09.
2011
Berners Hoffnungen
Ein Jahr lebte und spielte Simone Berner auf der schwedischen Insel Gotland beim Elitserienteam Endre. Es war ihr zweiter Aufenthalt in Schweden, bereits vor sieben Jahren wagte sie den Sprung in den Norden. Eine Erfahrung, welche ihr beim letztjährigen Aufenthalt weiterhalf. „Die Angewöhnungszeit war sehr kurz, die Sprache kannte ich ja schon, vieles war so viel unproblematischer", schaut sie zurück. Lockerer sei sie geworden nach ihrem Jahr auf Gotland, hat sie und vor allem ihre Mitmenschen festgestellt. Eine Verlängerung des Engagements in Schweden war aber nie ein Thema. Ein Jahr wurde ihre Lehrerstelle freigehalten. „Das Jahr war super, aber ich habe mich auch wieder auf die Rückkehr in die Schweiz gefreut", so Berner.
Umbruch bei Dietlikon
Die neue Ruhe will die Nationalverteidigerin nun auch bei ihrem Stammclub Dietlikon wieder einbringen. Dort hat sich seit ihrer temporären Abwesenheit einiges geändert. Neuer Trainer, junge, neue Spielerinnen. Das „Grande Dietlikon", welches Berner mit den Europacup-Siegen 2007 und 2008 mitgeprägt hatte, wich einem neuen, frischen Dietlikon. „Ich bin ja mittlerweile fast eine Veteranin, obwohl ich mich gar nicht so fühle", sagt die 31-jährige lachend. Nach und nach gaben ihre einstigen Mitstreiterinnen den Rücktritt, zuletzt auch Daniela Morf. Deren Bruder Andy ist jetzt neu Assistent von Beni Cernela, welcher in der letzten Saison seine Premiere als Headcoach erlebte.
Grosse Hoffnungen
Auf dem Transfermarkt holte sich Dietlikon einige vielversprechende Perlen. Erstmals seit langem spielt Dietlikon nach dem Abgang der finnischen Schwestern Ella und Eliisa Alanko wieder ohne Ausländerin. Diesen Part haben quasi die Finnland-erprobte Marion Rittmeyer nach ihrem Comeback und Simone Berner nun inne. „Wir haben eine gute Truppe zusammen", hat Berner rasch festgestellt. Nach dem Ausscheiden im Halbfinal in der letzten Saison, wird nun wieder das Endspiel angepeilt. Simone Berner ist das noch nicht genug. „Ich hoffe, dass wir wieder zu dem Top-Team der Schweiz werden können", sagt sie bestimmt. Nach dem Umbruch müsse der jungen Mannschaft aber noch etwas Zeit gegeben werden, hängt Berner an.
Vorfreude in Polen
Vor den Playoffs wartet aber noch die Weltmeisterschaft in St. Gallen im Dezember. Nach den Länderspielen in Polen - fünf Spiele mit fünf Siegen, darunter auch gegen Finnland - sieht die Perspektive wieder etwas besser aus. Besser jedenfalls als nach den verpatzten Partien im April in der WM-Stätte. „Wir waren damals alle müde nach einer langen Saison. In Polen hat es aber richtig Spass gemacht, die Vorfreude auf die WM war bei allen förmlich greifbar", sagt Berner mit einem Glänzen in den Augen. „Ich war überrascht, dass wir auch mit drei Linien so viel Druck machen konnten", freute sich die 107-fache Internationale. Gegen Finnland hätten sie nicht ihren besten Tag gehabt, trotzdem reichte es für den Sieg, so Berner. Das lässt in der Tat hoffen. In 82 Tagen gilt es dann endlich ernst.