11.
2009
Reaktionen zum ZV-Nein
„Willkommen in der Dikatur", sagt Marcel Siegenthaler, Sportchef beim Schweizer Meister Wiler-Ersigen. Der Zentralvorstand erteilte dem mit grossem Mehr getroffenen Antrag der Nationalliga-Vereine, die SML schon nächste Saison auf zwölf Teams aufzustocken, eine Abfuhr. Nicht nur Siegenthaler stösst der Entscheid sauer auf. Die SML wird somit eine weitere Saison sehen, in der unter Umständen mehr Playoffpartien (max. 21 Spiele bei Playoffs ab Viertelfinals mit Best-of-7) als Qualifikationsspiele (18) ausgetragen werden - und erst ein Jahr vor der Heim-WM 2012 einen neuen Modus bekommen (wenn sich der ZV nicht noch einmal querstellt).
In den letzten Jahren wies der Zentralvorstand mit Recht des öftern auf die wenig initiative Führung der Nationalliga hin, wenn Kritik in Sachen Modus oder anderen Belangen laut wurde. Im Sommer nun wurde ein „Who is Who" des Schweizer Unihockeys ins Nationalligakomitee gewählt, das sich gewillt zeigt, Dinge anzupacken. Und bei der erstbesten Gelegenheit wurde dieses Komitee mitsamt einem deutlichen Entscheid der betroffenen Vereine der beiden höchsten Spielklassen desavouiert.
Keine Freude
NL-Präsident Andreas Iseli, der in dieser Funktion auch im Zentralvorstand sitzt und zusammen mit Mark Wolf in der fraglichen ZV-Abstimmung 2:3 unterlag, zeigt sich enttäuscht. „Ich muss den Kollegialentscheid natürlich mittragen. Aber dass ich keine Freude daran habe, dürfte klar sein." Man habe im NLK offenbar unterschätzt, dass gewisse Mühlen langsamer mahlen als gedacht und wolle sich diese Woche zu einer Dringlichkeitssitzung treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Fakt ist: Die Anzahl der Teams einer Liga werden durch das Wettspielreglement geregelt, das in der Kompetenz des Zentralvorstandes liegt. Rechtlich ist am Entscheid rein gar nichts auszusetzen.
„So brauchts kein Komitee"
Es braucht aber Mut, wenn der Breitensport-Verantwortliche, der Finanzchef und per Stichentscheid der Präsident des ZV gleich den ersten „bewilligungspflichtigen" Antrag der Nationalliga zu Fall bringen - zumal der oberste J+S-Chef der Schweiz (Markus Wolf), der Schweizer Rekord-Internationale (Mark Wolf) und die anderen langjährig erfolgreichen Mitglieder des NL-Komitees mitsamt einer grossen Mehrheit der betroffenen NL-Vereine dafür waren. Dabei war speziell eine Zwischensaison in der NLB mit acht Teams beschlossen worden, damit die Regionalliga in keinster Weise tangiert wird.
Es gehe nicht um den Entscheid Zwölferliga oder nicht, da könne man dafür oder dagegen sein. Aber so bleibe man weiter fremdbestimmt und komme nicht weiter, sagt Marcel Siegenthaler. „Ein besseres Komitee lässt sich nicht finden - aber wenn Entscheide auf diese Art und Weise gefällt werden, brauchen wir gar keines", verbirgt er seinen Ärger nicht.
Das Thema wird den Unihockeysport hinter den Kulissen noch länger beschäftigen. Andreas Iseli weist mit Recht darauf hin, dass es in Sachen Kompetenzverteilung auch noch weitere Baustellen gibt, die es anzugehen gilt - sowohl im sportlichen Bereich wie auch im Bereich Marketing.
Nemo
01. 12. 2009
eiswolf
01. 12. 2009
Goodbye
01. 12. 2009