Aktuell
Finnischer Vulkan
Titel liegen schon lange zurück, zuletzt landete Alligator Malans zweimal in den Playouts. Die letzte Saison war mit Trainerwechseln besonders schwierig und mit Dan Hartmann sowie Rasmus Enström traten die nächsten Routiniers zurück. Mit Ausnahme von Mike Jäger (32) und Markus Holenstein (29, derzeit verletzt) sind nur zwei Schweizer im letzten Jahrtausend zur Welt gekommen, viele sind nur knapp über oder sogar noch unter 20. Die Wunschvorstellung bezüglich neuem Trainer lautete also: Er soll mit dem Team gewinnen, die Playoffs wieder erreichen - aber auch viel Ausbildungsarbeit verrichten. Gesucht, gefunden. Jussi Huovinen gewann im Mai 2025 mit der finnischen U19-Auswahl den Weltmeistertitel - er kann also mit einem jungen Team gewinnen. Und im finnischen Verband wirkte er seit Jahren als Ausbildner. Der 43-Jährige bildete nicht nur Coaches direkt aus, sondern auch Coaches, die Coaches coachen. Und, so verrückt es auch klingen mag, sogar Coaches, die Coaches coachen, die Coaches coachen. Alles klar? Es ist ein kurzer Erklärungsansatz dafür, warum so viele finnische Übungsleiter in der Schweiz landen. Das Geld spielt eine Rolle, klar. Aber auch, dass in Finnland viel in die Trainerausbildung investiert wird. „Einige Leute sagen zwar, dass die Trainer an der Spitze wie eine Saunagruppe sind - immer die gleichen Coaches, die sich auf andere Plätze setzen. Aber wir haben eine grosse Sauna. Ab der Stufe U13 sind es einige hundert Trainer, die gut vernetzt sind", sagt der Weltmeistertrainer. Das Motto lautet dabei „Learning by doing". Theoretische Ausbildung ist das eine, die Praxis etwas anderes.
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Leseproben zu dieser Ausgabe
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Junge Nesslauerin auf Überholspur
Schweizer Meisterin mit der U21, U19-WM in Italien, U19-Länderspiele im September und kurzfristiger Wechsel ins UPL-Kader bei den Jets - bei der 17-jährigen Nesslauerin Kimmi O'Grady läuft es rund.
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Langers Tatran-Herz
Mit 24 Jahren hat Filip Langer bereits drei schwedische Meistertitel, einen Champions-Cup-Sieg und eine bemerkenswerte Karriere hinter sich. Aus rein sportlicher Sicht hätte sich die Rückkehr in die Prager Heimat nicht aufgedrängt.
Artikel lesenMit 24 Jahren hat Filip Langer bereits drei schwedische Meistertitel, einen Champions-Cup-Sieg und eine bemerkenswerte Karriere hinter sich. Aus rein sportlicher Sicht hätte sich die Rückkehr in die Prager Heimat nicht aufgedrängt.
Wenn ein Spieler nach fünf Jahren in Schweden zu seinem Stammverein zurückkehrt und Dinge sagt wie „meine Frau und ich haben unsere Familien und Freunde vermisst", könnte man auf einen über 30-Jährigen tippen, der langsam an das Karriereende denkt. Bei Filip Langer ist aber nichts normal und er ist 24 Jahre alt.
Die Entscheidung, Storvreta ein Jahr vor dem Vertragsende zu verlassen und zu seinem Stammverein Tatran Stresovice zu wechseln, begründet er in der Kurzform so: „In Schweden ist das Unihockey besser, in meiner Heimat ist alles andere besser."
Die nächste Etappe
Von einem sich abzeichnenden Karrierenende kann keine Rede sein, auch wenn Filip Langer seit bald zehn Jahren „im Geschäft" ist. „Ich fühle mich überhaupt nicht alt", sagt er. Im Gegenteil. Er will weiterhin gewinnen, sich entwickeln und Titel holen. Nur hat sich seine Vorstellung davon verändert, was eine erfolgreiche Karriere ausmacht. „Unihockey ist eine Reise im Leben. Es geht darum, Erfahrungen zu sammeln." Statt den nächsten Titel mit Storvreta anzupeilen, sah er die Zeit für eine nächste Etappe gekommen.
Drei Meistertitel in Folge, dazu der Sieg im Champions Cup. Im Frühjahr erzielte Langer im SM-Finalen gegen Falun das entscheidende Tor. Trotzdem fehlte ihm nach dem Triple etwas die Motivation. Dazu kamen Veränderungen bei Storvreta, die seiner Meinung nach nicht besonders gut kommuniziert wurden. Vor allem der Abgang von Trainer Mika Kohonen beschäftigte ihn. „Er war der beste Coach, den ich je hatte, wenn es ums Gewinnen geht", sagt er. Kohonen hatte Storvreta einen Fünfjahresplan vorgegeben - fünf Jahre, fünf Titel. Nach vier Meisterschaften war er nach gesundheitlichen Problemen weg. Langer hat die besondere Siegerkultur seines Trainers trotzdem verinnerlicht. „Er legt extrem viel Wert auf Charakter und Mindset, was mir geholfen und gefallen hat."
