26.
02.
2006
NLA Frauen | Autor: Bern Capitals

Frauen NLA: Arbeitssieg im Berner Derby

Die Bern Capitals gewinnen auch das zweite Berner Derby gegen die Burgdorf Wizards mit 2:1. Dank dem so knappen wie verdienten Arbeitssieg bleiben sie im Rennen um die Playoff-Plätze.

Heimspiel in der Fremde
Dass Derbys besonderen Gesetzmässigkeiten unterliegen, ist bekannt. Eine Besonderheit bildete gestern allein schon der Spielort, waren doch die Caps gezwungen, von der heimischen Mooshalle nach Allenlüften bei Mühleberg auszuweichen und das "Heimspiel" sozusagen auf neutralem Boden zu bestreiten. Dementsprechend war die Anfangsphase von einem gegenseitigen Abtasten geprägt, bei welchem sich die Gäste aus Burgdorf etwas aktiver zeigten als die Stadtbernerinnen, die insbesondere beim Forechecking und im Zweikampfverhalten nicht zu überzeugen vermochten. Eher entgegen dem Spielverlauf waren es dennoch die Caps, die in der 5. Minute den eminent wichtigen Führungstreffer markierten. Dieser Treffer brachte sichtlich Ruhe in die Reihen der Stadtbernerinnen, welche nun begannen, sich ihre Führung auch zu verdienen. Die markante Abschlussschwäche machte sich allerdings bereits in diesem frühen Stadium des Spiels bemerkbar. Burgdorf blieb gefährlich und hätteinsbesondere in Überzahl den Ausgleich markieren können, was den Emmentalerinnen jedoch vor der ersten Drittelspause versagt blieb.

Brotlose Kunst im Mitteldrittel
Nach dem spielerisch doch eher durchzogenenen Startdrittel konnte die Mannschaft von Gerber/Spicher/Huber immerhin nach dem ersten Pausentee einen Gang zulegen. Dementsprechend verlagerte sich das Spielgeschehen mit zunehmender Spieldauer vor das Tor der Gäste. Das zweite Tor der Caps wollte freilich partout nicht gelingen, zu schwach präsentierten sich die Akteurinnen an diesem Abend in Allenlüften. Die personell dezimierte Verteidigung Burgdorfs wehrte sich mit allen Kräften und sorgte dafür, dass das Spiel offen und der Ausgleich nach wie vor in Reichweite blieb. Letzterer wäre denn auch um ein Haar gefallen, streifte doch einer der seltenen Abschlüsse Burgdorfs im zweiten Drittel die Latte. Trotz Feld- und Chancenüberlegenheit der Caps fielen im mittleren Abschnitt keine Tore, sodass ein spannender Schlussabschnitt auf die 130 Zuschauer wartete.

Grobfahrlässigkeit im Abschluss
Gleich von Beginn weg wurde klar, dass die Caps nicht auf das Verwalten des knappen Vorsprunges aus waren, sondern mit aller Vehemenz den zweiten Treffer anstrebten. Die Fehler in der Verteidigung der Wizards häuften sich ebenso wie die Einschussmöglichkeiten der Stadtbernerinnen, welche sich weiterhin nicht nur Torchancen der Kategorie "gut" erarbeiteten, sondern insbesondere auch der Kategorie "die muss man einfach machen". Immerhin konnte Stettler etwas zur Beruhigung der arg strapazierten Nerven beitragen, indem sie mustergültig bedient von Juker das 2:0 erzielte. Die Entscheidung in Form des dritten Tores fiel jedoch nicht. Im Gegenteil: Aus dem Nichts gelang König der 2:1-Anschlusstreffer, vorbei war es mit der etwas komfortableren Führung. Wie schon im Hinspiel, als die Emmentalerinnen ebenfalls in der Schlussphase den Anschlusstreffer erzielt hatten, waren die Wizards nicht nur zurück im Spiel, sondern hatten das Momentum auf ihrer Seite. Prompt verlagerte sich das Spielgeschehen vor das Tor der Caps-Hüterin Koller. Trotz einiger brenzliger Situationen bewahrheitete sich zum grossen Glück der Caps die Weisheit "wer die Tore nicht schiesst, erhält sie" für einmal nicht. In der intensiven und spannenden, aber nie hochklassigen Partie fielen keine weiteren Treffer mehr.

Finale in Zug
Mit diesem erkrampften 2:1-Sieg liegen die Caps weiterhin im Fahrplan um den Einzug in die Playoffs, die faktisch für die Stadtbernerinnen bereits letzte Woche begonnen haben. Nach den Siegen gegen Dürnten und Burgdorf, welche der Mannschaft die Gewissheit geben, auch enge Spiele für sich entscheiden zu können, steigt am nächsten Sonntag bereits das dritte Endspiel. Mit einem Sieg in Zug wollen die Bernerinnen einerseits einen weiteren Schritt in Richtung Playoffs machen und andererseits jene Punkte sichern, die man im Hinspiel fahrlässig verschenkt hatte. Dass dies allerdings nur mit einer klaren Steigerung der Effizienz im Abschlussbereich möglich sein wird, dürfte den Beteiligten bewusst sein.


Bern Capitals - Burgdorf Wizards 2:1 (1:0, 0:0, 1:1)
Allenlüften, Mühleberg - 130 Zuschauer
SR: Grütter / Wunden
Tore: 05:55 Pfister (Elsinger) 1:0, 43:26 D. Stettler (Juker) 2:0, 50:54 König (Burkhalter) 2:1
Strafen: Bern Capitals 1x2', Burgdorf keine
Bern Capitals: Koller; Krähenbühl, K. Stettler; Pfister, Schmid; Siegfried, D. Stettler, U. Müller; Elsinger, Juker, S. Schori; Fahrni, Schällibaum
Burgdorf Wizards: Schmutz; Frischknecht, Rindlisbacher; Meier, F. Liechti; Reist, Glauser; Marti, König, Burkhalter; Pena, Mätzener, Fankhauser; Schüpbach, Schweizer, R. Liechti
Bemerkungen: 14. Pfostenschuss Schüpbach, 39. Lattenschuss Meier, 55:53 Time-out Bern Capitals, 57:47 Time-out Burgdorf, Burgdorf ab 58:23 ohne Torhüter.
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