03.
2017
Red Ants wollen kleine Chance nutzen
Die Red Ants kämpfen gegen den UHC Dietlikon um den Einzug in den Superfinal vom 22. April. Die Winterthurerinnen gehen als Aussenseiter ins Rennen, haben aber nichts mehr zu verlieren.
Ein Duell David gegen Goliath ist der Playoff-Halbfinal zwischen den Red Ants und Dietlikon nicht, doch die Favoritenrolle ist vor Beginn der Best-of-5-Serie deutlich vergeben. Dreimal unterlagen die Winterthurerinnen dem Erzrivalen in der Liga (3:7, 3:7 und 2:4), auch im Cup-Halbfinal (4:7) bedeutete Dietlikon Mitte Januar Endstation. Die Zücher Unterländerinnen sind das einzige Team, das die Red Ants diese Saison nie zu schlagen vermochten. „Dann ist jetzt der beste Zeitpunkt, um damit anzufangen", sagt Céline Chalverat, die beim aktuellen Gegner ihre Karriere lancierte. Das Unterfangen ist freilich schwierig. Während Dietlikon die mit Abstand beste Verteidigung der Liga stellt (nur 2.5 Gegentore pro Spiel im Schnitt), war gerade die Chancenverwertung oft das grösste Problem der Red Ants. Und während der Qualifikationssieger gegen Aergera Giffers erwartet locker durch die Viertelfinals spazierte, rieben sich die Red Ants in fünf harten Duellen mit Skorpion Emmental auf, ehe der Einzug in den Halbfinal feststand. „Dietlikon mag ausgeruhter sein, aber uns gibt der Gewinn der Serie gegen die Skorps viel Energie. Wir reden uns jetzt einfach ein, dass unser Weg der bessere ist", sagt Chalverat schmunzelnd. Doch auch die 26-jährige Stürmerin weiss, dass vor allem die Defensive des Gegners - angeführt von Nati-Torhüterin Monika Schmid, der schwedischen Weltmeisterin Linn Lundström und der Finnin Laura Mertsalmi - irgendwie geknackt werden muss. „Nicht nur das, wir müssen auch ein Mittel gegen Dietlikons Auslösungen finden", weiss Chalverat.
Belohnter Steigerungslauf
Dass die Red Ants überhaupt in der Lage sind, noch vom Einzug in den Superfinal in Kloten zu träumen, ist keine Selbstverständlichkeit. Mitte November lagen sie ganz am Ende der Tabelle, ehe ein kontinuierlicher Steigerungslauf folgte, der vorerst im Gewinn der Viertelfinalserie gipfelte. „Zum Glück konnten wir mit unserer Erfahrung die jungen Emmentalerinnen ausschalten, sonst wären letztlich alle Fortschritte für die Katz gewesen", resümiert Chalverat. Weiter verbessern müssen die Winterthurer zweifellos ihr Unterzahlspiel - vor allem bei fünf gegen sechs Feldspielerinnen, als sie im Viertelfinal gleich drei Gegentore kassierten, zeigten sie Schwächen. Auch Verletzungen wären verheerend, da es dem Kader an der Breite fehlt, um Ausfälle in den ersten zwei Blöcken zu kompensieren - noch ein Vorteil für Dietlikon, das über mehr Alternativen verfügt. Den dritten Cupsieg in Folge hat Dietlikon bereits geschafft. In der Meisterschaft ging aber fünfmal in Folge der Final gegen Piranha Chur verloren. Sind die Gedanken bereits beim „verhexten" Endspiel, könnte das den Red Ants eine kleine Chance auf die Überraschung bieten. „Alles beginnt bei Null - und trotz der bisherigen Niederlagen hatte ich in den Duellen mit Dietlikon eigentlich ein gutes Gefühl", spricht sich Chalverat Mut zu. Nach den ersten beiden Partien an diesem Wochenende werden alle Beteiligten mehr wissen. Auch bezüglich Finalgegner - denn die zweite Halbfinalserie zwischen Serienmeister Piranha Chur und den Wizards Bern Burgdorf gilt als völlig offen.
- Wer gewinnt das Duell der "ewigen Rivalen"?
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35%Dietlikon marschiert deutlich durch
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65%Den Red Ants gelingt die Überraschung