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Filip Langer zurück bei Tatran. (Bild: Damian Keller)
Erst Heirat, dann Transfer
Entscheidender für die Rückkehr nach Tschechien waren jedoch die Familie und Freunde. Während fünf Jahren in Schweden war Langer jeweils nur rund zwei Monate pro Jahr zu Hause. Jedes Mal begann nach dem (für Storvreta späten) Saisonende ein Rennen, um im Mai und Juni möglichst viele Menschen zu treffen und viel Zeit mit den Liebsten zu verbringen, bevor es wieder zurück in den Norden ging. „Mir war schon vor dem Wechsel nach Schweden bewusst, dass Opfer nötig sind. Aber die Freundschaften werden sehr strapaziert, es ist hart", sagt er.
Im Frühling heiratete Langer seine Partnerin Lucie, mit der er seit sieben Jahren zusammen ist. Die Hochzeit wurde auf den Mai gelegt, als noch nicht klar war, dass er den ganzen Sommer in Prag verbringen würde. Tatran Geschäftsführer Jakub Menhart fragte beim verlorenen Sohn jedes Jahr nach, wie es mit einer Rückkehr nach Prag aussieht. Im Februar gab Langer die Antwort: „Gib mir noch ein Jahr Zeit, dann ist es soweit." Schliesslich hatte er noch ein Jahr Vertrag. Aber am Tag vor seiner Hochzeit, spät am Abend, meldete sich Menhart erneut. Er sass in einem Meeting mit Sponsoren und teilte Langer mit, er würde das nötige Geld für einen Transfer zusammenbringen. Diesmal lautete Langers Antwort: „Lass mich erst einmal heiraten."Eine Woche später stand Langers Entscheid fest, er wollte weg. Tatran brachte die Ablösesumme auf (es wird von etwas über 10'000 Franken gemunkelt), der Transfer ging über die Bühne.
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Inhalt
Kurznews
Es wird gebaut, Gervasonis Gene, Metzgers Rückkehr, Markström auf Abwegen. Dazu wird gut gebrüllt.
Finnischer Vulkan
Jussi Huovinens Regentschaft bei Alligator Malans hätte mit drei Siegen in Folge nicht besser starten können. Aber der Finne will mehr als nur Spiele gewinnen.
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Jussi Huovinen, neuer Übungsleiter in Maienfeld. (Bild: Marco Camenisch)
Fun & Facts
Zahlen, Premieren und Geschichten zum Beginn der Saison 2026/27. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
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Jiri Curney feierte in Tschechien seinen 1000. Skorerpunkt.
Next Generation
Schweizer Meisterin mit der U21, U19-WM in Italien, U19-Länderspiele im September und kurzfristiger Wechsel ins UPL-Kader der Jets - bei der 17-jährigen Nesslauerin Kimmi O'Grady läuft es rund.
Offenes Rennen mit fünf Neuen
In der 1. Liga gibt es im Westen klare Favoriten auf die Aufstiegsspiele, während im Osten die halbe Gruppe auf die Spitzenplätze schielt. Ungleiche Ausgangslagen, zwei Absteiger, drei Aufsteiger, Überraschungen zum Saisonstart - die Liga bietet viel Spektakel.
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Erreicht Tobias Sturzenegger mit den Flames erneut den Final?
Neue Reise
Mit einer Mischung aus Weltmeisterinnen und neuen Kräften trat die Frauen-Nati in Gümligen zu den ersten Länderspielen nach dem Triumph in Ostrava an. Die im Stolz verletzten Schwedinnen dominierten das Turnier deutlich.
Tatran im Herz
Mit 24 Jahren hat Filip Langer bereits drei schwedische Meistertitel, einen Champions-Cup-Sieg und eine bemerkenswerte Karriere hinter sich. Aus rein sportlicher Sicht hätte sich die Rückkehr in die Prager Heimat nicht aufgedrängt.
Im Zickzack
Nach Stationen in vier Ländern innerhalb von fünf Jahren will Joakim Lund länger an einem Ort bleiben. Mit Falun wählte er dafür eine hohe Hausnummer.
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Ex-WASA-Söldner Joakim Lund tingelt durch Europa.
Wind of Change
Für einmal gilt es nicht als Selbstläufer, dass sich Storvreta und Falun sowie Thorengruppen und Pixbo in den Finalspielen gegenüberstehen werden. Die Konkurrenz wetzt die Messer.
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Matteo Steiner bei Nykvarn in der SSL.
Wechselfehler
Die unprofessionelle Kolumne.