11.
2004
Damen NLA: Harziger Weg zurück zum Erfolg
Gespannt war man, wie sich die Mannschaft nach dem Rücktritt von Headcoach Kappeler am Vorabend präsentieren würde. Es sei vorweggenommen, eine Sternstunde in der Klubgeschichte war der Auftritt wahrlich nicht, sondern vielmehr ein Spiel, das unter dem Motto "Weg von der Verunsicherung, hin zur Spielfreude" stand.
Kampf und Krampf
Wenig zur Beseitigung der Verunsicherung trug der frühe Rückstand ein, den sich
die Caps einholten - Bursova traf für die Freiburgerinnen bereits in der fünften
Spielminute in die Maschen. Erwartungsgemäss waren freilich die Bernerinnen fast
immer am Ball und fast immer in des Gegners Hälfte. Dass trotz schöner
Ballstaffetten und viel Wille keine spielerischen Glanzlichter gesetzt werden
konnten, lag an der eingangs erwähnten Verunsicherung. Oftmals wurde nicht der
einfache, sondern der komplizierte Weg zum Ziel gesucht, zwingend und
entschlossen vorgetragene Aktionen waren eine Seltenheit. Immerhin: Nach Toren
von Schmid und Fahrni konnte der Pausentee mit gestärktem Rücken genossen
werden. An der Physiognomie des Spiels änderte sich wenig: Sense fiel durch
vereinzelte Konter auf, die meistens von Bursova oder Poffet ausgingen, die Caps
monopolisierten den Ball, bemühten sich, rackerten und wurden hierfür mit zwei
Treffern im Mitteldrittel belohnt. Eine kurzfristige Umstellung auf zwei Linien
brachte dann anfangs des letzten Drittels weitere zwei Tore ein, womit der
Arbeitssieg Tatsache war.
Starke dritte Linie
Besonders erfreulich ist , dass sich nebst den gewohnt quirlig aufspielenden
Müller und Elsinger erstmals in dieser Saison auch Schmid, Fahrni und Pfister
unter die Torschützinnen reihten. Gerade Pfister, in den letzten Wochen oft mit
Hemm- statt Turnschuhen unterwegs, traute sich erstmals seit Langem offensiv
etwas zu und wurde dafür in Form zweier Toren und viel Spielzeit belohnt. Auch
Arteva, die finnische Verstärkung in den Reihen der Stadtbernerinnen, trug mit
drei Assists dazu bei, dass die dritte Linie wie die zweite erfreulicherweise
drei Tore zum Sieg beisteuern konnte. Die wieder vereinte Linie um Juker,
Stettler und Andrey, die letztes Jahr die Spiele im Alleingang zu entscheiden
pflegte, blieb hingegen offensiv (noch) diskret. Dass auch ohne deren Beitrag
die Spiele gewonnen werden können, ist die erfreuliche Erkenntnis des Abends.
Team gefordert
Bis Ende Jahr stehen noch zwei Spiele gegen Wuppenau auf dem Programm. Zwei
Siege sind absolute Pflicht, will man nicht frühzeitig ins bedeutungslose
Mittelfeld abstürzen. Nach den Turbulenzen dieses Wochenendes, insbesondere des
Rücktrittes des Headcoaches Kappeler, ist das Team mehr denn je gefordert -
nicht nur, aber insbesondere auch die Leistungsträgerinnen, die im bisherigen
Verlauf der Saison einiges schuldig geblieben sind. Es liegt am Team, ab
Dezember den Caps-Spirit (neu) zu entfachen und wieder jene Leidenschaft - auch
in den Trainings - an den Tag zu legen, die in der Vergangenheit Grundlage des
Erfolges war.
Bern Capitals - Unihockey Sense Tafers 6:1 (2:1, 2:0, 2:0)
Moos, Gümligen - 140 Zuschauer
SR: Grütter / Wunden
Tore: 05:18 Bursova (Poffet) 0:1, 09:21 Schmid (Hofer) 1:1, 15:17 Fahrni (Arteva) 2:1, 25:29 Müller (Schmid) 3:1, 31:56 Pfister (Arteva) 4:1, 42:16 Pfister (Arteva) 5:1, 42:29 Elsinger (Müller) 6:1
Strafen: Bern Capitals 1x2', Unihockey Sense 2x2'
Bern Capitals: Roux (ab 51. Hess); Brunner, Meyer; Hofer, Schmid; Krähenbühl, Khuu; Stettler, Juker, Andrey; Elsinger, Müller, Schällibaum; Arteva, Fahrni, Pfister
Unihockey Sense: Zahno; Hirschi, Calderari; Schüpbach, Stauffiger; M. Tschannen, Baeriswyl; Poffet, Molinari, Bursova; Salzmann, Heine, R. Tschannen; Aerni, Meer, Güngerich
Bemerkungen: Bern Capitals ohne Heusser (verletzt) und Koller (nicht eingesetzt); 34. Pfostenschuss Poffet; Manuela Hess (Elite-Juniorin) mit ihrem ersten NLA-Einsatz
Best Players: Arteva / Bursova