08.
2011
„Oh mein Gott, warum?“
Die Transfermeldung erstaunte. Die Red Ants verpflichteten mit Jonna Mäkelä (27) die 56-fache finnische Nationaltorhüterin, obwohl sie mit Jana Christianova bereits die tschechische Nummer 1 im Kasten haben. Hintergrund des Transfers: Mäkelä ist die Lebensgefährtin der Verteidigerin Laura Kokko (42-fache Internationale) - die beiden Finninnen gabs nur im Doppelpack ...
Am Vorbereitungsturnier in Winterthur am letzten Wochenende spielte indes nur Kokko. Mäkela ist derzeit noch in der finnischen Baseball-Liga (!) beschäftigt und stösst erst nach dem Polish-Cup im September zum Team. Christianova zog sich im Trainingslager eine Verletzung am Finger zu, die aber rasch wieder verheilt sein dürfte. Die Red Ants bestritten das Turnier mit Gastspielerin Patricia Roux und der rekonvaleszenten Feldspielerin Andrea Suri im Tor - und gewannen es dennoch.
Jana, was hast du bei Bekanntwerden des Transfers von Mäkelä gedacht?
Meine erste Reaktion war: Oh mein Gott, warum? Ich habe schon oft gegen sie gespielt und weiss, wie gut sie ist ...
Du hattest mit Linnea Lexe schon letzte Saison eine ausländische Torhüterkollegin, aber es war klar, wer die Nummer 1 ist und die wichtigen Partien spielt. Wie sieht das jetzt aus?
Es gibt sicher eine andere Ausgangslage. Nach dem ersten Schock sagte ich mir, dass dies die Gelegenheit für mich ist, allen zu zeigen, was ich kann. Ich betrachte das als Motivation.
Den Schweizer Nationaltrainer Figi Coray dürfte es freuen, wenn die Nationalhüterinnen der Konkurrenz vor der WM maximal die Hälfte der möglichen Spiele bestreiten können ...
Wir werden sehen, was passiert. Ich habe mit Jonna noch nie gesprochen, ich weiss nur, dass sie eine der weltbesten Torhüterinnen ist. Es gibt zwei Varianten - wir arbeiten zusammen und pushen uns gegenseitig oder wir arbeiten gegeneinander. Ich bin für die erste Variante.