11:50:24 GMT</pubDate></item><item><title>Der liebe Modus</title><link>http://unihockey.ch/blogs/der-liebe-modus-19063/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</link><guid>http://unihockey.ch/blogs/der-liebe-modus-19063/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</guid><description>Normalerweise wird in Blogs ja etwas kritisiert oder man möchte eine Veränderung irgendwelcher Art anregen. An dieser Stelle möchte ich aber einfach mal sagen: Ich finde den aktuellen Modus und die 12er-Liga der NLA Klasse.
 
Am Spielplan sollte noch geschraubt werden - weniger lange Pausen, auf die mehrere Doppelrunden folgen, sollten machbar sein. Und es wäre wünschenswert, wenn der Kampf um die Playoffplätze noch mehr Teams einbeziehen würde. Aber sonst: Um Welten besser als die frühere Finalrunde der besten sechs Teams. Und wer möchte heute die Playoff-Viertelfinals missen? Zudem ist mit dem Aufstieg von Zug United ein fünfter Kanton in die NLA zurückgekehrt - sechs weitere Kantone lauern in der NLB darauf, in die Phalanx der Berner, Zürcher und Bündner einzubrechen. In einer 12er-Liga ist eben mehr Platz und das ist gut so.
 
Im Fussball wird der Modus gerade diskutiert, da die Zuschauerzahlen seit einigen Jahren rückläufig sind. Aktuell ist das Minus gerade besonders hoch, da Lausanne weniger Volk mobilisierte als der FCZ, der dafür der Challenge League neue Höchstwerte besorgte (fast 3000 Fans im Schnitt). Mit ein Grund für das sinkende Interesse wird aber auch die kleine Liga sein. Basel gegen GC wird eben vom „Klassiker&quot; zum beliebigen Spielchen, wenn es viermal pro Jahr stattfindet. Und der FCB erlebt gerade dasselbe, das auch Wiler-Ersigen kennt - wenn man sich „zu Tode&quot; siegt, finden das die Fans eines Tages nicht mehr so prickelnd. Natürlich empfängt Basel noch immer in jedem einzelnen Heimspiel mehr Zuschauer als jeder A-Ligist im Unihockey während der ganzen Saison. Doch zu den Heimspielen des FCB kamen letzte Saison 2000 Zuschauer weniger als bisher.
 
Um doch noch etwas zu kritisieren oder anzuregen: Einst beschlossen die Präsidenten der NLA der Männer, dass alle Vereine pro Saison mindestens einen „Big-Event&quot; in einer grösseren Halle organisieren sollen. Geschehen ist das leider nur in Ausnahmefällen. Und es wäre ja nicht verboten, schon für die Viertel- oder Halbfinals in eine grössere verfügbare Halle auszuweichen. Ob das nun die neuen TV-Playoffspiele sind oder nicht.</description><pubDate>Thu, 15 Jun 2017 07:31:26 GMT</pubDate></item><item><title>Schweizer Schreck überlebt</title><link>http://unihockey.ch/blogs/den-schweizer-schreck-berlebt-19010/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</link><guid>http://unihockey.ch/blogs/den-schweizer-schreck-berlebt-19010/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=rss</guid><description>Die Fakten sind: Finnland hat drei der letzten vier U19-Weltmeisterschaften gewonnen, bei den Männern waren es drei der letzten fünf Weltmeisterschaften. Beim aktuellen Triumph Anfang Mai in Växjö lag der Erfolg auf Messers Schneide. Drei Tore gegen die Schweiz im Halbfinale im Hintertreffen zu sein und das sechs Minuten vor Spielende - es sah ganz und gar nicht nach dem nächsten Weltmeistertitel aus. Nicht einmal Justus Kainulainen, Joona Rantala oder Heikki Iiskola fanden ein Mittel, um die aufopfernd kämpfende rote Defensive zu knacken. In meinem Kopf habe ich mir schon Kommentare zurechtgelegt, mit Schlagzeilen wie: Finnland scheitert wie vor vier Jahren in Hamburg an der Schweiz im Halbfinal. In der Zeit als Peter Kotilainen, Nico Salo und Krister Savonen nicht gegen eine starke Schweizer Teamleistung ankamen. Unsere Stars waren damals nicht bereit, um zu gewinnen - aber schau was Kotilainen, Salo und Savonen seit der Schlappe damals schon erreicht haben. Gedanken wie diese gingen mir in diesen Minuten durch den Kopf.
Doch dann kam das feine Tor von Joona Rantala nach dem Fehler eines Schweizers zum 4:6 und es waren noch mehrere Minuten zu spielen. Gerade in Juniorenspielen wechselt das Momentum sehr schnell. Alles was sicher zu sein schien, war nun wieder offen, mehr noch als in Spielen der A-Nationalmannschaft. Wiederum versuchte ich mich in die Köpfe der Schweizer Spieler hineinzuversetzen - alle traumatischen Erinnerungen an vergangene bittere Niederlagen gegen Schweden und Finnland kommen in diesen Momenten hervor und nun passiert es erneut. Natürlich konnte ich nicht die Gedanken der Spieler lesen. Die Anzeichen auf dem Feld straften mich aber keine Lügen. Der Ball zog die Spieler in Rot wie ein Magnet an und der bis dahin aufopferungsvolle Kampf verwandelte sich in ein gedankenloses Hin- und Herrennen. Für Finnland wäre es trotzdem beinahe vorbei gewesen - jeder abgefeuerte Ball in Richtung des finnischen Tores hätte der Todesstoss sein können. Doch keinBall schaffte den Weg über die Linie. Finnland bäumte sich auf und siegte in der Verlängerung auf für die Schweiz grausame Art und Weise. Und Justus Kainulainen, Joona Rantala und Heikki Iiskola gingen allen anderen voran, erzielten kaltschnäuzig Tore, als diese am meisten gebraucht wurden.
In Finnland wurde das eigene Team schon vor Turnierbeginn als Titelfavorit gehandelt - was nicht oft in diesem von Schweden dominierten Sport vorkommt. Experten meinten, das Kader sei gar mit noch talentierteren Spielern besetzt als vor zwei Jahren in Helsingborg. Ein Team, das in diesem Jahr sehr nahe an einer Niederlage vorbeigeschrammt ist - aufgrund einer bedingungslos kämpfenden Schweizer Mannschaft. Mit der Goldmedallie um den Hals meinte Trainer Heikki Luukkonen, dass der Sieg gegen die Schweiz der entscheidende Moment auf dem Weg zum Titel war: «Nach solch einem Comeback gegen die Schweiz bestand für Schweden keine Chance mehr uns zu besiegen.»
Wir werden sehen, wer in Zukunft die Titel nach Hause nimmt. Das finnische Unihockey arbeitet jedenfalls hart daran, einer der Titelkandidaten zu sein. Immer mehr Trainer sind hervorragend ausgebildet, 550 potentielle Unihockeystars besuchen ein Sportgymnasium, in dem sie die Möglichkeit erhalten, am Morgen zusätzliche Trainings zu absolvieren - sodass acht bis neun Trainings in der Woche zur Normalität werden.</description><pubDate>Wed, 17 May 2017 17:08:14 GMT</pubDate></item></channel></rss>