03.
2018
NLA Frauen, Vorschau Playoff-HF 1&2
Vor den am Wochenende beginnenden Playoff-Halbfinals steht eine Frage im Zentrum: gibt es erstmals seit sieben Jahren eine neue Finalpaarung oder lösen die Dauergäste Dietlikon und Chur erneut das Ticket? Die Aussenseiter sind so nahe dran wie schon lange nicht mehr.
Den Superfinal, der 2015 eingeführt wurde, haben bis jetzt bei den Frauen mit Dietlikon und Chur immer die gleichen Teams bestritten. Auch in den drei letzten Final-Serien vor Einführung des einzelnen Finalspiels standen sich diese beiden Vereine stets gegenüber. Die Favoritenrollen sind dementsprechend - und vor allem auch wegen dem Verlauf der Qualifikation - für die beiden Halbfinalpaarungen klar verteilt. Eine Überraschung der Aussenseiter Wizards Bern Burgdorf (gegen den UHC Dietlikon) und der Red Ants Rychenberg Winterthur (gegen Piranha Chur) scheint allerdings nicht mehr so unvorstellbar, wie auch schon. Beide Teams sind in den letzten Jahren der Spitze näher gekommen.
Neuer Wizards-Paradeblock
Vor allem die Wizards haben seit der Amtsübernahme von Radomir Malecek kontinuierlich einen Schritt nach vorne getätigt. Für den tschechischen Headcoach wird die Best-of-5-Serie aussergewöhnlich, wird er doch nach dieser Saison bei den Zürcher Unterländerinnen als Headcoach anheuern. «Es ist speziell, dass die gegnerischen Spielerinnen in diesem Halbfinal wissen, dass ich bald ihr neuer Trainer sein werde. Ich selbst versuche es möglichst auszublenden», sagte Malecek in dieser Woche gegenüber dem Zürcher Unterländer und machte auch keinen Hehl daraus, dass es etwas Besonderes wäre, im Sommer das erste Training seines neuen Klubs zu leiten, dem er die Finalträume zerstörte. Der frischgebackene Vater einer Tochter sieht die Zeit gekommen, dass die Wizards endlich den Sprung in den Superfinal schaffen. «Wir wollen das unbedingt. Dietlikon ist Favorit, wir haben keine herausragenden Einzelspielerinnen, dafür aber ein perfekt harmonierendes Kollektiv. Und wir sind taktisch sehr gut vorbereitet», so Malecek weiter.
In der Tat haben die Wizards keine Michelle Wiki in ihren Reihen. Aber mit Simone Wyss immerhin die zweitbeste Skorerin der Qualifikation. Und auf die Viertelfinals zauberte Malecek plötzlich eine Top-Formation mit den international erprobten Mischler, Häubi, Rudin, Cina und Wyss aus dem Hut, die auch gegen ein Dietlikon für die Differenz sorgen könnte. Simone Berner, die nach dieser Saison den gegnerischen Coach assistieren wird, ist dies nicht entgangen. Vor allem Brigitte Mischler hat es ihr angetan. «Sie hat einen unbändigen Willen, der sie extrem unangenehm macht. Nicht gegen sie spielen zu müssen, wäre uns sehr recht», so Berner im gleichen Interview zur Frage, welche Akteurin des Gegners sie gerne in ihrem Team hätte. Für die Chefin an der Dietliker-Bande gibt es keinen Zweifel über den Sieger der Serie. «Wir haben mehr Erfahrung und sind personell besser besetzt.» Mit dem Szenario, dass sie allenfalls nächstes Jahr mit dem Trainer zusammenarbeiten muss, der sie aus dem Halbfinal schmiss, beschäftigt sie sich nicht. «Dieser Gedanke existiert für mich eigentlich gar nicht.»
«Fehler in Mittelzone vermeiden»
Das Gleiche werden sich wohl auch die Piranhas aus Chur denken. Denn gegen ihren Halbfinalgegner Red Ants haben sie alle drei Spiele in dieser Saison klar gewonnen. 7:4 auswärts, 8:3 zu Hause und 8:2 im Cupfinal in Bern. Überhaupt verloren die Bündnerinnen in dieser Saison erst ein einziges Spiel und erinnerten damit an die fünf Meistertitel in Serie, ehe letztes Jahr sowohl der Cupfinal als auch der Superfinal gegen Dietlikon verloren gingen. Das weckte beim Team von Mirco Torri wieder den Hunger nach Titeln. Das Konstrukt steht beim Bündner Headcoach, der Ende Saison zu den Wizards nach Bern weiterziehen wird. Zuhinterst im Tor befindet sich Lara Heini seit der WM in herausragender Form. Vorne kann der Paradeblock um Corin Rüttimann, Seraina Ulber und Flurina Marti Spiele im Alleingang entscheiden. Aber auch die zweite Linie um die erfahrene Priska von Rickenbach sprang schon mehrmals in die Bresche, als die Top-Leute einen schlechten Tag einzogen.
Auch Winterthurs Cheftrainer Lukas Eggli scheint gerade rechtzeitig auf die entscheidende Phase seine ideale Linienkonstellation gefunden zu haben. Mal liefert die Sturmreihe mit Mäggi Scheidegger, Géraldine Rossier und Nadia Cattaneo Entscheidendes ab, mal die Linie mit Céline Chalverat, Alexandra Frick und Johanna Dahlin. Gegen Piranha wird es die maximale Leistung beider Formationen brauchen - und dazu noch den einen oder anderen Bonusauftritt aus der Verteidigung (Jael Koller, Marjut Mäkelä?) oder dem dritten Block (Annicka Dierks?). «Vor allem müssen wir die Fehler in der Mittelzone vermeiden, die Piranha gerne ausnützt», sagt Verteidigerin Koller. «Gegen Skorpion Emmental produzierten wir noch zu viele davon, im Halbfinal können wir uns das erst recht nicht mehr leisten.»
NLA Frauen, Halbfinals
Ostersamstag, 31. März
UHC Dietlikon - Wizards Bern Burgdorf
16:00 Uhr - Hüenerweid, Dietlikon
Piranha Chur - R.A. Rychenberg Winterthur
18:00 Uhr - Gewerbliche Berufsschule, Chur
Ostermontag, 2. April
Wizards Bern Burgdorf - UHC Dietlikon
13:00 Uhr - Neue Schützenmatt, Brugdorf
R.A. Rychenberg Winterthur - Piranha Chur
18:00 Uhr - Oberseen, Winterthur