10.
2010
Die Erlösung kurz vor Schluss
Nach vier Runden behaupten sich die Bern Capitals nachwievor auf Platz 3 der Swiss Mobiliar League. Die Partie gegen die bis dahin punktgleichen Burgdorf Wizards entschieden sie mit 3:2 für sich - wenn auch die Entscheidung im Berner Derby denkbar spät fiel: Gerade mal sechs Sekunden vor Schluss verwertete Simone Wyss ein Zuspiel Claudia Meiers direkt in der hohen Ecke, schoss damit die Caps zum Sieg und bewahrte gleichzeitig alle Beteiligten vor einer nervenaufreibenden Verlängerung. Das Trainerduo Cornelia Oberli und Christoph Zingg hatte es zuvor verstanden, sein Time-Out genau im richtigen Moment zu beanspruchen: 19 Sekunden vor Spielende stellten sie einen Powerblock zusammen, dessen Aufgabe es war, den Ball in den eigenen Besitz zu bringen und so schnell wie möglich den Abschluss zu suchen. Der Plan ging vollends auf.
Auf eigenem Terrain in der Mooshalle fanden die Caps besser ins Spiel als der Gegner aus dem Emmental. Schnell einmal war ein Chancenplus der Stadtbernerinnen zu verzeichnen, welches vorerst jedoch nicht in Tore umgemünzt werden konnte. So kam es, wie es immer kommt, wenn vorne die Tore nicht fallen wollen: Johanna Andersson brachte die Gäste bei Drittelhälfte nach einem Solo-Konter mit 1:0 in Führung. Mit diesem Resultat gings in die erste Pause und auch nach dieser waren die Bernerinnen vom Abschlussglück nicht gesegnet. Immer wieder flogen die Bälle über oder nebens Gehäuse oder die Capitals-Offensive scheiterte an der hervorragenden Sandra Zurbuchen im Wizards-Tor, welche zahlreiche Chancen zunichte machte. Die Caps bewiesen jedoch Geduld, die belohnt wurde: Die «kämpferische und unverwüstliche» Miriam Flückiger, wie Sandro Gerber sie später bei der Best-Player-Auszeichnung treffend beschrieb, wurde von Karin Stettler bedient und erzwang kurz vor Ende des zweiten Drittels das Glück in Form des 1:1-Ausgleichtreffers.
Im Schlussabschnitt ging das Heimteam früh durch Regula Schori in Führung, musste aber nur knapp zwei Minuten später ebenfalls das zweite Tor hinnehmen: Rahel Kaltenrieder war mitten vor dem Berner Tor völlig vergessen gegangen und hatte keine Mühe, die Vorlage Sarah Cattaneos zum 2:2 auszunutzen. Bis zum siegbringenden 3:2 boten sich weitere Chancen auf beiden Seiten, wobei nichts zählbares herausschaute. Für eine fand das unterhaltsame Derby bereits vorher ein jähes Ende: Burgdorfs Captain Sophia Molin zog sich nach einem fairen Zweikampf an der Bande eine Knieverletzung zu. Die Bern Capitals wünschen gute Besserung.
Bern Capitals - Burgdorf Wizards 3:2 (0:1,1:0,2:1)
Sporthalle Moos, Gümligen. - 115 Zuschauer. - SR Anderhalden / Heri.
Tore: 11. Andersson 0:1. 39. Flückiger (Stettler) 1:1. 54. Schori (Stettler) 2:1. 55. Kaltenrieder (Cattaneo) 2:2. 60. (
59:54) Wyss (Meier) 3:2.
Strafen: keine gegen Bern Capitals; keine gegen Burgdorf Wizards.
Bern Capitals: Aebi; Hess; Stettler, Meyer; Meier, Halter; Stauffiger; Svrckova; Schori, Flückiger, Streiff; Bärtschi, Walther, Wyss; Sura, Köstinger, Wohlhauser.
Burgdorf Wizards: Zurbuchen; Beroggi; Molin, Nydegger; Messer, Spinnler; Cina, Gübeli; Hermann, Mischler, Scott; Cattaneo, Kaltenrieder, Andersson; Krebs.