04.
2010
„Ich kann erst zufrieden sein, wenn wir den Titel gewonnen haben“
Nationalspielerin Mirca Anderegg ist auf diese Saison hin von Dietlikon zu Piranha Chur zurückgekehrt. Nach einer neuerlichen WM-Medaille (diesmal Silber) im vergangenen Dezember liegt ihr Fokus seither vollumfänglich darauf, den ersehnten Meistertitel ins Bündnerland zu holen. Durch den Sieg in der Qualifikation mit der besten Offensive der Liga und dem klaren 3:0-Erfolg im Halbfinal gegen Burgdorf sind Piranhas Chancen in der Finalserie durchaus intakt.
Mirca, am Samstag startet ihr mit einem Heimspiel in den Playoff-Final. Seid ihr bereit?
Das hoffe ich. Ich freue mich, dass es endlich losgeht, auf die vielen Zuschauer, die wirkliche Playoffstimmung und die meist hartumkämpften Spiele gegen die Red Ants.
Piranha hat die Qualifikation gewonnen und bekundete in der Serie gegen Burgdorf kaum Mühe. Seid ihr jetzt Favorit?
Ich sehe die Ausgangslage offen, beide Teams spielen auf hohem Niveau. Die Red Ants hatten bereits den Cupfinal und sind sich deshalb die Belastung sowie die vielen Zuschauer bereits gewohnt. Für uns geht es darum, dass wir die Angewöhnungsphase kurz halten können und möglichst rasch zu unserem Rhythmus finden werden. Gelingt uns dies, sind wir absolut in der Lage zu gewinnen.
Was meinst du mit eurem Rhythmus, was zeichnet euer Spiel aus?
Die Passkombinationen und das schnelle Spiel nach vorne. Gelingt es uns, uns in die gegnerische Zone zu spielen, kreieren wir viele Chancen und sind dann meist auch gut darin, diese auszunutzen. Ausserdem haben wir ein breites Kader. Wenn es jemandem halt mal nicht läuft, springt jemand in die Bresche. Durch unser Spiel mit drei Linien sollten wir bei der Ausgeglichenheit und den Kräften Vorteilen haben gegenüber den Red Ants, die meist nur mit zwei Linien spielen.
Worauf müsst ihr achten, damit ihr gegen die Red Ants bestehen könnt? Das Cupspiel etwa ging ja verloren.
Wir müssen in Sachen Härte dagegenhalten. Ihre physische Spielweise ist eine ihrer Stärken. Und gegen ihr aggressives Forechecking. Können wir dieses überspielen, kommen wir zu unseren Chancen. Das bedingt allerdings, dass wir konzentriert spielen und die Bereitschaft haben, ihr hohes Tempo mitzugehen. Das ist uns im Cupspiel nicht gelungen, wir waren schlicht nicht bereit genug und haben deshalb auch zurecht verloren. Hoffentlich war dies auch eine Art Weckruf, dass uns dies im Final nicht mehr passiert.
Nach einer handvoll Jahre bei Dietlikon bist du auf diese Saison zu Piranha zurückgekehrt. Bist du zufrieden mit deiner Entscheidung?
Die Rückkehr verlief wirklich sehr einfach und reibungslos. Für mich persönlich wars die richtige Entscheidung. Ich fühle mich wohl in Chur und in der Mannschaft. Die gute Stimmung in der Mannschaft ist einer der Gründe dafür, weshalb es auch auf dem Feld gut läuft. Sportlich können wir und ich erst zufrieden sein, wenn wir einen Titel geholt haben. Denn erst dann konnten wir das grosse Potential der jungen Spielerinnen richtig ausschöpfen.
Schauen wir etwas weiter als bis Ende Saison, spielst du noch weiter?
Ja, auf jeden Fall. Auch wenn ich darauf schauen muss, was der Körper meint. Solange ich aber fit bin, wie gut in Form bin und auch soviel Spass dran habe wie im Moment, spiele ich sicher noch eine Weile weiter. Und auch die WM im eigenen Land ist sicher noch ein grosses Ziel.