13.
04.
2023
NLA Frauen | Autor: Güngerich Etienne

Die Sehnsucht nach der Krönung

Die «Skorps» haben sich in den letzten zehn Jahren seit dem Aufstieg in die höchste Liga stetig gesteigert, doch ein Titel fehlt im Palmarès der Emmentalerinnen immer noch. Die Superfinalgegnerinnen Kloten-Dietlikon haben zwar ein junges Team, können aber auf ihre Vergangenheit vertrauen.

Die Sehnsucht nach der Krönung Lukas Schüepp steht mit den Skorps vor seiner letzten Mission, bevor er zu Wiler zurückkehrt. (Bild: Fabrice Duc)

Im April 2021 war es Tatsache: Skorpion Emmental Zollbrück qualifizierte sich nach einem 3:0-Sieg im Halbfinal über die Wizards Bern Burgdorf erstmals in ihrer Clubgeschichte für einen Final. Damit erreichte der Verein aus dem mittleren Emmental den Höhepunkt einer erstaunlichen Entwicklung. In der Saison 2012/2013 schafften die Skorpione den Aufstieg in die NLA und etablierten sich in den Folgejahren als Top-Team in der höchsten Spielklasse. Im Sommer 2019 übernahm Lukas Schüepp das Zepter als Headcoach, unter ihm gelang der Schritt in einen Final.

Beeindruckende Offensivabteilung
Doch in diesem unterlagen die Skorps den Kloten-Dietlikon Jets knapp mit 2:4. Es war ein typisches Finalspiel, in dem die favorisierten Zürcherinnen ihre Routine mit erfahrenen Spielerinnen wie Michelle Wiki, Tanja Stella oder Iza Rydfjäll voll ausspielten. Gepaart mit weiteren Natioanlakteurinnen wie Brigitte Mischler, Mirjam Hintermann und Julia Suter kontrollierten die Fliegerinnen das Geschehen und schnitten den Emmentalerinnen so den Schnauf ab. Ein Jahr später trafen sich die beiden Teams im Cupfinal wieder - und die Jets setzten sich erneut (knapp) durch. Für die Skorps folgte wenige Wochen später mit dem überraschenden Halbfinal-Aus gegen Chur eine weitere Enttäuschung.

Doch nun scheint der Weg zum ersten Titelgewinn offener den je zu sein. Erstmals schlossen die Emmentalerinnen die Qualifikation auf dem ersten Rang ab, durch den Viertel- und Halbfinal marschierten sie mit insgesamt 8:1-Siegen. Die Abläufe sind schon länger bestens abgestimmt, weil der Stamm schon seit Jahren zusammenspielt. Neben Rückhalt Helen Bircher glänzt vor allem die Offensivabteilung. Mit Luzie Rezacova (26), Sonia Brechbühl (25), Nathalie Spichiger (24) und Lea Hanimann (23) haben gleich vier Spielerinnen über 20 Tore erzielt. Und auch die Ausbeute der zweiten Reihe mit Lara Kipf (16), Selma Bergmann (15) und Aline Marti (11) lässt sich sehen.

Gegen Widrigkeiten durchgesetzt
Die Chancen auf den ersten Titelgewinn wurden von Experten vor allem so hoch eingeschätzt, weil die Konkurrenz aus Chur und Dietlikon in den letzten Jahren massive personelle Verluste hinnehmen musste. Die goldene Generation um Seriana Ulber, Flurina Marti, Michelle Wiki und Tanja Stella, die sich Jahr für Jahr im Superfinal um den Titel stritten, ist nicht mehr da. Aus dem Meisterteam von 2021 befinden sich mit Seraphine Geiser, Sereina Zwissler, Leonie Wieland, Nina Metzger und Ronja Niederberger nur noch gerade vier Spielerinnen im Kader der Jets. Dabei nahmen sie alle noch eine wesentlich kleinere Rolle ein.

Doch die Zürcher Unterländerinnen haben den erheblichen Umbruch hingekriegt, wenn auch mit einigen Widrigkeiten. Nach wettbewerbsübergreifenden fünf Niederlagen wurde Headcoach Thomas Appenzeller durch Julia Suter ersetzt. Der 69-fachen Nationalspielerin gelang es innert kurzer Zeit, dem Jets-Spiel wieder Struktur zu verleihen. Die Hierarchien und Rollenverteilung innerhalb des jungen Teams stimmen wieder. Und selbst nach einem 0:2-Rückstand im Halbfinal gegen ein sich in blendender Form befindendes Zug fand Kloten-Dietlikon eine Antwort. Die Befreiung aus dieser misslichen Situation gibt Selbstvertrauen. Die glorreiche Geschichte scheint auch der neuen Generation Selbstbewusstsein zu verleihen, sie wollen den Titel um jeden Presi holen. Es wäre der insgesamt zehnte in der Vereinsgeschichte (der dritte seit der Fusion mit Kloten). Die Skorps könnten dagegen ihren Entwicklungsgang mit dem ersten Titel überhaupt in ihrer Vereinshistorie krönen. Und nach Chur, Dietlikon und Winterthur (inklusive Vorgängervereine) wäre es der erst vierte Schweizer Meister im Frauen-Unihockey.

UPL Frauen, Superfinal

Samstag, 15. April
Kloten-Dietlikon Jets - Skorpion Emmental Zollbrück
13.30 Uhr - stimo arena, Kloten

 

 

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1.Floorball Fribourg+4053.000
2.Ad Astra Obwalden+2950.000
3.Kloten-Dietlikon Jets+6548.000
4.UHC Thun+6247.000
5.Unihockey Limmattal-434.000
6.Ticino Unihockey-1430.000
7.UHC Lok Reinach-1630.000
8.I. M. Davos-Klosters-529.000
9.Regazzi Verbano UH Gordola-2723.000
10.UHC Grünenmatt-3919.000
11.UHT Eggiwil-4617.000
12.UHC Sarganserland-4516.000
1.Waldkirch-St. Gallen+6146.000
2.Unihockey Basel Regio+2338.000
3.UH Lejon Zäziwil+3137.000
4.Nesslau Sharks+734.000
5.UH Appenzell+2229.000
6.Chilis Rümlang-Regensdorf+829.000
7.Floorball Uri+1628.000
8.Visper Lions-5312.000
9.UH Red Lions Frauenfeld-339.000
10.UH Zulgtal Eagles-828.000

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