08.
2022
Piranha Chur belohnt sich selbst
Im Final des Supercups kann sich Piranha Chur gegen Kloten-Dietlikon behaupten und holt sich den ersten Titel der Saison. Die entscheidende Phase der Partie ereignete sich im Mitteldrittel, als die Bündnerinnen innert zwei Minuten drei Tore erzielten.
22 Sekunden vor Schluss brachte Nina Metzger durch ihren Anschlusstreffer zum 3:4 die Hoffnungen auf Seiten der Jets noch einmal zurück. Doch gerade in der Schlussphase wurde ersichtlich, dass die letztjährigen Schweizer Meisterinnen auf diese Saison hin enorm viel Routine verloren haben. Waren sie in den letzten Jahren stets in der Lage, auf Rückstande zu reagieren, fehlten ihnen in diesem Finale des Supercups schlicht die Mittel. Ganz anders Piranha Chur, das den Vorsprung im Stile eines routinierten Teams herunterspielte.
Die unverhoffte Wende
Zu Beginn agierten beide Teams zielstrebig, aber auch etwas hektisch. Es kam zu vielen Torchancen auf beiden Seiten, wobei einzig Gentiana Behluli (13.) erfolgreich war. Die Neuverpflichtung aus Chur brauchte nach einem eigens generierten Ballgewinn und feinem Doppelpass mit Lea Suter nur noch einzuschieben, während wenig später Chiara Rensch (14.) ihren Abschluss an der Latte abprallen sah und damit den umgehenden Ausgleich verpasste.
Bis zur Spielmitte verlief die Partie für die Jets nach Plan, erst recht nach Leonie Wielands Kontertor (22.) zum 2:0. Die solide Abwehr stellte die Bündnerinnen vor erhebliche Probleme, für die sie lange kein Rezept fanden. Es brauchte schon eine zweite Überzahlgelegenheit und ein vehementes Nachsetzen Chiara Renschs (33.), um zum ersten Torerfolg zu gelangen. Der Treffer leitete sogleich eine unverhoffte Wende ein: während Chur immer mehr Druck erzeugte, wurde Kloten-Dietlikon zusehends passiver. Da half auch das Time-Out von Jets-Trainer Thomas Appenzeller nichts. Ganz im Gegenteil: Statt die Spielkontrolle zurückzuerlangen, kehrten die Piranhas mit zwei Tore von Nicole Capatt und Corin Rüttimann kurzerhand die Partie. Das junge Duo mit Rahel Wyss und Dina Koch war mit einem toll gespielten Gegenangriff für den letzten Treffer der Piranhas zuständig. Ihnen gelang damit die Revanche für den verlorenen Superfinal vor vier Monaten.
Supercup-Final Frauen
Kloten-Dietlikon Jets - Piranha Chur 3:4 (1:0; 1:3; 1:1)
AXA Arena, Winterthur. 692 Zuschauer. SR: Hasselberg/Friemel.
Tore: 13. Behluli (Suter) 1:0, 22. Wieland (Olsson) 2:0, 33. (32:09) C. Rensch (Repkova/Ausschluss Wieland) 2:1, 34. (33:28) Capatt 2:2, 35. (34:10) Rüttimann (L. Rensch) 2:3, 47. Wyss (Koch) 2:4, 60. (59:38) Metzger (Jets ohne Goalie) 3:4.
Strafen: 2x2 Minuten gegen Kloten-Dietlikon.
Kloten-Dietlikon: Werz; Larsson, Überschlag; Bertini, Rüegger; Geiser, Zwissler; Piispa, Ediz, Metzger; Olsson, Kopecka, Wieland; Suter, Niederberger, Behluli: Wick.
Piranha Chur: Münger; Klaptiova, L. Rensch; Jakob, Berger; Joos, Gansner; Repkova, Rüttimann, Trojankova; Koch, Wyss, Schneller; C. Rensch, Koch, Capatt.
Bemerkungen: 7. Tor von Metzger wegen Betreten des Schutzraumes annulliert. 14. Lattenschuss C. Rensch. 33. Time-Out Jets. Kloten-Dietlikon ab 57. Minute mehrheitlich ohne Goalie.