04.
2022
"Vor einem Jahr war es ratloser"
Andrin Hollenstein hat mit dem SV Wiler-Ersigen zum vierten Mal einen Superfinal bestritten und musste die Arena bereits zum dritten Mal als Verlierer verlassen. Den Grund für die Niederlage sieht der Verteidiger, natürlich, in der mangelnden Chancenauswertung. Trotzdem hofft der Ostschweizer, dass diese Erfahrung sein junges Team weiterbringen wird.
Was soll man aus Wiler-Sicht nach so einer Partie sagen? Einfach ein Tor zu wenig erzielt und eines zu viel bekommen?
Andrin Hollenstein: Am Gameplan hat es definitiv nicht gelegen, sonst hätten wir nicht nur zwei Tore kassiert. Aber ihr Gameplan war dementsprechend auch nicht so schlecht. Es waren kleine technische Sachen, die wir heute nicht auf die Piste brachten. Und natürlich war unsere Chancenauswertung zu wenig gut.
Findest du dafür irgendeine Erklärung, dass es diesbezüglich im Final nicht mehr so geklappt hat, wie beispielsweise im Halbfinal gegen Köniz?
(atmet durch) Das ist enorm schwierig zu sagen. Die Abschlussqualität war zu schwach und die Transitions spielten wir zu wenig konsequent. Vielleicht lag es beim einen oder anderen an Konzentrationsmangel, Nervosität oder fehlender Erfahrung - ich weiss es nicht. Manchmal geht es einfach nicht auf, vor allem wenn es sich um ein einzelnes Spiel handelt.
Der Spielverlauf erinnerte stark an den letztjährigen Superfinal gegen Köniz.
Rein vom Resultat her ja. Aber vor einem Jahr agierten wir zuweilen fast ratlos. Diesmal waren wir viel besser im Spiel und kreierten grosse Chancen - nicht nur im letzten Drittel sondern schon vorher.
Die Endspiel-Niederlage mag auch im Nachgang bitter sein. Trotzdem: Wiler-Ersigen hat über die ganze Saison gesehen, eine gute Falle abgegeben. Allen voran in den Playoffs, in denen zuerst das aufkommende Winterthur und danach Titelverteidiger Köniz ausgeschaltet wurden.
Wir haben wirklich gute Playoffs gezeigt. Zweimal 4:1 gegen Köniz und Winterthur sprechen eine deutliche Sprache. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir ein sehr junges Team haben. Aber wenn die Saison dann nach so einem Spiel endet, ist es verdammt bitter.
Gerade für die jüngeren Spieler könnte sich diese Finalniederlage irgendeinmal noch als wertvoll erweisen. Du hast diese ja auch machen müssen.
Unbedingt. Ich hoffe, das ganze Team wird etwas aus diesem Spiel mitnehmen für die nächste Saison. Es ist schon bemerkenswert: in der ersten Linie spielt ein Yannis Wyss mit Jahrgang 2001. Dann haben wir einen Tambini, der noch jünger ist. Und unsere ganze dritte Linie ist nicht älter als 23 Jahre alt, mit Matyas Krebner hatten wir dazu noch einen jungen Ausländer. Ich bin sicher, dass sich all diese Spieler weiterentwickeln werden und wir wieder angreifen können.