09.
2005
Frauen NLA: Klare Niederlage gegen die Capitals
Den Anfang des Spiels könnte man eher als Abtasten denn als Spielen bezeichnen. Beide Seiten hatten noch gewisse Abstimmungsprobleme. Die Jets konnten aber mehrheitlich die Vorgaben der Trainer umsetzen. So gelang dann auch Dominique Ammann in der 8. Minute den Abpraller von Andrea Furrers Schuss zum 0:1 zu verwandeln. Furrer hatte zuvor einen Berner Befreiungsschlag in der Mittelzone abgefangen und schnell umgeschaltet. Das Spiel ging von beiden Seiten nervös weiter, obschon die Jets das Spiel von Zeit zu Zeit wieder versuchten etwas zu beruhigen. Im Verlauf des 1. Drittels fanden die Zürcher Unterländerinnen immer besser ins Spiel und konnten sich auch Zahlreiche Chancen erarbeiten. In der 13. Minute gab es dazu den verdienten Lohn, als Dominique Ammann das Zuspiel von Martina Collenberg zum 0:2 verwertete. Wenn auch die Capitals sich einige Chancen erarbeiten konnten, war meist bei Klotens Goali Häfelfinger Endstation. Nach einer Unachtsamkeit in der Klotener Abwehr in der 17. Minute konnte aber Bern den Anschlusstreffer erzielen. Die Ballführende Spielerin wurde schlicht vergessen. Da dachte sich Dominique Amman wohl, so nicht, und schoss nach dem Bully gleich wieder zum 1:3 ein. Ein Lupenreiner Hattrick. Nach diesem Tor schienen die Jets aber das Unihockeyspielen vergessen zu haben. Weitere Schnitzer der Jets ermöglichten den Bernerinnen zahlreiche Möglichkeiten. So stand es dann in der 19. Minute nur noch 2:3. Eliane Jucker nutzte den ihr gewährten Raum gerne aus. Da sich die Jets nicht mehr fangen konnten, glich Christina Marquart in der 20. Minute das Spiel zum 3:3 aus.
Auch im zweiten drittel war nicht viel von einem geordneten Spiel auf Seiten der Jets zu erkennen. Es waren die Caps die Agiler und Stärker wirkten. Innerhalb von knapp einer Minute konnten diese dann auch erstmals in Führung gehen. Dies gleich mit zwei Toren. Die Zuteilung bei der Jets-Verteidigung war alles andere als korrekt. Zuvor wurden aber schon beim Forchecking immer wieder dieselben Fehler begangen, welche den Capitals im Mittelfeld viel Raum frei gab. In der 29. Minute stand es deswegen dann auch schon 6:3. Es war Zeit für ein Time-out auf Seiten der Jets. Man hatte bis dahin wenig vor dem gegnerischen Tor anrichten können. Es waren nur wenige Einzelaktionen die auffielen. Die Folge des Time-outs: Die Trainercrew um Anderes, Bolliger und Aaltonen stellte auf zwei Linien um. Möhl kam anstelle von Auer in die erste Linie. In der 30. Minute musste dann auch Nathalie Häfelfinger für Manuela Meier ihren Platz im Tor frei machen. Die Jets schienen sich nun ein wenig zu fangen. Der Ball lief wieder besser in der gegnerischen Hälfte. Einzig beim Abschluss haperte es noch. Die z.z. noch vielen Verletzten fehlten teilweise spürbar in der Breite des Teams. Durch einen Freistoss in der 34. Minute konnte dann aber Malin Jaunin-Nydahl nach einem Pass von Martina Collenberg durch die (löchrige) Berner Mauer das 6:4 erzielen. Bis zum Ende des zweiten Drittels hielt Manuela Meier ihren Kasten mit Tollen Paraden sauber. Dadurch, dass die Jets das Spiel der Trainer nicht umzusetzen vermochten, schienen die Spielerinnen oft wie entkräftet.
Das dritte Drittel begann wieder nervös. Die Bernerinnen konnten als erstes einen Nutzen daraus ziehen. Manuela Meier war nach 40:48 zum ersten Mal bezwungen. Fahrni hatte aus der nahen Ecke unter die Latte getroffen. Die Klotener Pässe landeten zum grössten Teil bei den Gegnerinnen anstatt bei den Mitspielern. Als sich in der 43. Minute Schäpper verspekulierte und den Ball nicht mitnehmen konnte, war es für die Caps ein leichtes aus einer 2:1 Situation zum 8:4 einzuschieben. Anstatt sich im weiteren Spielverlauf weiter auf das Spiel eigene Spiel zu konzentrieren, war man eher bemüht die Mitspielerinnen zu korrigieren. Daraus resultierte bereits das 9:4 für die Hauptstädterinnen. Elsinger schien zwar vor dem Tor gedeckt zu sein, aber eben nicht mit der letzten Konsequenz. In der 51. Minute setzte es die erste Strafe des Spiels gegen eine Bernerin wegen wiederholter Vergehen des Teams ab. Im Powerplay lief der Ball harzig. Auch die Abschlüsse waren Mangelware und dazu mangelhaft. Im Gegenzug zur Strafe erhöhten die Capitals zum 10:4. Auch bei dieser 2:1 Situation war Manuela Meier im Klotener Tor chancenlos. In der 57. Minute liess Katja Timmel die Klotener Anhängerschaft nochmals aufhorchen, als sie denn Ball kurz nach der Mittellinie an den Pfosten spendierte. Viel mehr passierte im letzten Drittel nicht mehr. Die Jets wirkten oft müde und vermochten den schnellen Stürmerinnen der Capitals wenig anzuhaben. Im Sturm war wenig von einem Konzept zu sehen. Die Angriffe endeten oft Ideenlos.
Bern Capitals – Kloten-Bülach Jets 10:4 (3:3, 3:1, 4:0)
Mooshalle, Gümligen – 50 Zuschauer
Tore: 8. D.Ammann (Furrer) 0:1, 13. D.Ammann (Collenberg) 0:2, 17. Schori (Pfister) 1:2, 18. D.Ammann 1:3, 19. Jucker (Marquart) 2:3, 20. Marquart (Jucker) 3:3, 26. Fahrni (Schori) 4:3, 26. Jucker (Elsinger) 5:3, 29. Jucker (Kohler) 6:3, 34. Jaunin-Nydahl (Collenberg) 6:4, 41. Fahrni (Schori) 7:4, 43. Schori (Elsinger) 8:4, 43. Elsinger (Schori) 9:4, 53. Jucker (Schällibaum) 10:4
Strafen: Bern 1x2', Jets keine
Kloten-Bülach Jets: Häfelfinger (ab 30. Meier); V.Ammann, Schäpper; Timmel, Furrer; Saukko, Alder, Auer; Jaunin-Nydahl, Collenberg, D.Ammann; Wetzel, Möhl, Blaser
Bemerkungen: Jets ohne Dirksen, Mannonen, Kathriner, Jäger, Dähler (verletzt), Bleiker (krank). 29. Minute Time-out Jets