02.
2006
Frauen NLA: Arbeitssieg im Berner Derby
Heimspiel in der Fremde
Dass Derbys besonderen Gesetzmässigkeiten unterliegen, ist bekannt. Eine
Besonderheit bildete gestern allein schon der Spielort, waren doch die Caps
gezwungen, von der heimischen Mooshalle nach Allenlüften bei Mühleberg
auszuweichen und das "Heimspiel" sozusagen auf neutralem Boden zu bestreiten.
Dementsprechend war die Anfangsphase von einem gegenseitigen Abtasten geprägt,
bei welchem sich die Gäste aus Burgdorf etwas aktiver zeigten als die
Stadtbernerinnen, die insbesondere beim Forechecking und im Zweikampfverhalten
nicht zu überzeugen vermochten. Eher entgegen dem Spielverlauf waren es dennoch
die Caps, die in der 5. Minute den eminent wichtigen Führungstreffer markierten.
Dieser Treffer brachte sichtlich Ruhe in die Reihen der Stadtbernerinnen, welche
nun begannen, sich ihre Führung auch zu verdienen. Die markante
Abschlussschwäche machte sich allerdings bereits in diesem frühen Stadium des
Spiels bemerkbar. Burgdorf blieb gefährlich und hätteinsbesondere in Überzahl
den Ausgleich markieren können, was den Emmentalerinnen jedoch vor der ersten
Drittelspause versagt blieb.
Brotlose Kunst im Mitteldrittel
Nach dem spielerisch doch eher durchzogenenen Startdrittel konnte die
Mannschaft von Gerber/Spicher/Huber immerhin nach dem ersten Pausentee einen
Gang zulegen. Dementsprechend verlagerte sich das Spielgeschehen mit zunehmender
Spieldauer vor das Tor der Gäste. Das zweite Tor der Caps wollte freilich
partout nicht gelingen, zu schwach präsentierten sich die Akteurinnen an diesem
Abend in Allenlüften. Die personell dezimierte Verteidigung Burgdorfs wehrte
sich mit allen Kräften und sorgte dafür, dass das Spiel offen und der Ausgleich
nach wie vor in Reichweite blieb. Letzterer wäre denn auch um ein Haar gefallen,
streifte doch einer der seltenen Abschlüsse Burgdorfs im zweiten Drittel die
Latte. Trotz Feld- und Chancenüberlegenheit der Caps fielen im mittleren
Abschnitt keine Tore, sodass ein spannender Schlussabschnitt auf die 130
Zuschauer wartete.
Grobfahrlässigkeit im Abschluss
Gleich von Beginn weg wurde klar, dass die Caps nicht auf das Verwalten des
knappen Vorsprunges aus waren, sondern mit aller Vehemenz den zweiten Treffer
anstrebten. Die Fehler in der Verteidigung der Wizards häuften sich ebenso wie
die Einschussmöglichkeiten der Stadtbernerinnen, welche sich weiterhin nicht nur
Torchancen der Kategorie "gut" erarbeiteten, sondern insbesondere auch der
Kategorie "die muss man einfach machen". Immerhin konnte Stettler etwas zur
Beruhigung der arg strapazierten Nerven beitragen, indem sie mustergültig
bedient von Juker das 2:0 erzielte. Die Entscheidung in Form des dritten Tores
fiel jedoch nicht. Im Gegenteil: Aus dem Nichts gelang König der
2:1-Anschlusstreffer, vorbei war es mit der etwas komfortableren Führung. Wie
schon im Hinspiel, als die Emmentalerinnen ebenfalls in der Schlussphase den
Anschlusstreffer erzielt hatten, waren die Wizards nicht nur zurück im Spiel,
sondern hatten das Momentum auf ihrer Seite. Prompt verlagerte sich das
Spielgeschehen vor das Tor der Caps-Hüterin Koller. Trotz einiger brenzliger
Situationen bewahrheitete sich zum grossen Glück der Caps die Weisheit "wer die
Tore nicht schiesst, erhält sie" für einmal nicht. In der intensiven und
spannenden, aber nie hochklassigen Partie fielen keine weiteren Treffer mehr.
Finale in Zug
Mit diesem erkrampften 2:1-Sieg liegen die Caps weiterhin im Fahrplan um den
Einzug in die Playoffs, die faktisch für die Stadtbernerinnen bereits letzte
Woche begonnen haben. Nach den Siegen gegen Dürnten und Burgdorf, welche der
Mannschaft die Gewissheit geben, auch enge Spiele für sich entscheiden zu
können, steigt am nächsten Sonntag bereits das dritte Endspiel. Mit einem Sieg
in Zug wollen die Bernerinnen einerseits einen weiteren Schritt in Richtung
Playoffs machen und andererseits jene Punkte sichern, die man im Hinspiel
fahrlässig verschenkt hatte. Dass dies allerdings nur mit einer klaren
Steigerung der Effizienz im Abschlussbereich möglich sein wird, dürfte den
Beteiligten bewusst sein.
Bern Capitals - Burgdorf Wizards 2:1 (1:0, 0:0, 1:1)
Allenlüften, Mühleberg - 130 Zuschauer
SR: Grütter / Wunden
Tore: 05:55 Pfister (Elsinger) 1:0, 43:26 D. Stettler (Juker) 2:0, 50:54 König (Burkhalter) 2:1
Strafen: Bern Capitals 1x2', Burgdorf keine
Bern Capitals: Koller; Krähenbühl, K. Stettler; Pfister, Schmid; Siegfried, D. Stettler, U. Müller; Elsinger, Juker, S. Schori; Fahrni, Schällibaum
Burgdorf Wizards: Schmutz; Frischknecht, Rindlisbacher; Meier, F. Liechti; Reist, Glauser; Marti, König, Burkhalter; Pena, Mätzener, Fankhauser; Schüpbach, Schweizer, R. Liechti
Bemerkungen: 14. Pfostenschuss Schüpbach, 39. Lattenschuss Meier, 55:53 Time-out Bern Capitals, 57:47 Time-out Burgdorf, Burgdorf ab 58:23 ohne Torhüter.