02.
2020
"Sind als Team zusammengerückt"
Christelle Wohlhauser steht am Samstag zum zweiten Mal in ihrer Karriere in einem Cupfinal. An das letztjährige Enspiel hat die Stürmerin noch gute Erinnerungen. Im Interview erklärt sie, was sich seit dem Trainerwechsel alles verändert hat, wie sie sich auf ihr «Heimspiel» vorbereitet und was die Rückkehr von Michelle Wiki bewirkt.
Christelle, am Samstag heisst es wieder: Cupfinal! Du darfst zum zweiten Mal hintereinander in die Wankdorfhalle einlaufen. Was bedeutet das für dich?
Christelle Wohlhauser: Der Cupfinal ist grossartig - ich mag die Halle mit ihrer speziellen Atmosphäre sehr. Es ist etwas vom Schönsten, dort spielen zu dürfen und ich freue mich extrem auf dieses Highlight.
Der letzte Final dürfte dir noch in bester Erinnerung sein - du hast beim 4:2 das letzte Tor der Jets erzielt...
Sicher, diese Emotionen, die das Tor in mir und unserem Team ausgelöst haben, werde ich wohl nie mehr vergessen. In diesem Moment wussten wir, dass wir uns den Titel nicht mehr nehmen lassen würden - das war ein unbeschreibliches Gefühl.
Wie so oft in Finals heisst der Gegner Piranha Chur. Einen Favoriten gibt es eigentlich keinen. Was ist wichtig, um die Bündnerinnen zu schlagen?
Es wird oft davon gesprochen, dass die Tagesform entscheidend ist. Das stimmt auch. Das Team, bei dem mehr Spielerinnen ihre Bestleistung abrufen können, wird gewinnen. Ich habe ein gutes Gefühl, wir sind gut vorbereitet und müssen unsere Energie von der ersten Sekunde an aufs Parkett bringen. Jede von uns - dann ist die Titelverteidigung realistisch.
Man hat in der Vergangenheit so oft in Finalspielen gegen Chur gespielt. Kann man da überhaupt noch etwas Neues aus dem Hut zaubern?
Es gibt immer Platz für Überraschungen. Aber natürlich weiss man mittlerweile sehr gut, welche Gegenspielerinnen welche Stärken haben und welche Spielzüge sie oft und gerne machen.
Der Saisonstart war für die Jets harzig - im November kam es sogar zu einem Trainerwechsel. Seitdem läuft es besser. Was genau hat sich im Vergleich zum Saisonstart verändert?
Vor allem in taktischer Hinsicht haben wir schnelle Fortschritte erzielt und unser Spiel mit Ball verbessert. Wir sind aber auch als Team nochmals zusammengerückt, weil - unabhängig von Veränderungen um uns herum - wir am Ende auf dem Platz stehen und die Leistung zeigen müssen.
Im letzten Qualispiel gegen die Skorps kehrte Kapitänin Michelle Wiki nach ihrer Verletzung wieder zurück. Wie wichtig ist das für das Team?
Ich freue mich sehr für Michelle, dass sie es pünktlich auf den Cupfinal zurückgeschafft hat. Sie ist ohne Frage eine unserer Schlüsselspielerinnen und es gibt uns Mut, zu sehen, wie hart sie für ihr schnelles Comeback gearbeitet hat. Während ihrer Abwesenheit haben wir aber bewiesen, dass wir über eine gute Breite verfügen, um auch einen solchen Ausfall zwischenzeitlich zu verkraften.
Der Champions Cup verlief für euch ziemlich gut. Es scheint, als hätte er euch weiteren Auftrieb gegeben. Waren die K.O.-Spiele in diesem Sinne eine gute Vorbereitung auf ein Cupfinal-Spiel?
Genau, auch für den Champions Cup haben wir uns intensiv vorbereitet und konnten im Halbfinal unsere Leistung abrufen. Solche Erfahrungen sind sehr wichtig im Hinblick auf ein «Alles-oder-Nichts-Spiel».
Für dich wird es fast ein Heimspiel. Machst du in deiner Vorbereitung auf dieses Highlight irgendetwas Spezielles - ausser, dass du eine grosse eigene Fanschar aus dem fribourgischen mitbringst?
Nein eigentlich nicht, ich habe meine Routinen und achte höchstens darauf, dass ich in der Woche vorher etwas früher ins Bett gehe, um voll ausgeruht zu sein. Und dann hoffe ich natürlich, dass meine «Fanschar» für die Zürcher mächtig Stimmung macht. (lacht)