01.
2008
Frauen NLA: Endlich...
Die Bern Capitals, welche in der Finalrunde nicht mehr um die Playoffplätze mitstreiten können, wollten von Beginn weg engagiert auftreten. Es winkt ihnen die Möglichkeit, eine völlig verpatze regular season vergessen zu machen und endlich positiv von sich reden zu lassen. Dementsprechend motiviert und konzentriert stiegen die Stadtbernerinnen auch in die auf dem Papier für sie unwichtige Partie. Von Beginn weg konnten die Caps gegen das drittplatzierte Zug mithalten. Die Berner Verteidigerinnen schienen an diesem Abend sehr ballsicher. Aus der Niederlage vor Wochenfrist wurden die nötigen Lehren gezogen. Am Ball agierten die Caps cleverer und verhinderten so schnelle Konter von Zug. Das Team um Oberli war bemüht, den eigenen und den gegnerischen Slot zu beherrschen. Eine Unachtsamkeit in der eigenen Zone und ein Wechselfehler einer Capslerin führte entgegen dem Spielverlauf zur erstmaligen Führung für die United. Die Bernerinnen liessen sich von diesem Treffer aber nur kurz beirren und spielten wieder unbeschwert und frech weiter. Alle drei Sturmreihen tauchten söfters gefährlich vor der ehemaligen Caps-Hüterin Koller auf, resultatmässig wurde das gute Startdrittel jedoch nicht belohnt.
Starke Reaktion
Nach der Pausereduzierte Trainerin Oberli auf zwei komplette Linien, das Tempo wurde so merklich erhöht und die Caps wurden im Mitteldrittel zu den Herrinnen auf dem Platz. Die Innerschweizerinnen waren in dieser Spielphase wohl überrascht vom wirbligen Capsspiel und agierten öfters etwas unsicher und mit Fehlern in der eigenen Zone. Es dauerte jedoch bis zur 27. Minute, bis die Arbeit der Hauptstädterinnen belohnt wurde. D. Stettler erzielte nach einem gelungenen Forechecking mit einem Hocheckschuss den vielumjubelten Ausgleich. Noch vor der zweiten Pause konnte Juker die Caps aus dem Slot heraus erstmals in Führung bringen. Es hätte nur wenig später noch besser kommen können, doch ein Treffer von Schmid wurde annuliert. Die 2:1 Pausenführung für das Heimteam ging völlig in Ordnung.
Im letzten Spielabschnitt wurde ein Sturmlauf der Gäste erwartet, welcher jedoch weitgehend ausblieb. Die Caps-Verteidigerinnen wurden zwar des öfters zu dritt unter Druck gesetzt, arg in Bedrängnis kamen sie indes nie. Die erste Strafe der Partie nutzte Schori, die Koller aus spitzem Winkel erwischte, für die wichtige Zweitore-Führung. Die Caps agierten immer sicherer und D. Stettler schloss einen schönen Konter 10 Minuten vor Schluss zum vorentscheidenden 4:1 ab. Die Bernerinnen hatten das Spiel jederzeit im Griff - wären da nicht die letzten vier Minuten gewesen...
Angst vor dem Gewinnen?
Zug setzte alles auf eine Karte und ersetzte Torhüterin Koller bereits früh durch eine sechste Feldspielerin. Es kam das Gefühl auf, die Truppe um Oberli hätte Angst vor dem Gewinnen. So gelang es Zug, mit einem Doppelschlag innert 30 Sekunden auf 4:3 zu verkürzen. Die aufkommende Hektik legte sich erst, als D. Stettler ihr Team mit einem empty netter eine Minute vor Schluss endgültig erlöste. Das letzte Tor von Wüst war bloss noch Resultatkosmetik.
Der Sieg war für die Capitals klar verdient und fiel eher zu knapp aus. Einzig in der Schlussphase ging die Ordnung verloren und es musste noch unnötig gezittert werden. Die Caps können nun weiter unbeschwert aufspielen, um in den verbleibenden vier Spielen weitere positive Resultate einzufahren.
Bern Capitals - Zug United 5:4 (0:1, 2:0, 3:3)
Mooshalle, Gümligen - 92 Zuschauer
SR: Rimensberger, Schneider
Tore: 13:02 Wüst (Hofer) 0:1, 27:31 D. Stettler (Flückiger) 1:1, 34:00 Juker (Flückiger) 2:1, 48:25 Schori (Meier / Ausschluss Hadorn) 3:1, 49:15 D. Stettler (Flückiger) 4:1, 57:10 Hofer (Huber / Zug ohne Torhüter) 4:2, 57:43 Von Rickenbach (Limacher / Zug ohne Torhüter) 4:3, 59:05 D. Stettler (ins leere Tor) 5:3, 59:37 Wüst (Hofer / Ausschluss von Rickenbach!) 5:4
Strafen: Bern Capitals keine, Zug 2x2' + 1x10' (von Rickenbach, Unsportlichkeit)
Bern Capitals: Preisig; Krähenbühl, Meyer; Schmid, K. Stettler; Meier; D. Stettler, S. Fahrni, Schällibaum; Flückiger, Schori, Burkhalter; Spycher, Elsinger, Brunner; Juker, Calderari
Bemerkungen: 36. Tor von Schmid wegen Torraum-Offside aberkannt, 36. Time-out Zug, 54. Pfostenschuss Flückiger, 56. Time-out Bern Capitals, 57. Pfostenschuss Limacher. Zug ab 56:15 sporadisch mit 6. Feldspielerin anstelle von Koller