Ausgabe 230, Dezember 2025 - Saison 2025/2026
Offenes WM-Rennen
Vor 20 Jahren schlug die Schweizer Frauen-Nati bei Länderspielen in Oslo Schweden zum ersten Mal und feierte vier Monate später in Singapur den Weltmeistertitel - bis heute das einzige Gold eines Schweizer A-Nationalteams. 7552 Tage später gelang im Oktober an der Euro Floorball Tour (EFT) in Chur der zweite Sieg. Dieser Erfolg weckt bezüglich der anstehenden WM in Tschechien grosse Hoffnungen. Was sicher ist: Nach der „Umbruch-WM" von 2023 in Singapur wird diesmal vieles anders. Die Hallen in Brünn und Ostrava werden voll und laut sein. Das Schweizer Team ist schneller, variabler und trotz sieben WM-Debütantinnen routinierter geworden. Der übliche Final zwischen Schweden und Finnland könnte erneut stattfinden, nach den letzten Entwicklungen brennen aber die Schweiz und Gastgeber Tschechien darauf, das finale Rendez-Vouz der Nordländerinnen platzen zu lassen.
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Leseproben zu dieser Ausgabe
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Gelb-Rotes Puzzle
Der HC Rychenberg kam schlecht aus den Startlöchern und wechselte bereits den Cheftrainer. Philippe Soutter soll den Cupsieger der letzten Saison stabilisieren.
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Feigenwinters Playoff-Frühling?
Ende Saison muss ein Team definitiv aus der UPL der Männer absteigen. Geht es nach Torhüter Claude Feigenwinter und Trainer Ilkka Kittilä, wird das auf keinen Fall Basel Regio sein.
Artikel lesenEnde Saison muss ein Team definitiv absteigen. Geht es nach Torhüter Claude Feigenwinter und Trainer Ilkka Kittilä, wird das auf keinen Fall Basel Regio sein.
Angriff, Flucht oder Totstellen - diese drei Varianten stehen zur Verfügung, wenn Gefahr droht. Der auf diese Saison neu eingeführte direkte Abstieg eines Teams aus der UPL bedroht zumindest die sportliche Existenz einiger Vereine in der höchsten Liga. Basel Regio, das seit dem Aufstieg im Frühling 2022 die Playoffs noch nie erreichte und stets im Playout landete, gehört zweifellos zu diesem Kreis.
Am Rheinknie entschied man sich für den Angriff, um die Bedrohung abzuwehren. Vor allem die letzte Saison schlechteste Abwehr der Liga wurde mit den Zuzügen der Finnen Jonne Junkkarinen und Lauri Palvaila verstärkt. Das freut nicht zuletzt Schlussmann Claude Feigenwinter, der über jede Unterstützung froh ist. Der studierte Biologoe kann die Gegner nicht im Alleingang auf Granit beissen lassen - er braucht dafür versierte Vorderleute.
Nicht nach vorne schauen
Statistisch gesehen kassierten die Basler in den ersten neun Partien der Saison tatsächlich fast ein Tor weniger als in der Vorsaison, dazu erzielten sie auch ein halbes Tor mehr. Schon jetzt ist fast das Punktetotal der Saison 2024/25 erreicht. Noch reicht das aber nicht für einen Platz über dem Strich, der gleichbedeutend mit dem Ligaerhalt wäre.
Nach einem fantastischen Start mit einem Heimsieg gegen Alligator Malans und vor allem dem sensationallen Auswärtssieg bei Meisterkandidat Floorball Köniz Bern kam etwas Sand ins Getriebe. Zuerst war es noch das Pech, dass bereits zweimal der souveräne Leader Wiler-Ersigen auf dem Spielplan stand - aber nach dem knappen 7:6 nach Verlängerung gegen Chur Unihockey setzte es gegen Uster und vor allem GC (nach einer 3:0-Führung) Niederlagen ab, die in der Endabrechnung noch schmerzen könnten.
Trainer Ilkka Kittilä will aber noch gar nicht so weit nach vorne schauen. „Letztes Jahr setzten wir uns die Playoffs als Ziel und kamen nach ersten Niederlagen in den Stress, etwas aufholen zu müssen. Wir müssen uns auf jedes einzelne Training und den nächsten Gegner fokussieren, immer im Moment bleiben", fordert der Finne, der nebenbei weiterhin als Nationaltrainer Deutschlands amtet. Dass er in einem Jahr ohne Männer-WM nicht zwei bis drei Wochen abwesend ist, kann nur helfen.
Aufstieg zur Nummer 1
Während Kittilä nach fünf Jahren bei Weissenfels aus Ostdeutschland in die Schweiz kam, war Claude Feigenwinters Weg bedeutend kürzer. Er stammt aus dem Dorf Känerkinden im Kanton Baselland, wo ihm nichts anderes übrig blieb, als mit Unihockey zu beginnen. Seine Cousins hatten einst den FBC Känerkinden 03 gegründet, seine beiden ältere Brüder spielten schon Unihockey und viele Alternativen bot das Dorf nicht an. Ein Bruder ist heute noch im Verein aktiv, der andere schnürt seine Schuhe für Sissach in der 1. Liga Kleinfeld.
