02.
2007
Frauen NLA: Katastrophaler Auftritt
Insbesondere die Offensivabteilung der Caps hinterliess einmal mehr einen kläglichen Eindruck. In nunmehr vier Partien hat die mit 71 Treffern "beste Offensive der Liga" (dem 21:0 gegen Gurmels sei dank!) aus dem Spiel heraus gerade einmal einen einzigen Treffer zu Stande gebracht. Die restlichen sechs Tore im Jahr 2007 gehen auf das Konto der Verteidigerinnen. Mit einer solch indiskutablen Leistung haben die Stadtbernerinnen in den Playoffs nichts zu suchen.
Nach der Partie beim UHC Höfen ist auf Seiten der Caps für einmal harsche Kritik nötig. Der Auftritt der Stadtbernerinnen beim Berner Derby war indiskutabel. Die Spielerinnen wirkten lustlos, träge und verunsichert. Mit technischen Unzulänglichkeiten machten sie sich das Leben selber schwer und hinterliessen auch taktisch einen sehr schlechten Eindruck. "Alles in allem war dies wohl die schlechteste Leistung seit Jahren" resümierte Sportchef Gerber konsterniert nach der Partie. "Und dies in einer solch wichtigen Phase der Meisterschaft"...
Der Beginn war vielversprechend. Bereits nach knapp zwei Minuten hämmerte Regula Schori den Ball an die Latte und auch in der Folge machten die Caps das Spiel. Sie hatten klar mehr Ballbesitz als die Oberländerinnen, waren aber in ihren Aktionen zu wenig zielstrebig. Das taktisch gut eingestellte Höfen kam dadurch besser in die Partie und brach immer wieder den Ryhtmus der Caps. Nach einem tor- und ereignislosen ersten Drittel brachten die Stadtbernerinnen auch im zweiten Abschnitt kein Bein vors andere. Das Niveau des eigenen Spiels sank drastisch, Höfen übernahm das Spieldiktat immer stärker. Die logische Folge war der erste Treffer von Seiler, welche Koller im Berner Tor mit einem Weitschuss überlistete. Die Verunsicherung bei den Stadtbernerinnen wurde dadurch noch grösser und nur eine Zeigerumdrehung später war es wiederum Seiler, die einen Fehler der Caps-Defense zum 2:0 ausnutzte. "Nach diesem Doppelschlag waren wir zu blockiert, um noch im Mitteldrittel reagieren zu können" gab Captain Krähenbühl nach dem Spiel zu Protokoll.
Die geforderte Reaktion folgte dann aber erstaunlicherweise auch im Schlussdrittel vorerst nicht. Die Caps leisteten sich weitehin etliche Ungenauigkeiten und Ballverluste, welche immer wieder zu aufreibender Defensivarbeit führten. Höfen agierte in der Verteidigung sicher und liess durch gute Blockarbeit nur wenige Torchancen zu. Emotionen und Feuer in den Reihen der Stadtbernerinnen kamen nur kurz auf, als Krähenbühl glücklich im Slot an den Ball kam und keine Mühe hatte, diesen zum Anschlusstreffer in den Maschen zu versenken. Fünf Minuten vor Spielende traf Meier mit einem Weitschuss nur den Pfosten, danach war das Strohfeuer der Caps wieder erloschen. Auch mit 6 gegen 5 agierend kamen die Hauptstädterinnen zu keiner nennenswerten Torchance mehr. Die Partie ging völlig verdient mit 2:1 an den wiedererstarkten UHC Höfen. Die Oberländerinnen riefen im Gegensatz zu ihren Gegnerinnen ihr Potential ab und scheinen sich der prekären Lage am (unteren) Strich bewusst.
Für die Caps gilt es nun, die nötigen Lehren aus dieser bitteren Niederlage zu ziehen. Noch sind drei Spiele ausstehend, die Situation für die Playoffs ist weiterhin nahezu unverändert. "Wir haben ein x-tes Leben erhalten" erkennt Trainer Wohlfender. "Nun kommt es am kommenden Sonntag gegen Chur zum ersten high noon. Wenn wir verlieren, können wir die Ferien planen". In der Tat dürfen sich die Caps in den verbleibenden Partien gegen Chur, Burgdorf und Zug keine Blösse mehr leisten, wollen sie das Minimalziel Playoffs noch erreichen. Auf die Reaktion der Bernerinnen kann man gespannt sein.
UHC Höfen - Bern Capitals 2:1 (0:0, 2:0, 0:1)
AC-Zentrum, Spiez - 255 Zuschauer
SR: Fischer, Vogel
Tore: 29:32 Seiler (Egli) 1:0, 30:37 Seiler 2:0, 48:52 Krähenbühl (Müller) 2:1
Strafen: keine
Bern Capitals: Koller; Schmid, Meier; Pfister, Dunkel; Krähenbühl, K. Stettler; D. Stettler, Juker, Burkhalter; Schällibaum, Fahrni, Meyer; Müller, R. Schori, Spycher
Bemerkungen: 2. Lattenschuss R. Schori, 54. Pfostenschuss Meier
Beste Spielerinnen: Seiler / R. Schori