05.
2002
Die Lösung: Fusion
Mit dem Abstieg von
der NLB in die 1. Liga musste das Damenteam des UHC Lok Reinach eine bittere
Pille schlucken. Ihr Trainer Hans Fischer kündigte bereits mitte
letzter Saison seinen Rücktritt an und als Folge des schlechten Resultats
wanderten ende Saison viele Spielerinnen in andere Vereine ab. Das NLB-Team
hatte seit längerem mit personellen Engpässen zu kämpfen.
So lag nach dem Abstieg einen Fusion mit den Damen, die letzte Saison
in der 1. Liga Kleinfeld spielten, auf der Hand.
Doch nicht nur die Damen des letztjährigen 1. Liga-Teams wagen den
Schritt aufs Grossfeld. Mit ihnen nimmt auch ihr Trainer Christof Jegen
die neue Herausforderung an. "Jegen ist ideal für diese Aufgabe",
ist sich der Teammanager Ruedi Geiser sicher. "Er hat seine Kommunikationsfähigkeit
bereits bewiesen und kann die Leute für sich gewinnen." Doch
auch diese Trainerwahl hat ihre kleinen Schattenseiten: Jegen hat bis
jetzt nur als Spieler Erfahrungen auf dem Grossfeld sammeln können.
Das Problem des Spielerinnenmangels glaubt man nun im Griff zu haben.
Vor allem auch, da das Trainerteam zusätzlich eine engere Zusammenarbeit
mit den Juniorinnen anstrebt.
![]() v.l.n.r.: Christof Jegen, Rani Steiner, Ruedi Geiser |
Kulturelle Unterschiede
Das grösste Problem der Zusammenlegung der beiden Teams sieht Jegen
in den zwei ganz unterschiedlichen Kulturen, die aufeinandertreffen. Und
an diesem Punkt wird der 24-Jährige seine nachgesagte Kommunikationsfähigkeit
wohl auch einsetzen müssen. Wenn dies denn überhaupt nötig
ist, denn: "80 Prozent der jetzt bestehenden Vorurteile werden sich
von selbst ergeben." Davon ist er überzeugt.
Neben den psychologischen Schwierigkeiten, die auftreten könnten,
liegen auch noch sportliche Stolpersteine auf dem Weg des neuen Teams.
Einige Spielerinnen haben bis jetzt nur Kleinfeld gespielt und haben keinerlei
Erfahrung auf dem Grossfeld. Diesen Sportlerinnen fehle aber eher das
taktische Verständnis und weniger das spielerische Können, relativiert
Jegen.
Hoch gesteckte Saisonziele
Auch mit der Wahl der Assistenztrainerin zeigen sich der Teammanager Geiser
wie auch Jegen zufrieden. Rani Steiner zeigte bereits während der
letzten Saison als Goalie-Trainerin ihr Können. Dass Steiner eine
Spielerin des abgestiegenen NLB-Teams ist, sei psychologisch gesehen eine
glückliche Fügung, glaubt Jegen.
Allen spielerischen und psychologischen Schwierigkeiten zum Trotz, das
Trainerteam hat eine sehr optimistische Vorstellung, wo der Name Lok Reinach
ende Saison in der Tabelle stehen sollte: Neben der Zahl 1, 2 oder 3.