08.
2022
"Plötzlich fielen die Bälle rein"
Luana Rensch erhält bei Piranha Chur immer mehr Verantwortung und agierte am Supercup in der Churer Top-Formation sowie im Powerplay. Auf den ersten Titelgewinn der Saison will sich die 22-jährige Verteidigerin, die am Wochenende ihr Nati-Debüt geben wird, nicht zu viel einbilden, attestiert ihrem Team aber grosses Potential.
Der erste Titel kam schneller, als ihr euch dies ausgemalt habt, oder?
So kann man das nicht sagen. Wir haben uns gut auf das Turnier vorbereitet und wussten, dass wir eine Chance haben, es zu gewinnen, wenn viel zusammenpasst.
In der ersten Spielhälfte schien es so, als würde es wie im letzten Superfinal laufen: Chur rennt an und die Jets machen die Tore. Ihr brauchtet lange, um eine Lösung für einen Torerfolg zu finden.
Wir machten uns das Leben am Anfang selber schwer, indem wir immer die schwierigen Pässe suchten, statt einfach zu spielen. Wir schauten lieber zu, statt aktiv die Mitspielerin zu unterstützen. Zum Glück konnten wir uns fangen und spielten einfacher, dann fielen die Bälle plötzlich rein.
Und dies in der Phase kurz nach Spielmitte gleich reihenweise.
Unser erster Treffer mussten wir uns sehr hart erkämpfen. Als es dann so weit war, gab uns dies einen enormen Aufwind. Dass wir Druck aufbauen konnten, gab uns immer mehr Selbstvertrauen, weshalb wir uns auch durch ihr Time-Out nicht beirren liessen. Wir wussten, dass wir es jetzt einfach durchziehen müssen.
War die krasse Niederlage vom Superfinal eigentlich noch in den Hinterköpfen? Schwörte man sich vor dem Verlassen der Kabine Revanche?
Nicht gross, vielleicht war es bei der einen oder anderen Spielerin schon noch präsent. Aber jetzt haben wir eine neue Saison mit neuen Zielen und wollten in diesem Final einfach eine gute kämpferische Leistung als Team zeigen. Dadurch haben wir automatisch bewiesen, dass wir es besser können als im letzten Frühling.
Was denkst du denn, ist in dieser Saison für Piranha Chur möglich?
In erster Linie bin ich begeistert von unserem Zusammenhalt im Team. Wir haben viele Spielerinnen mit grossem Potential in unseren Reihen. Es gab bei uns, aber auch bei den anderen Teams, Veränderungen. Bei uns hat es bis jetzt schon gut zusammengepasst. Wenn wir immer so eine Arbeitseinstellung wie heute an den Tag legen, bin ich überzeugt, dass wir in dieser Saison oben mitspielen werden.
Nach einer Auszeit in der Saison 2020/2021 hast du den Tritt in der letzten Spielzeit schnell wieder gefunden. Nun spielst du in der ersten Formation mit den Leistungsträgern und hast kürzlich dein erstes Aufgebot für die Nati bekommen. Wohin soll deine Entwicklung weitergehen?
Es macht natürlich Spass, in der gleichen Linie wie Nationalspielerin Corin Rüttimann und den Ausländerinnen agieren zu dürfen. Ich kann so aktiver am Spielgeschehen teilnehmen, habe mehr Verantwortung und stehe auch in den brenzligen Situationen auf dem Feld. Ich schaue nicht zu weit, für diese Saison habe ich mir vorerst vorgenommen, mich noch mehr am Offensivspiel zu beteiligen und die Zweikämpfe härter zu führen.