03.
2010
Der Doppelschlag ins Glück
Die 458 Zuschauer in Wallisellen sahen einen nervösen Start beider Teams. Im Bestreben, möglichst keine Fehler zu machen, passierte genau dies - auf beiden Seiten. So kam es schon im Startdrittel zu Chancen hüben wie drüben, meistens begünstigt durch wenig überzeugende Abwehrarbeit. Zunächst mit Vorteilen für die Red Ants, die durch einen Weitschuss Silvana Nötzlis in Führung gingen und wenig später durch Michaela Kathriner einen Lattenschuss zu verzeichnen hatten, dann wurde Dietlikon gefährlicher und schaffte durch eine schöne Einzelleistung Michelle Wikis den Ausgleich.
Der zweite Abschnitt verlief ähnlich. Schon nach 46 Sekunden gingen die Red Ants durch eine deutsche Ko-Produktion von Katja Timmel und Sandra Dirksen erneut in Front - Dietlikon schlug mit einer schwedisch-finnischen Kombination und dem Tor von Eliisa Alanko wieder zurück. Auch die dritte Führung der Winterthurerinnen durch Captain Andrea Eberle glich der Meister in der 54. Minute durch Anna Bürgi noch einmal aus, nachdem Irène Tschümperlin zuvor in Unterzahl mehrmals ihr Veto eingelegt hatte. Es brauchte einen Doppelschlag innert 54 Sekunden durch Alexandra Frick und Julia Suter, um in der 57. Minute zu Gunsten der Gäste alles klar zu machen. Die Red Ants behielten im Nervenspiel, dem fünften und alles entscheidenden um den Einzug in die Finalserie, letztlich das bessere Ende für sich.
Zuversicht dank Cupfinal
Nach dem vergebenen Matchball im Heimspiel am Wochenende davor klappte es im zweiten Anlauf als doch noch für die Winterthurerinnen. „Vor allem im Mitteldrittel zitterten beide Teams", sagte Andrea Eberle. „Doch der Sieg im Cupfinal gab uns die Zuversicht, dass wir so eine enge Partie für uns entscheiden können." Über die ganze Serie gesehen geht der Sieg der Red Ants in Ordnung. Die verletzungsbedingten Ausfälle beim Meister wogen schwer, zu schwer, was sich auch im reichlich unbeholfenen Anrennen in den Schlussminuten zeigte - mehr als hohe Bälle vors Tor der Winterthurerinnen hatte Dietlikon nicht mehr zu bieten.
Zweimal hatten die Red Ants den Gegner mit verschlafenen Auftritten in den Heimspielen in die Serie zurückkehren lassen. In der Finalserie gegen Piranha Chur, das über die stärkste Offensive der Liga verfügt, wird man sich das nicht mehr erlauben können. An die Bündnerinnen mochte Andrea Eberle direkt nach Spielschluss aber noch gar nicht denken. „Gewonnen ist gewonnen, egal wie - wir stehen im Final. Das geniessen wir jetzt erst einmal, bevor wir uns ab morgen mit dem Gegner beschäftigen." Dieser Gegner sass in Wallisellen fast geschlossen auf der Tribüne und sah Red Ants, die sich über die ganze Halbfinalserie mit der Chancenauswertung schwer taten. Doch da Piranha, im Gegensatz zu Dietlikon, zwar über eine gute Torhüterin verfügt, jedoch über keine von Weltklasseformat wie Laura Tomatis, ist die Ausgangslage vor der finalen Serie völlig offen.
Dietlikon - Red Ants Rychenberg 3:5 (1:1, 1:1, 1:3)
Mehrzweckhalle Wallisellen - 458 Zuschauer.
SR: Fust / Kunz.
Tore: 6. Nötzli (Suter) 0:1. 11. Wiki (Vögeli) 1:1. 21. Dirksen (Timmel) 1:2. 29. Alanko (Scott) 2:2. 45. Eberle (Stettler) 2:3. 54. Bürgi (Morf) 3:3. 56. (55.12) Frick (Hofstetter) 3:4. 57. (56.06) Suter 3:5.
Strafen: Dietlikon keine. Red Ants 2 x 2 Minuten.
Dietlikon: Tomatis; Scott, Bürgi; Heusser, Klein; Morf, Stadelmann, Alanko; Wiki, Vögeli, Stella.
Red Ants: Tschümperlin; Nötzli, Auer; Eberle, Timmel; Frick, Hofstetter, Suter; Stettler, Dirksen, Kathriner.
Bemerkungen: 10. Lattenschuss Kathriner. Dietlikon ohne Berner und Rittmeyer, Red Ants ohne Casutt und Suri (alle verletzt).
maverick
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