09.
2020
„Nur das Kochen fällt mir noch schwer“
Magdalena Plaskova gehört zu den tschechischen Internationalen, die neu in der NLA angeheuert haben. Mit vier Toren aus den ersten beiden Partien für die Red Ants ist der 23-Jährigen der Einstand gelungen.
Nach dem 6:1 in Zug folgte im ersten Heimspiel ein weiteres 6:1 gegen Laupen - zufrieden mit dem Saisonstart?
Magdalena Plaskova: Die drei Punkte gegen Laupen waren wichtig. Das erste und letzte Drittel war gut, dazwischen zeigten wir uns zu grosszügig und liessen dem Gegner wie schon in Zug zu viel Raum. Wir können uns bei Torhüterin Nicole Heer bedanken, dass wir nicht mehr Gegentore kassiert haben.
Wo besteht noch Raum für Verbesserungen?
Die Antwort auf diese Frage lautet immer gleich - wir können uns noch überall verbessern. Wir müssen sicher noch an vielen Basics arbeiten, etwa der Passqualität. Und wir müssen unser Spiel über 60 Minuten durchziehen.
Dann fragen wir etwas, was neue Spielerinnen immer gefragt werden: Wie beurteilst du den Unterschied zwischen der tschechischen Extraliga und der NLA?
Ich denke, in der NLA ist das Spiel etwas schneller und physischer. Aber für einen genaueren Vergleich bräuchte ich noch etwas mehr Zeit. Im Moment ist einfach alles neu und aufregend, da können Eindrücke auch täuschen.
Wie geht es dir persönlich, zum ersten Mal weg von der vertrauten Heimat und Familie?
Ich fühle mich sehr wohl. Ich verstehe zwar noch fast kein Wort Schweizerdeutsch, aber die Teamkolleginnen sprechen ja Englisch mit mir und kümmern sich gut um mich. Nur das Kochen fällt mir noch schwer (lacht).
In deiner tschechischen Heimat sind zuletzt die Corona-Zahlen stark angestiegen - bereitet dir das Sorgen?
Dazu möchte ich nicht viel sagen. Egal, was man sagt, kann es später gegen einen ausgelegt werden. Ich versuche, mich von dieser Sache nicht zu sehr stressen zu lassen - bekanntlich kann ja schon nur der Corona-Stress Schäden bewirken. Als Team halten wir uns an die Regeln und leisten zum Beispiel mit den wegfallenden Shakehands unseren Beitrag. Natürlich machen sich alle Sorgen, wie die Saison über die Bühne geht und ich hoffe, dass solche Fälle wie bei Appenzell am letzten Wochenende nicht zu häufig vorkommen werden.
Wie erklärst du dir die Welle an tschechischen Spielerinnen, die neu in der NLA auflaufen? Hat da euer Schweizer Nationaltrainer Sascha Rhyner seine Hände im Spiel?
Überhaupt nicht und ich finde es unfair ihm gegenüber, wenn solche Vermutungen angestellt werden. Er zwingt niemanden zu einem Wechsel und ich weiss, dass er auch keine Kontakte weitergibt. Es hängt damit zusammen, dass sich nach den ersten Transfers auch andere Internationale gefragt haben, was mit dem Level in der tschechischen Liga geschieht. Da bot sich die NLA - mit fast allen Schweizer Nationalspielerinnen - als Option an. Ein Nachahm-Effekt quasi.
Du studierst Medizin - ist die Saison 2020/21 einfach ein Jahr Pause vom Studium?
Wir werden sehen. Jetzt bin ich einmal hier.
Die Schweiz bildet bekanntlich zu wenig Ärzte aus und „importiert" daher viele aus Deutschland. Die dort fehlenden Kräfte werden dann oft durch Ärzte aus Tschechien ersetzt. Du könntest doch in diesem Dreiecks-Spiel „abkürzen" und in der Schweiz studieren.
Das klingt nach einem guten Plan (lacht). Aber das ist alles noch weit weg. Ich trete jetzt bald eine Stelle beim Kantonsspital Winterthur an, bin da also in meinem Fachbereich. Das ist cool. Aber in erster Linie möchte ich jetzt einfach Unihockey spielen, Tore schiessen und dem jungen Team der Red Ants helfen. Ich bin zwar auch erst 23, sollte aber nach zwei Weltmeisterschaften etwas Erfahrung einbringen können.