In einem guten Spiel verliert Winterthur United nach Verlängerung. Trotzdem darf man sich gleich doppelt über den einen Punkt freuen.
Einerseits ist bei der engen Tabellensituation jeder Punkt
einen Tabellenplatz wert, und zudem war dies der erste Punktgewinn gegen Höfen
überhaupt – im zehnten Spiel. Gegen die vor fünf Jahren aufgestiegenen
Bernerinnen hatte es vorher noch nie zu etwas Zählbarem gereicht.
United startete vorsichtig in die Partie gegen den selbsternannten
Aufstiegskandidaten. Offensiv riskierten die Winterthurerinnen noch nicht zu
viel, die Konzentration lag auf der Kontrolle des Spiels und der
Verteidigungsarbeit. Höfen hatte zwar einige Torchancen, United das nötige
Glück. Näher als bis zur Torumrandung kam der Ball dem Winterthurer Gehäuse
nicht, und postwendend glich Sigrist diese Statistik mit einem Lattenschuss
wieder aus. Die Taktik – „die Null halten“ – ging auf und die Partie torlos in
die Pause. Man konnte mit der eigenen Leistung zufrieden sein.
Für den zweiten Durchgang forderten die Trainer nun vermehrte Akzente im
Angriffsspiel, und entsprechend entschlossen kam die Mannschaft aus der Kabine.
WinU überzeugte im Mitteldrittel, zeigte eine gute Mannschaftsleistung und
sicherlich die besten 20 Minuten gegen Höfen überhaupt. Man konnte es sich sogar
leisten, mit den ersten Torgelegenheiten etwas fahrlässig umzugehen. Bei
Spielhälfte war das Visier dann eingestellt. Corina Sigrist, vor dem Tor
vergessen, fackelte nicht lange und traf mit einem Direktschuss zum verdienten
1:0. Höfen versuchte zu reagieren und spielte nun härter, doch besser ins Spiel
fanden sie vorerst nicht. Im Gegenteil, Anja Frei überlief mit einem Rush der
Bande entlang zwei Gegnerinnen und setzte einen Weitschuss zum zweiten
United-Tor in die Maschen. Erst als WinU eine Minute vor der Pause für ein
Dutzendvergehen eine Strafe aufgebrummt bekam, wurde es brenzlig.
Folglich nahm man das Schlussdrittel in Unterzahl in Angriff, und Höfen nutzte
dies zum ersten Treffer. United schien etwas verunsichert, kassierte in der
Folge den Ausgleich und, wieder in Unterzahl, gar das 2:3. Sieben Minuten hatten
dem Zweiten der NLB gereicht, das Spiel zu drehen. Doch Winterthur spielte
stark, setzte sofort wieder mehr Druck auf. Miriam Zimmermann erarbeitete sich
den Ball und legte für Sandra Bischof zum Ausgleich auf. Das Spiel wurde in der
Schlussphase gehässig und hart, die Schiedsrichter hatten das Geschehen kaum
unter Kontrolle, Höfen konnte von Glück reden, nicht in Unterzahl spielen zu
müssen. So blieb der Spielstand unentschieden, United hatte eine gute Leistung
gezeigt, engagiert gespielt, gekämpft, und sich einen wichtigen Punkt
erarbeitet. Dass es für sie noch deren zwei wurden, verdankten die Höfnerinnen
einem letzten unrühmlichen Auftritt der beiden Unparteiischen, die es fertig
brachten, zwei Vergehen gleichzeitig zu übersehen: praktisch im Tor stehend,
konnte die Angreiferin einen hüfthohen Flankenball stoppen und ins Tor befördern
– dass der Treffer anerkannt wurde, grenzt an einen schlechten Witz. Böse, wer
an deutschen Fussball denkt…
UHC Winterthur United – UHC Höfen 3:4 n.V. (0:0, 2:0, 1:3)
Oberseen, Winterthur - 30 Zuschauer
SR: Janser / Meier
Tore: 32. Sigrist (Wetzel) 1:0, 36. A. Frei 2:0, 41. Hofer
2:1, 47. Marti (Egli) 2:2, 49. Haussener (Egli) 2:3, 52. Bischof (Zimmermann)
3:3, 64. Kupferschmied 3:4
Strafen: WinU 4x2’, Höfen 1x2’
WinU: Baltensberger; Pondaco, Sigrist, Wetzel, D. Frei,
Kunz; Buff, Bischof, Zimmermann, A. Frei, Zacheo; Quattländer