03.
2021
Nicole Mattle: „Wir haben nichts zu verlieren“
Die Red Ants schalten im Viertelfinal Piranha Chur aus und treffen im Halbfinal auf die Jets. Nicole Mattle zieht nach der auf dem Papier grössten Playoff-Überraschung der letzten Jahre Bilanz.
Nach dem Ende vierten Partie, die mit 8:4 gewonnen wurde, warteten vor der Garderobe zwei Kuchen mit der Aufschrift „Playoff-Halbfinal" und „Gehen wir aufs Ganze" auf euch. Da war jemand ziemlich optimistisch.
Nicole Mattle: Davon wussten wir vor dem Spiel natürlich nichts. Und ich weiss nicht, was aus den Kuchen geworden wäre, wenn wir verloren hätten. Aber so war es eine coole Überraschung (lacht).
Was sorgte über die ganze Serie gesehen für den Unterschied?
Unsere Defensive. Wir gingen davon aus, weniger in Ballbesitz zu sein als Piranha und daher hinten gut arbeiten zu müssen. Das taten wir, dazu nutzen wir unsere Chancen sehr gut. Das brachte Piranha mit der Zeit zur Verzweiflung.
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Belohnung für die Red Ants nach dem 3:1-Sieg über Piranha im Viertelfinal.
Diese Qualitäten haben die Red Ants über weite Strecken der Qualifikation ziemlich gut versteckt, daher Rang 6 vor den Playoffs.
Wir haben in der Challenge Round nicht wirklich brilliert, fürs Selbstvertrauen waren die Siege aber trotzdem gut. Vor Beginn der Playoffs ging ein Ruck durchs Team und das erste Spiel in Chur zeigte uns, dass wir auf Augenhöhe sind und für eine Überraschung sorgen können. Das löste im Kopf etwas aus.
Die erste Partie ging aber durch ein Last-Second-Tor verloren - das ist nicht leicht zu verarbeiten.
Wir hatten schon daran zu beissen, sagten uns aber bereits in der Garderobe direkt nach der Niederlage, dass es jetzt weiter geht. Schon am folgenden Tag, genauer gesagt.
Im letzten Frühling haben die Red Ants den grossen Favoriten Kloten-Dietlikon Jets geärgert, alle Partien waren eng - dann wurde die Serie aufgrund der Pandemie abgebrochen. Wie gross ist die Genugtuung, dass jetzt mit dem Ausschalten eines Grossen geklappt hat?
Mega gross. Zudem ist es die Bestätigung, dass wir im Sommer und auch in der langen Meisterschaftspause gut trainiert haben.
Die Belohnung für den Sieg gegen Piranha ist der Halbfinal gegen die Jets - vom einen Standard-Superfinalnehmer gehts zum nächsten. Würden die Red Ants in der Quali schon besser auftreten und nicht nur Rang 6 belegen, wäre das Programm wohl leichter?
Wir sind aufgrund der gezeigten Leistungen tatsächlich zurecht in der Challenge Round gelandet - um die Jets kommen wir aber offenbar so oder so nicht herum (lacht). Der Sieg über Piranha gibt ein gutes Gefühl, jetzt kommen aber wieder neue Situationen auf uns zu, auf die wir reagieren müssen. Wir können die Jets herausfordern - im Grunde erwartet ja niemand etwas von uns.