04.
2022
Neues Ausländer-Reglement
Die Beschränkung auf drei Ausländer ist Geschichte. Jetzt dreht der Wind in die andere Richtung - um das sportliche Niveau zu erhöhen, werden neu mindestens fünf Söldner pro NLA-Team Pflicht.
Das sogenanne Ausländer-Agreement, das nie eines war, da sich Vereine wie Zug United oder die Floorball Riders diesem von Anfang an verweigerten, wird per sofort und offiziell für beendet erklärt. „Das Ziel, durch weniger Söldner mehr Platz für Schweizer Nachwuchspielerinnen und -spieler in den höchsten Ligen zu schaffen, hat nicht die gewünschten Erfolge gezeigt", heisst es hinter vorgehaltener Hand vom Verbandssitz in Bern. In der Tat kommen die U19-Nationalteams nicht vom Fleck und blieben zuletzt fünfmal in Folge an Weltmeisterschaften ohne Medaillengewinn.
Genugtuung in Zug
Neu heisst die Losung: Niveausteigerung in den höchsten Ligen um jeden Preis, damit die Nachwuchsinternationalen um ihren Kaderplatz kämpfen müssen und jede Woche von hochklassigen Spielen profitieren können. Daher müssen gemäss einem neuen Reglement schon ab nächster Saison alle NLA-Vereine mindestens fünf Spielerinnen oder Spieler unter Vertrag nehmen, die aus einer europäischen Topliga stammen. Topliga heisst: Schweden, Finnland, Tschechien, Lettland und Norwegen (Top 3 Vereine), Deutschland (Weissenfels) oder Slowakei („Lex Dudovic", wird auf Antrag hin geprüft).
„Es ist uns bewusst, dass dies einige Vereine unter Zugzwang setzt. Aber wir sind davon überzeugt, damit im Sinne des Sports zu handeln", heisst es beim Verband. Bei Vereinen wie Zug oder den Skorps, die schon heute über die benötigte Anzahl verfügen, löst der Entscheid Genugtuung aus. „Wir sahen uns von Anfang an auf dem richtigen Weg", wird in Zug frohlockt. Jubelstürme soll es auch bei Basel Regio und Floorball Thurgau gegeben haben. „Fünf Ausländer sind locker zu stemmen, wir haben noch diverse Finnen in der Pipeline, die wir jederzeit holen können", heisst es bei den mutmasslichen NLA-Neulingen der kommenden Saison.
Sportboden als Notausgang
Katzenjammer derweil bei Vereinen wie den Tigers. „Wir haben bereits sieben U21-Spielern einen NLA-Vertrag gegeben. Wir wissen derzeit nicht, ob wir in der NLB und der 1. Liga genug Söldner abgrasen können, um die Vorgaben zu erfüllen", heisst es aus dem Emmental. Vielleicht kommt da die Ausnahmeregelung wie gerufen. Gerüchteweise sollen Vereine, die ab nächster Saison die Heimspiele auf einem verlegten Sportboden austragen, von der Söldnerpflicht entbunden werden. Was nur als „Lex GC" angedacht war (die Zürcher müssten ihren Boden aber auch tatsächlich verwenden), könnte auch anderen Klubs in die Karten spielen.
In eigener Sache: unihockey.ch war über den Entscheid natürlich vorinformiert und hat beschlossen, künftig auch als Spielervermittler aufzutreten. Wer dringed neue Ausländer für die kommende Saison sucht, kann uns das gewünschte Profil (Alter, Typ, Position) per Mail mitteilen. Wir erstellen umgehend Offerten.
- Das Ausländer-Agreement fällt weg. Der richtige Weg?
-
69%Endlich! Ich will die besten Spieler sehen, der Pass ist mir egal
-
31%So ein Chabis. So nimmt man Schweizern den Platz weg!