29.
01.
2005
NLB Frauen | Autor: Winterthur United

Damen NLB: Ein Punkt gegen Höfen

In einem guten Spiel verliert Winterthur United nach Verlängerung. Trotzdem darf man sich gleich doppelt über den einen Punkt freuen.
Damen NLB: Ein Punkt gegen Höfen

Einerseits ist bei der engen Tabellensituation jeder Punkt einen Tabellenplatz wert, und zudem war dies der erste Punktgewinn gegen Höfen überhaupt – im zehnten Spiel. Gegen die vor fünf Jahren aufgestiegenen Bernerinnen hatte es vorher noch nie zu etwas Zählbarem gereicht.

United startete vorsichtig in die Partie gegen den selbsternannten Aufstiegskandidaten. Offensiv riskierten die Winterthurerinnen noch nicht zu viel, die Konzentration lag auf der Kontrolle des Spiels und der Verteidigungsarbeit. Höfen hatte zwar einige Torchancen, United das nötige Glück. Näher als bis zur Torumrandung kam der Ball dem Winterthurer Gehäuse nicht, und postwendend glich Sigrist diese Statistik mit einem Lattenschuss wieder aus. Die Taktik – „die Null halten“ – ging auf und die Partie torlos in die Pause. Man konnte mit der eigenen Leistung zufrieden sein.

Zacheo
Für den zweiten Durchgang forderten die Trainer nun vermehrte Akzente im Angriffsspiel, und entsprechend entschlossen kam die Mannschaft aus der Kabine. WinU überzeugte im Mitteldrittel, zeigte eine gute Mannschaftsleistung und sicherlich die besten 20 Minuten gegen Höfen überhaupt. Man konnte es sich sogar leisten, mit den ersten Torgelegenheiten etwas fahrlässig umzugehen. Bei Spielhälfte war das Visier dann eingestellt. Corina Sigrist, vor dem Tor vergessen, fackelte nicht lange und traf mit einem Direktschuss zum verdienten 1:0. Höfen versuchte zu reagieren und spielte nun härter, doch besser ins Spiel fanden sie vorerst nicht. Im Gegenteil, Anja Frei überlief mit einem Rush der Bande entlang zwei Gegnerinnen und setzte einen Weitschuss zum zweiten United-Tor in die Maschen. Erst als WinU eine Minute vor der Pause für ein Dutzendvergehen eine Strafe aufgebrummt bekam, wurde es brenzlig.

Folglich nahm man das Schlussdrittel in Unterzahl in Angriff, und Höfen nutzte dies zum ersten Treffer. United schien etwas verunsichert, kassierte in der Folge den Ausgleich und, wieder in Unterzahl, gar das 2:3. Sieben Minuten hatten dem Zweiten der NLB gereicht, das Spiel zu drehen. Doch Winterthur spielte stark, setzte sofort wieder mehr Druck auf. Miriam Zimmermann erarbeitete sich den Ball und legte für Sandra Bischof zum Ausgleich auf. Das Spiel wurde in der Schlussphase gehässig und hart, die Schiedsrichter hatten das Geschehen kaum unter Kontrolle, Höfen konnte von Glück reden, nicht in Unterzahl spielen zu müssen. So blieb der Spielstand unentschieden, United hatte eine gute Leistung gezeigt, engagiert gespielt, gekämpft, und sich einen wichtigen Punkt erarbeitet. Dass es für sie noch deren zwei wurden, verdankten die Höfnerinnen einem letzten unrühmlichen Auftritt der beiden Unparteiischen, die es fertig brachten, zwei Vergehen gleichzeitig zu übersehen: praktisch im Tor stehend, konnte die Angreiferin einen hüfthohen Flankenball stoppen und ins Tor befördern – dass der Treffer anerkannt wurde, grenzt an einen schlechten Witz. Böse, wer an deutschen Fussball denkt…


UHC Winterthur United – UHC Höfen 3:4 n.V. (0:0, 2:0, 1:3)
Oberseen, Winterthur - 30 Zuschauer
SR: Janser / Meier
Tore: 32. Sigrist (Wetzel) 1:0, 36. A. Frei 2:0, 41. Hofer 2:1, 47. Marti (Egli) 2:2, 49. Haussener (Egli) 2:3, 52. Bischof (Zimmermann) 3:3, 64. Kupferschmied 3:4
Strafen: WinU 4x2’, Höfen 1x2’
WinU: Baltensberger; Pondaco, Sigrist, Wetzel, D. Frei, Kunz; Buff, Bischof, Zimmermann, A. Frei, Zacheo; Quattländer

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