10.
2006
Frauen NLA: Burgdorfer Befreiungsschlag
Das Spiel begann auf beiden Seiten sehr verhalten, fokussiert auf ein sicheres Spiel. Es waren die Klotenerinnen, welche früher in ihr Spiel fanden und so auch vermehrter vor dem Tor von Rahel Preisig vorzufinden waren. Nach gut 15 Minuten spürte man die gefundene Sicherheit in den Reihen der Emmentalerinnen. Sie fanden vermehrter ein Mittel, die gut stehenden Zürcherinnen auszuspielen. 52 Sekunden vor Drittelsende der erste Jubel. Carmen Bapst fand die Lücke im Tor von Simona Callabro.
Der psychologische „Nachteil“
Dieser psychologisch wichtige Treffer hätte für viele Psychologen viele Fragen
aufgeworfen. Nicht die Burgdorferinnen waren es, welche nach
der Pause weiterstürmten, nein es waren die Flughafenstädterinnen, welche viel
bissiger und entschlossener agierten. In vier Minuten machten die beiden
Stürmerinnen Saukko und Nyström aus dem Rückstand einen Vorsprung. Hier kam es
den Gastgeberinnen zu Gute, dass sie nur kurze Zeit später in Überzahl spielen
konnten. Der Ball lief gut im Powerplay, Chancen wurden etliche herausgespielt.
Kurz vor dem Ende der Strafe erzielte die wiedergenesene Christine Rossel den
wichtigen Ausgleichstreffer. Dieses wichtige Tor schien die Wizards zu
beflügeln. Sie konnten die Klotenerinnen immer wieder in die eigene Abwehrhälfte
zurückdrängen und versuchten, ihre Slotarbeit so gut wie möglich zu verrichten.
Dies hatte Trainer Roland Münger gefordert. Das Spiel kehrte nun endgültig die
Bahnen. Die Burgdorferinnen hatten sich gefunden, was sich mit dem
Führungstreffer durch Orion-Star Martina Mätzener auch an der Anzeigetafel
bestätigte.
Tore am laufenden Band
Zu Beginn des letzten Drittels verstrich nicht einmal eine Minute, als es schon
wieder im Klotener Gehäuse einschlug. Die stark spielende Beatrice Müller liess
sich hier als Torschützin feiern. Dieser Treffer konnte auch der sehr guten
Arbeit in Tornähe zugesprochen werden. Das Team scheint begriffen zu haben, dass
man dort hingehen sollte, wo es auch zwischenzeitlich „weh“ tut. Kloten hatte in
den ersten 14 Minuten des letzten Drittels wenig entgegen zu setzen. Die Wizards
waren Herr im Haus und schraubten das Resultat bis auf 7:2 in die Höhe. Zum Teil
wurden aber die Emmentalerinnen zu übermütig, stürmten alle nach vorne und
vergassen die Verteidigungsarbeit. Dies konnten die Zürcherinnen noch zu zwei
weiteren Toren ausnutzen, welche aber nur als Resultatkosmetik vermerkt wurden.
Das Spiel Burgdorf gegen Kloten hatte wieder einmal alles geboten, was man sich
in einem Unihockeyspiel wünscht. Spannung, Kampf und Tore, sowie überglücklichen
und singenden Siegerinnen. Die Zauberinnen verbringen nun die Nati-Pause auf dem
7. Rang. Dieser könnte am 19. November sogar verbessert werden. Die
Burgdorferinnen sind bei den Bern Capitals zu Gast. Ein Spiel, dass es sicher in
sich hat.
Burgdorf Wizards – Kloten-Bülach Jets 8:4 (1:0, 2:2, 5:2)
Grossmatt, Kirchberg - 105 Zuschauer
SR: Widler / Widler
Tore: 20. Bapst 1:0, 23. Saukko 1:1, 27. Nyström (Jaunin-Nydahl) 1:2, 29. Rossel (Müller, Ausschluss Dirksen) 2:2, 33. Mätzener (Reist) 3:2, 41. Müller (Mätzener) 4:2, 49. Peña (Rossel) 5:2, 51. Rossel (König) 6:2, 54. Kaltenrieder (Ausschluss Ellilä) 7:2, 55. Saukko (Jaunin-Nydahl) 7:3, 56. Mätzener (Kaltenrieder) 8:3, 60. Dirksen (Schäpper) 8:4
Strafen: Burgdorf keine; Jets 3x2'
Burgdorf Wizards: Preisig; Müller, Reist; Kaltenrieder, Mätzener, Peña; Glauser, Liechti F.; Marti, Cattaneo, Bapst; Fankhauser; König; Rossel
Kloten-Bülach Jets: Calabro; Timmel, Auer; Nyström, Jaunin-Nydahl, Saukko; Schäpper, Zizkova; Ellilä, Collenberg, Dirksen; Bösch, Heimgartner, Braunschweiler, Blaser, Moor, Dähler, Martin
Bemerkungen: Wizards ohne Zimmermann und Rindlisbacher. Liechti R. und Schmutz nicht eingesetzt.