06.
2009
„Grundsätzlich gibt es Gilardi nichts vorzuwerfen!“
Kurz bevor Ihr Nachfolger als Präsident von Wiler gewählt wird, stehen Sie als neuer NL-Präsident zur Wahl. Das ist doch kein Zufall oder?
Es könnte in der Tat so aussehen als ob dies so geplant war. Dem ist aber mit Sicherheit nicht so. Mein ursprünglicher Plan war, mich nach 6 Jahren intensiver Vereinsarbeit bei Wiler-Ersigen etwas zurück zu ziehen. Aber eben, es kommt halt anders als man denkt …
Wann wurden Sie für das Amt als NL-Präsident angefragt?
Das war vor knapp einem Monat. Die Gruppe traf sich zu einem losen Meinungsaustausch und hat von Anfang an gut harmoniert. Eine Woche später, in einer Folgebesprechung gab jeder ein Commitment für eine aktive zukünftige Arbeit im NLK ab. Wir kamen zum Schluss, dass ich als Berner und langjähriger Präsident eines Spitzenvereins als Präsident der Nationalliga die optimale Lösung bin.
Wie verlief die Kandidatensuche für die restlichen Mitglieder des designierten NLK?
Wir Vereinsvertreter aus dem NLK und weitere Interessierte tauschten sich natürlich schon länger über angebrachte Verbesserungen, Massnahmen und Wünsche aus. Aus diesen losen Kontakten und Gesprächen ergab sich die Gruppe welche sich nun zur Wahl stellt.
Die neuen NLK-Mitglieder sind bis auf zwei Ausnahmen Vertreter der Männer NLA. Spielen die Frauen und die NLB künftig keine Rolle mehr?
Wir denken, dass die Vereinszugehörigkeit nicht die oberste Priorität hat. Wir funktionieren alle projekt- und lösungsorientiert und uns geht es in erster Linie um die Weiterentwicklung unseres Sports als Gesamtes. Immerhin haben wir Andi Rebsamen - den Präsidenten des aktuellen Frauen-Schweizermeister - mit an Bord. Ich gehe davon aus, das er aus dem Frauenbereich einer der prädestiniertesten ist, die Interessen der Frauen abzudecken.
Die Nationalliga portieren Mark Wolf anstelle von Thomas Gilardi als ZV-Mitglied. Was werfen Sie Thomas Gilardi vor? Was kann Mark Wolf besser?
Wir hoffen das die Versammlung unserem Vorschlag folgt. Grundsätzlich gibt es Thomas Gilardi nichts vorzuwerfen! Er hat über Jahre sehr viel fürs Unihockey getan. Wir glauben aber, mit dieser Gesamterneuerung neue Impulse für die Bewältigung der anstehenden und wegweisenden Aufgaben (z.B. Heim-Weltmeisterschaften) setzen zu können. Es ist legitim und unser demokratisches Recht, dass wir als NL-Vereinsvertreter - welche die Mehrheit der Nationalmannschaftsspielerinnen und -spieler stellen - einen Wahlvorschlag für den "Auswahlverantwortlichen" einbringen. Zumal wir sicher sind, dass Mark Wolf mit seiner breiten Ausbildung und Fachkompetenz sowie der guten Vernetzung beim BASPO und Swiss Olympic ein überzeugender Kandidat für dieses Amt ist.
Das Informationsschreiben an die Nationalligavereine und den Verband wurde am 2. Juni versandt. Reichen knapp drei Wochen um über eine Ersatzwahl in den Zentralvorstand zu entscheiden? Wie wurden die Regionalligavereine informiert?
Man kann uns die Kurzfristigkeit vorwerfen. Wie oben erwähnt, hat sich aus unseren ersten informellen Treffen eine Dynamik entwickelt. Natürlich wäre es wünschenswert gewesen etwas früher dran zu sein, aber ob es wirklich etwas an der Meinungsbildung geändert hätte wage ich zu bezweifeln.Wir stehen mit allen entscheidenden Leuten im Kontakt und haben die Präsidenten aller Regionen direkt und umfassend informiert, so dass sie diese Informationen problemlos in ihre lokalen Regionalliga-Versammlungen einbringen konnten resp. können. Wenn erwünscht, stellen wir uns für eine Teilnahme an den regionalen Versammlungen auch gerne zur Verfügung.
Der Zentralvorstand hat den Antrag der Nationalliga abgelehnt, die neue Stelle "Technischer Geschäftsführer der Nationalliga" beim Verband zu schaffen. Hat das beim Entscheid Mark Wolf zu nominieren eine Rolle gespielt?
Nein, wir vom designierten NLK können die ablehnenden Haltung des ZV nachvollziehen. Wir kommen ja jetzt mit der Einsetzung eines neuen Komitees der Aufforderung des Zentralvorstands nach mehr ehrenamtlichen Funktionären nach. Nach erfolgreicher Wahl müssen die Strategien und Konzepte gemeinsam mit den Vereinen entwickeln und umgesetzt werden. Bisher scheiterten alle Versuche am fehlenden Manpower. Sollte dann - in fernen Tagen - eine professioneller NL-Geschäftsführer sinnvoll und finanzierbar sein würden wir diese Thematik natürlich wieder aufgreifen.
Strebt das NLK weitere personelle Wechsel im ZV oder auf der GS an?
Es liegt uns fern über Personalien zu diskutieren. Uns geht es darum mit dem neuen Team eine Beitrag zu einer erfolgreichen, Ziel orientierten und motivierenden Zusammenarbeit zu leisten. Es braucht alle, den ZV, die National- und Regionalliga sowie die Geschäftsstelle.
Gibt es einen Plan B, wenn Mark Wolf nicht gewählt wird? Die Zusammenarbeit zwischen dem NLK und dem Zentralvorstand dürfte dann sehr schwierig werden.
Ein Plan B gibt es nicht. Wir wünschen uns Mark Wolf im ZV! Sollte er nicht gewählt werden, werden wir das akzeptieren.