„Zu Beginn war ich auch Feldspieler und habe bis heute gerne einen Stock in der Hand, merkte dann aber, dass meine Position zwischen den Pfosten ist", blickt Feigenwinter auf seine Anfänge zurück. Nach einem Aufgebot für die U15-Regionalauwahl wurde er von Basel Regio für ein Training aufgeboten und blieb gleich dort, um alle Juniorenstufen zu durchlaufen.
Er hatte zunächst das Glück, dass der Verein nach dem Abgang Tim Kramers zu Wiler-Ersigen keinen neuen Torhüter verpflichtete, sondern Feigenwinter als junger Nummer 2 eine Chance gab. Als Simo Ruuskanen Cheftrainer wurde, der schon in der U21 sein Coach war, mehrten sich seine Einsätze im Fanionteam, wobei er sich den Job mit Christian Coray teilte. Seit dessen Rücktritt ist Feigenwinter die Nummer 1 bei Basel Regio. „Wobei es ihm gut tut, mit dem 20-jährigen Andrin Jäggi eine ambitionierte Nummer 2 hinter sich zu haben", wie es Kittilä formuliert.
Nicht an Gespenster glauben
Claude Feigenwinter glänzt mit starken Reflexen und gilt als spektakulärer Goalie. „Spektakel fällt auf, ist aber nicht immer die beste Lösung. Mein Ziel ist es, für jede Situation das richtige Mittel zu finden", sagt er der 25-Jährige selber auf seinen Stil angesprochen. Für Kittilä zählt er zu den besten Schlussleuten der Liga, wobei zahlreiche Paraden bei einem Team der hintersten Tabellenregion oft genug nicht mit Punkten belohnt werden.
„Der Stil eines Goalies hat mit den körperlichen Voraussetzungen zu tun. Ich bin nicht so gross wie etwa Nati-Goalie Lukas Genhart, daher muss ich schnell und explosiv sein", sagt Feigenwinter. Für alle Schlussleute sind aber letztlich die gleichen Aspekte wichtig. „Das Spiel lesen und den gerade gefährlichsten Gegenspieler ausmachen zu können, ist entscheidend. Dazu kommt die Absprache mit den Vorderleuten - es hilft enorm, wenn ich weiss, was die Verteidiger in gewissen Situationen machen", sagt Feigenwinter schmunzelnd und sieht diesbezüglich Verbesserungen gegenüber der letzten Saison.
Wie der Headcoach hält auch er nichts davon, sich jetzt schon viele Gedanken bezüglich des nächsten Frühlings zu machen. Er will sein Team in die Playoffs hexen, klar. Aber die Playoffs können auch durch einen Punkt verpasst werden und schon geistert das Abstiegsgespenst in der Kabine herum. „Wir kennen unsere Position und die Ausgangslage. Jetzt schon Angst zu haben, bringt nur Verunsicherung mit sich - letzte Saison gerieten wir so in eine Abwärtsspirale, das müssen wir diesmal vermeiden", sagt Feigenwinter.
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Inhalt
Kurznews
Geplante und ungeplante Rückkehrer, Hedlund wechselt das Lager, Knall bei den Riders. Dazu wird gut gebrüllt.
Offfenes WM-Rennen
Schnell, flexibel, leidensbereit. Die Schweizer Frauen-Nati will an der grössten Frauen-Weltmeisterschaft der Geschichte in die Medaillenränge zurück.
Knie der Nation
Schweiss und Tränen haben sich gelohnt - Leonie Wieland reist sieben Monate nach ihrem Kreuzbandriss an die Weltmeisterschaft.
Tops und Flops
Die Frauen haben die Hälfte der Qualifikation hinter sich, die Männer sind bald so weit. Zeit für einen ersten Abgleich zwischen Erwartungen und Realität.
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Dana Misteli trägt mit ihren Toren zum Höhenflug der Wizards bei. (Bild: Dieter Meierhans)
Feigenwinters Playoff-Frühling?
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Spannendes Doppelmandat
Marc Werner bestreitet seine achte Saison als Trainer des UHC Pfannenstiel und ist seit Anfang Oktober U17-Nationaltrainer der Männer. In der Karriere des 37-Jährigen verlief nicht alles nach dem Muster 0815.
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Marc Werner bei Pfanni an der Bande.
Pingpong
unihockey.ch nimmt es mit Ilse Stoffers (Wizards) und Antoine Ciurea (Fribourg) kurz persönlich.
Goldene Schildkröte
Das Ehrenamt ist das Rückgrat des Unihockeysports.
Kleinfeld
Die traditionellen Stärkeverhältnisse in der 1. Liga geraten ins Wanken.
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Umzingelter Gossau-Routinier Thomas Hürlimann. (Bild: Dieter Meierhans)
Schweden als Weg
Erster Einsatz für Pixbo im Cup, erstes U19-Länderspiel, Debüt in der SSL - die 17-jährige Thurgauerin Rebecca Oertle eilte in den letzten Monaten von Premiere zu Premiere.
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Rebecca Oertle wohnt in Schweden in einem Gartenhäuschen.
Zweifel beim Weltmeister
Alle erwarten von Schweden den zehnten WM-Titel in Serie, das Ziel ist sonnenklar. Trainerin Linn Lundström gibt zu - sie spürt den Druck.
Kolumne
Nostradamus kennt Unihockey.