05.
03.
2022
NLA Frauen | Autor: Streiter Constantin

Ein erneuter Exploit?

Die Wizards und die Red Ants warfen vor einem Jahr besser klassierte Teams aus dem Titelrennen, nun treffen sie direkt aufeinander. Die Skorps hingegen treten gegen Zug United an, das diese Saison schlechter abschnitt als noch vor einem Jahr. Der zweite Teil unserer Vorschau auf die Playoffs der Frauen.

Ein erneuter Exploit? Simone Wyss möchte gegen die Red Ants ein gelungenes Comeback geben. (Bild: Dieter Meierhans)

 

Skorpion Emmental Zollbrück (2.) - Zug United (7.)

Eine Woche nach der knappen Niederlage im Cupfinal nehmen die Skorps den nächsten Anlauf, nach zwei Finalteilnahmen endlich auch den ersten Titel ins Emmental zu bringen. Zuletzt schlugen sie Zug United deutlich mit 14:1, wobei sie damals im Fernduell um den Qualisieg einen möglichst hohen Sieg brauchten. Die Skorps hinterliessen im Cupfinal einen guten Eindruck und waren mit drei Linien gefährlich - diese Ausgeglichenheit könnte sie in den Playoffs erneut weit bringen. Nicht weniger als 11 Spielerinnen haben in der Qualifikation zwischen 15 und 30 Skorerpunkte gebucht. Wer das Topskorer-Shirt trägt, ist irrelevant. Hinten sichern Helen Bircher und die international erfahrenen Lisa Liechti, Nadja Reinhard und Nikol Pekarkova ab. Durch den Verlust des Leaderthrons winkt im Halbfinal zwar der potenziell schwierigere Gegner, realistischerweise dürfte die Serie gegen Zug allerdings kaum über die volle Distanz gehen.

Auf einen starken Rückhalt im Tor kann sich allerdings auch Zug verlassen. Micheline Müller hat schon mehrmals bewiesen, dass sie Spiele für ihr Team quasi im Alleingang entscheiden kann. Mit nominell vier ausländischen Verteidigerinnen lag die Verantwortung für das Toreschiessen diese Saison hauptsächlich auf den Schultern der neu verpflichteten Schwedinnen Li Jerketsen und Julia Ravelius sowie Piranha-Rückkehrerin Ronja Bichsel. Es war keine einfache Saison für Zug, das im Sommer 2021 einiges an Erfahrung verlor. Somit konnte der Exploit vom Vorjahr (4. Platz) nicht wiederholt werden. Damals wurden die Wizards zum Stolperstein in den Playoffs, diesmal sind die Favoritenrollen klar verteilt - nicht zwingend ein Nachteil für die Zentralschweizerinnen, die ohne Druck aufspielen können.

Direktbegegnungen 2021/22: 6:2 (Cup), 4:2, 14:1
Halbfinal-Chancen: 90% Skorps - 10% Zug

 

Red Ants Winterthur (4.) - Wizards Bern Burgdorf (5.)

Vor einem Jahr hievten sich die Red Ants und die Wizards als 5. und 6. der Qualifikation in die Halbfinals. Vor allem der Sieg der Winterthurerinnen gegen Piranha war die Überraschung der Saison. In der laufenden Spielzeit zeigten sich die Red Ants vor allem defensiv stark - unmittelbar vor und nach der WM gewannen sie nacheinander 4:1, 5:1, 6:1 und 6:0, dazwischen lag einzig eine Niederlage gegen die übermächtigen Jets. Der Abschluss der Qualifikation gelang mit einem 5:3-Sieg in Chur ebenfalls. Die Taktik mit drei ausländischen Verteidigerinnen ging bis hier auf - keine Schweizer Feldspielerin ist älter als 24 Jahre. Captain Nicole Mattle, WM-Teilnehmerin Vivien Kühne und Topskorerin Sindy Rüegger sind die tragenden Elemente im Sturm. Einzig Carola Kuhn plagt sich einmal mehr mit Verletzungen herum und dürfte die Playoffs verpassen.

Auf der Gegenseite stehen die Wizards, die sich in einer ähnlichen Ausgangslage wie vor einem Jahr befinden: Nach einer eigentlich unbefriedigenden Qualifikation besteht die Chance zur Wiedergutmachung. Andrea Wildermuth, Anja Wyss und die erstaunliche Ramona Bieri - sie bestreitet mit nunmehr 26 Jahren ihre erst zweite Saison in der NLA und ist Topskorerin der Zauberinnen - haben zusammen die Hälfte aller Wizards-Tore geschossen. Besonders gespannt darf man auf das Comeback von Simone Wyss sein, die fast zweieinhalb Monate lang ohne echte Wettkampfpraxis blieb. Sie dürfte schon ab der ersten Doppelrunde zumindest zu Teileinsätzen kommen und allein durch ihre Erfahrung ein entscheidender Faktor sein. Wir wagen den Tipp, das die Wizards mit einer genesenen Simone Wyss leicht bessere Karten auf einen Halbfinal-Einzug haben. Auf jeden Fall dürfte diese Serie am längsten dauern - zumindest was die Anzahl Spiele betrifft. Piranha und BEO wurden am Freitag vom Bündner Kantonsarzt gebremst und können noch nicht in die Playoffs starten.

Direktbegegnungen 2021/22: 3:10, 5:3
Halbfinal-Chancen: 45% Red Ants - 55% Wizards

 

 

 


 

NLA Frauen, Viertelfinal 1

Samstag 5. März
Skorpion Emmental Zollbrück - Zug United
17:00 Uhr - Ballsporthalle Oberemmental, Zollbrück

Red Ants Winterthur - Wizards Bern Burgdorf
18:00 Uhr - Oberseen, Winterthur

Kloten-Dietlikon Jets - UHC Laupen
19:00 Uhr - Sporthalle Stighag, Kloten

Abgesagt: Piranha Chur - UH Berner Oberland

 

NLA Frauen, Viertelfinal 2

Sonntag 6. März
UHC Laupen - Kloten-Dietlikon Jets
16:00 Uhr - Sporthalle Elba, Wald ZH

Wizards Bern Burgdorf - Red Ants Winterthur
17:00 Uhr - Neue Schützenmatt, Burgdorf

Zug United - Skorpion Emmental Zollbrück
18:30 Uhr - Kantonsschule, Zug

Abgesagt: UH Berner Oberland - Piranha Chur

 

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Tabellen

1.UHC Thun+9756.000
2.Kloten-Dietlikon Jets+4349.000
3.Floorball Fribourg+2946.000
4.Pfannenstiel Egg+138.000
5.Ticino Unihockey+1235.000
6.UHC Grünenmatt+133.000
7.Unihockey Langenthal Aarwangen-1133.000
8.Ad Astra Obwalden-229.000
9.I. M. Davos-Klosters-4323.000
10.Regazzi Verbano UH Gordola-5619.000
11.UHC Lok Reinach-2418.000
12.Unihockey Limmattal-4717.000
1.Floorball Uri+5946.000
2.Aergera Giffers+836.000
3.Nesslau Sharks+1533.000
4.Chilis Rümlang-Regensdorf+1333.000
5.UH Appenzell+1230.000
6.UH Lejon Zäziwil+323.000
7.Unihockey Basel Regio-2222.000
8.UHC Bremgarten-3820.000
9.Visper Lions-2217.000
10.Red Lions Frauenfeld-2810.000

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