02.
05.
2023
Meisterschaft | Autor: UVSGA

Girls Trophy übertrifft alle Erwartungen

Die Berner Kantonalauswahl gewinnt die erste Juniorinnen-U13-Trophy in Jona SG. In der Kategorie U15 setzt sich die Zentralschweiz gegen Titelverteidiger Bern durch. Die erste Girls Trophy mit über 1200 Fans und einer Weltneuheit in Form der "Fairness- und Friendshipkarte" war ein voller Erfolg. Die Juniorinnen übertrafen teilweise sogar das Interesse am diesjährigen Superfinal der Frauen.

Girls Trophy übertrifft alle Erwartungen Die U15-Juniorinnen der Zentralschweiz holten sich den Titel. (Bild: Michael Peter)

Musik füllt den dunklen Raum der grossen Unihockeyhalle, Rauch steigt auf, Lichtstrahlen werden darin zu hellen Säulen. Dann treten die Stars hindurch in die Halle, die Bässe dröhnen und das Publikum klatscht im Rhythmus. Die beiden Teams umschultern sich während der Nationalhymne. Es ist weder eine Weltmeisterschaft noch der Supercup oder das Superfinale. Die Stars sind zwischen 9 und 14 Jahren und sie treten in der Grünfeldhalle in Jona an. Im Finale der U13 Girls Trophy 2023 spielt die Berner Auswahl gegen St.Gallen-Glarus-Appenzell. Tags darauf in der U15 Bern gegen die Zentralschweiz.

U13-Meisterteam zum Glück gezwungen
Im Januar hatte Bern noch kein Team für die U13 Girls Trophy 2023 gemeldet. Auf Grund einer Fehlannahme wurde dennoch ein Team Bern im provisorischen Tableau aufgenommen und kommuniziert. Danach war unklar, ob der Kantonalberner Unihockeyverband überhaupt ein Team stellen kann. Thurgau, Zentralschweiz, Zürich und St.Gallen-Glarus-Appenzell waren die weiteren eingetragenen Verbände. Fast sah es so aus, als ob der Westen kein Team stellen wird, was eine regelrechte Schmach für die stolzen Bernerinnen gewesen wäre - denn sie haben in verschiedenen Trophy-Wettbewerben jeweils den Anspruch auf Titel.

So auch im U13-Final gegen die aufstrebende Ostschweizer-Auswahl, welche aus Spielerinnen rund um den Säntis gebildet wurde. Die Bernerinnen drücken dem Spiel den Stempel auf und gehen zügig mit zwei Toren in Führung. Beherzt und voller Leidenschaft kämpfen die in türkis spielenden Ostschweizerinnen munter weiter. Angefeuert von frenetischen Fans scheint der intensive Turniertag kaum Auswirkungen auf die Leistung zu haben - und schon überhaupt nicht auf den Willen. Dann explodiert die Stimmung plötzlich, als der Ball über die Berner Torlinie fliegt. Lena Wagner macht den Anschluss klar. An der Seitenlinie springen die Spielerinnen des heimischen U15-Teams auf und feiern den Treffer lautstark. Dennoch reicht es fürs Heimteam nicht. Das Spiel endet mit einem 5:1-Sieg für die Bernerinnen, welche den ersten Schweizermeistertitel der Girls Trophy U13 gewinnen.

Zentralschweiz auf dem Thron
Im Finalspiel der U15 Girls Trophy ging Bern ebenfalls als Favorit ins Spiel. Denn sie gewannen bereits die Austragung der ersten Girls Trophy im Jahr 2022. Im Spiel zeigt sich jedoch, weshalb die Zentralschweiz zu den ambitioniertesten Regionen im Frauennachwuchs gehört. Die Qualität im Spiel, die Stimmung im Team und der Einsatz auf dem Feld überzeugt durchwegs. So gibt es ein Finalspiel auf höchstem Level und mit vollem Einsatz. Zentralschweiz liegt kurz vor Spielende immer noch nur mit einem Tor in Front, als Bern den Druck erhöht. Spätestens bei der Schlussfrau oder dem Pfosten ist jedoch kein Durchkommen mehr für die Bernerinnen. Kurz vor Spielende schiesst Norina Reichlin dann den zweiten Treffer, der bereits den meistertauglichen Jubel auslöst. Danach bange Momente bis der Sieg und damit der Titel für die Zentralschweizerinnen Tatsache ist.

F2-Karte bringt neue Highlights
Die Einführung der Fairness- und Friendshipkarte löste vorgängig zum Turnier einige Diskussionen aus. Während sich Athletinnen auf diese neue Karte freuten, gab es einige Skeptik bei Erwachsenen. Diese Meinung verflog sogleich mit dem ersten Zücken der farbigen Karte mit zwei goldenen F drauf. Die Freude der Spielerinnen sowie die positivere Wahrnehmung der Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen überzeugte alle.

