06.
2013
Magnin und die Cornflakes
Wir gehen kurz fremd. Aber das macht nichts, da Ludovic Magnin einiges zu sagen hat, das auch im Unihockey seine Richtigkeit hat. Der Ex-Internationale ist seit kurzem Nachwuchstrainer beim FC Zürich.
Schauplatz ist die Winterthurer Schützenwiese - wie die Einheimischen sagen, das einzige echte Fussballstadion im Kanton Zürich. Am DHL-Freight-Cup treffen sich U13- und U15-Junioren zum internationalen Stelldichein. Teams von Borussia Dortmund, St. Pauli, Sochaux, Helsinki, Salzburg usw. messen sich mit der einheimischen Elite wie YB, Basel, GC, St. Gallen oder Servette. Auch der FC Zürich ist mit zwei Teams dabei - bei der U15 gelingt der Turniersieg im Final gegen Sochaux, die U13, trainiert vom ehemaligen Internationalen Ludovic Magnin, scheitert erst im Final an Servette.
Ludo, hast du kurz Zeit?
Wir spielän gleisch den Final, können wir später spreschän?
Erst folgt noch eine kleine Pause - der Final beginnt in einer halben Stunde.
Also gut, dann habe ich zehn Minuten Zeit.
Danke. Wie bist du mit deinem Team zufrieden?
Wir hatten einen schlechten Start, kamen dann aber immer besser ins Spiel. Ich übernehme auf nächste Saison beim FCZ die U14 - dieses Turnier ist eine gute Gelegenheit für mich, die U13-Jungs zu sehen und zu testen.
Wie wichtig sind internationale Vergleiche im Juniorenalter?
Es ist wichtig zu sehen, dass wir den Vergleich nicht zu scheuen brauchen. Mit dem Ball am Boden sind wir sogar besser als die Ausländer. Das spricht für die Ausbildungsarbeit im Schweizer Fussball, was man ja auch bei der U17-WM gesehen hat. Viele Ausländer sind dafür schon im Juniorenalter physisch robuster, operieren gefährlicher mit hohen Bällen und sind konsequenter im Abschluss.
Der physische Teil kommt mir aus dem Unihockeysport bekannt vor - auch da hat man immer den Eindruck, dass die anderen grösser und breiter sind.
Ich weiss auch nicht, warum die alle einen Kopf grösser sind als unsere Jungs. Wer weiss, was die frühstücken - andere Cornflakes als wir vielleicht (lacht). Aber mir ist in dem Alter wichtig, dass die technische Ausbildung auf dem richtigen Weg ist. Das ist im Fussball der Fall. Die physischen Aspekte muss und kann man später noch aufholen.
Was kannst du als ehemaliger Internationaler und Bundesligaprofi den Jungs mit auf den Weg geben?
Sie können mir nichts vormachen, ich habe alles gehabt. Krisen und Meisterfeiern. Note 6 und Note 1 in Sport-Bild. Ich weiss somit was es braucht, um gross rauszukommen. Und die Jungs können schon vieles davon - jetzt müssen sie aber noch lernen, es sechsmal so schnell und konsequent zu machen wie heute. Bei den Junioren gut zu sein nützt wenig, wenn man nichts daraus macht.