18.
04.
2017
Meisterschaft | Autor: Keller Martin

Cazis und Oekingen sind KF-Schweizermeister

Im dritten Anlauf hat es nun geklappt. Nach zwei Vizemeistertitel in den Jahren 2014 und 2016 sind die Bündner nun auf dem Kleinfeldgipfel angekommen. Bei den Frauen setzt sich der UHC Oekingen ebenfalls im dritten Spiel und erst nach Verlängerung mit 7:6 gegen die Titelverteidigerinnen Red Devils March-Höfe Altendorf durch.

Cazis und Oekingen sind KF-Schweizermeister Blau-Gelb Cazis bezwingt im Final Wiler-Ersigen II. (Bild: Martin Keller)

Nachdem die Bündner im ersten Spiel vorgelegt hatten, glichen die Berner vom SV Wiler Ersigen am Ostersamstag die Serie aus, und so kam es am Ostermontag in Maienfeld zur alles entscheidenden Belle. Nach dem souveränen Comeback - insbesondere das mit 7:1 gewonnene Mitteldrittel - der Berner am Samstag gab es nicht wenige Experten, welche die Vorteile beim SVWE sahen, umso mehr als dieser wieder Superstar Mendelin in seinen Reihen hatte.

Es entwickelte sich sofort ein höchst intensiver Kampf, der nicht zuletzt von der Spannung geprägt war. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen, Cazis lag immer wieder mit einem Tor im Rückstand und als dann nach grossem Aufwand der Ausgleich geschafft war, antworteten die Grünen innert Sekundenfrist mit der erneuten Führung. Und als Cazis drei Minuten vor Ende meinte, den Spiess gedreht zu haben und gar mit zwei Toren vorne lag, benötigte Wiler keine Zeigerumdrehung, um wieder Gleichstand zu erzielen.

Ein Spielverlauf, der eigentlich alle Trümpfe in die Hände der Berner spielte, aber es kam anders (nein, diesmal nicht Uhlin, der hatte im letzten Drittel nicht mehr so viel Luft...), denn drei Sekunden (!) vor Ende der regulären Spielzeit sank Captain Capatt, in unmittelbarer Nähe von Zurflüh stehend, wie vom Blitz getroffen in die Knie und provozierte den alles entscheidenden Zweiminüter gegen Zurflüh. Allerdings hatte die Aktion eine Vorgeschichte. Im zweiten Drittel hatte Capatt mit dem 4:5 den Anschlusstreffer soeben für seine Farben markiert, als dieses Mal Zurflüh vom Blitz getroffen wurde... 2 + 10 Minuten für den Bündner Captain war das strenge Verdikt von Schiedsrichter Lussi. Da blieb genügend Zeit, um sich Gedanken zu machen und auch das Publikum war überzeugt, dass da noch etwas kommen würde.

Nun, in der Overtime waren natürlich alle Trümpfe plötzlich in den Händen der Bündner, welche dann mit einem gekonnten Tikitaka-Powerplay durch den besten Mann auf dem Platz, den alles überragenden Joe Hartmann, das Goldene Tor erzwangen.

Der Meistertitel der Bündner war am Ende sicher verdient. Sie wollten offensichtlich den Sieg mehr als die Berner, denen im letzten Drittel mehr und mehr die Luft ausging - Mendelin sei hier explizit ausgenommen. Die Steinböcke andrerseits kämpften wie die Löwen um jeden Zentimeter und sammelten fleissig blaue Flecken, indem sie noch und noch Abschlüsse der Grünen blockten. Auch über die ganze Saison betrachtet waren die Cazner das konstanteste Team. Dass sowohl im Halbfinal gegen Kappelen als auch im Final gegen Wiler Ersigen II ein Golden Goal in der Belle zugunsten der Bündner den Ausschlag gab, mag vielleicht glücklich sein. Aber den Erfolg nur auf das Glück reduzieren zu wollen, würde eindeutig zu kurz greifen. Wir gratulieren den Bündner herzlich zum wohlverdienten Meistertitel.

Dem «Zwöi» von Wiler-Ersigen um Vereinspräsident Luginbühl ist es nicht gelungen, das angestrebte einmalige Double - KF- und GF-Meister im selben Jahr - zu erringen. Die im Vorfeld vieldiskutierte Personalie Patrick Mendelin spielte gut und fair und wäre zweifellos eine Bereicherung für das Kleinfeld, aber Cazis gelang es, die Kreise der Nummer 50 wirkungsvoll zu stören. Immerhin hat Mendelin die Gelegenheit, im Grossfeld-Superfinal den verpassten Titel nachzuholen.

Oekingen schafft das Double

Bei den Frauen stand die Reprise des letztjährigen Playoff-Finals auf dem Programm. Der amtierende Cupsieger Oekingen forderte den Titelverteidiger aus Altendorf zur Revanche. Immer wieder standen sich diese beiden Teams in der Vergangenheit gegenüber, zuletzt im diesjährigen Cup-Viertelfinal, in dem sich Oekingen mit 12:8 durchsetzen konnte.

Äusserst umkämpft waren dann auch die ersten beiden Partien der Rivalinnen. Spiel 1 entschied Altendorf knapp, aber durchaus verdient mit 6:5 für sich. Den letztjährigen 2:0-Finalsieg konnten die Red-Devils aber nicht wiederholen, weil sich die Solothurnerinnen zu Hause stark verbessert zeigten und die Serie zum 1:1 ausglichen. Oekingen war in den entscheidenden Momenten treffsicherer und agierte über die gesamte Serie gesehen abgeklärter, was nicht zuletzt am (laut-)starken Coaching des Trainergespanns lag. So behielten die Oekingerinnen dann auch in der Verlängerung des dritten Spiels den kühleren Kopf und konnten nach knapp drei Minuten den insgesamt dritten Meistertitel der Vereinsgeschichte bejubeln. //swissunihockey, Cedric Heer.

 

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