Zusätzlich trug es merklich zu einer positiveren Atmosphäre bei, denn die Zuschauenden aller Teams honorierten die F2-Karte mit Applaus Am meisten F2-Karten erhielten bei der U13 die Thurgauerinnen und bei der U15 der Verband aus Bern. Ein grosses Kompliment ging auch von den Spielleitenden an die Teams, dass die Partien einerseits intensiv und umkämpf waren und es dennoch einige Gelegenheiten für die F2-Karte gab. Viele wünschten sich, dass diese Karte insbesondere beim Nachwuchs weiter zur Anwendung kommt. Denn die Aufmerksamkeit und Belohnung für solche Aktionen möchten viele öfters im Zentrum sehen.

Interesse übertrifft Erwartung
Die Girls Trophy durfte an den beiden Tagen über 1200 Zuschauende in den Hallen Grünfeld und Weiden willkommen heissen. Bereits am Samstag wurden die Erwartungen so stark übertroffen, dass kurzfristig Lebensmittel nachbestellt werden mussten. So kamen am Sonntag auch die geladenen Gäste zum Genuss eines schmackhaften Apéro und durften gleichzeitig die U11 im Stars-Training mit Seraina Fitzi und Chiara Bertini beobachten. Die Jüngsten am Anlass strahlten übers ganze Gesichtm, besonders nachdem sie Autogramme der beiden Nationalspielerinnen erhielten.

Mehr Interesse als für das Superfinale
Das Motto des Organisationskommitees war: das «Superfinal-Weekend im Frauen-Nachwuchs» zu organisieren. Das gelang offenbar. Einerseits, weil das sportliche Niveau und die Organisation für dieses Motto würdig waren - sogar der Superfinal-Pokal kam zu Besuch. Andererseits übertrafen die Klickzahlen auf den Fotoalben jene des Superfinals 2023 - und praktisch allen anderen Anlässen des Unihockeyverbands. Und dies, obwohl parallel die U19-Männer im WM-Final standen.

Dazu beigetragen hat sicher, dass einige der besten Fotografen aus dem Unihockey dabei waren und den Mädchen mit dem Festhalten der Emotionen viel Wertschätzung zeigten. Ein beachtlicher Erfolg für die Girls Trophy und deren teilnehmenden Verbände. Würden solche oder ähnliche Anlässe künftig mehr Präsenz in der Verbandskommunikation erhalten, hätte das sicher einen noch grösseren Effekt auf die regionale und nationale Wahrnehmung des Unihockeysports und auf die Förderung im Nachwuchs - insbesondere bei den Frauen.

Die Zukunft in der Hand der Regionen?
Nach dem «Wunder von Neuenburg» und der grossen Präsenz in den Medien wurde es stetig ruhiger um das Frauenunihockey. Um den Frauenanteil im Unihockeysport zu erhöhen - auch bei Schiedsrichterinnen und Trainerinnen - scheinen die Förderbemühungen ins Stocken zu kommen. Deswegen wurden mit Verbindung zur Girls Trophy 2023 weitere Angebote ins Leben gerufen. So zum Beispiel das Girls Camp, welches auf reges Interesse stösst. Die zweite Ausgabe der überregionalen Trainingstage findet am 20./21. Mai in Jona statt - am selben Ort wie die diesjährige Trophy.

Ebenso wie Bern im U13-Wettbewerb zum Glück gezwungen werden musste, scheint der Anstoss für einen Entwicklungssprung hin zur verbesserten Nachwuchsförderung der Frauen aus den Regionen zu kommen. Vielleicht war der Sieg der Zentralschweiz im Finale der U15 bezeichnend dafür, dass sich etwas bewegt in auf der Unihockeylandkarte.

Bilder der Girls Trophy 2023 sind unter folgenden Direktlinks zu finden:

U15 Girls Trophy (Swiss Unihockey, Claudio Schwarz und Michael Peter)
U13 Girls Trophy (Swiss Unihockey, Claudio Schwarz und Michael Peter)
Girls Trophy 2023 (Michael Peter)

 

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Tabellen

1.Floorball Fribourg+4053.000
2.Ad Astra Obwalden+2950.000
3.Kloten-Dietlikon Jets+6548.000
4.UHC Thun+6247.000
5.Unihockey Limmattal-434.000
6.Ticino Unihockey-1430.000
7.UHC Lok Reinach-1630.000
8.I. M. Davos-Klosters-529.000
9.Regazzi Verbano UH Gordola-2723.000
10.UHC Grünenmatt-3919.000
11.UHT Eggiwil-4617.000
12.UHC Sarganserland-4516.000
1.Waldkirch-St. Gallen+6146.000
2.Unihockey Basel Regio+2338.000
3.UH Lejon Zäziwil+3137.000
4.Nesslau Sharks+734.000
5.UH Appenzell+2229.000
6.Chilis Rümlang-Regensdorf+829.000
7.Floorball Uri+1628.000
8.Visper Lions-5312.000
9.UH Red Lions Frauenfeld-339.000
10.UH Zulgtal Eagles-828.000

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