01.
2008
Frauen NLA: Schlechtes Spiel zur schlechten Zeit
Alles war bereit für ein packendes Berner Derby. Es fehlte eigentlich an nichts. Beide Teams wollten sich gleich von Beginn weg nichts schenken, so dass ein Spiel zu sehen war, welches mit viel Körpereinsatz vonstatten ging. Den etwas besseren Start hatten die Wizards, welche kontrolliert zu ein paar Einschussmöglichkeiten kamen, sonst aber an der eng positionierten Abwehr der Hauptstädterinnen hängen blieben. Der erste Treffer durch Peña war die bis dahin logische Folge. Nur 29 Sekunden später hätten die Emmentalerinnen bereits einen zweiten Treffer landen können, doch die sonst so sichere Penaltyschützin Martina Mätzener konnte den ausgesprochenen Strafstoss nicht unterbringen.
Diese Situation schien die Burgdorf Wizards zu schocken. Kurz darauf, auch in Überzahl, passte bei den Gastgeberinnen kein Stein mehr auf den anderen. Sie verrannten sich in unnötige Zweikämpfe, welche vielfach von den Capitals gewonnen wurden, oder von den Schiedsrichtern (zu) oft mit einem Foul beendet wurde. Dabei hatten die Einheimischen die beiden Unparteiischen an diesem Abend nicht auf ihrer Seite, was zu vielen schüttelnden Köpfen führte und auch wieder viele Fragen aufwerfen könnte.
Das Heimteam kam nicht mehr aus dieser Farce hinaus, weshalb die Bern Capitals das Spiel auch auf der Resultattafel kehren konnten, wobei Flückiger in typischer Manier nicht lange fackelte und nur zwei Chancen brauchte, um so viele Tore zu erzielen.
Das Mitteldrittel dauerte nicht lange, da erzielten die Gäste auch bereits den dritten Treffer. Die Bern Capitals, welche glücklicher und auch engagierter zu kämpfen schienen als Diejenigen gegenüber, hatten sich diesen Vorsprung verdient. Die zahlreich erschienenen Zuschauer warteten vergebens auf den „Big-Shot“, welcher die kompliziert spielenden Emmentalerinnen vielleicht noch hätte auf die Siegerstrasse bringen können.
Nachdem den Burgdorf Wizards auch noch die Zeit davon zu laufen schien und sie die Offensive mehr aufsuchten, kam es sogar noch soweit, dass die Bern Capitals mit argwöhnischer Sicherheit alle Forechecking-Versuche unterbrachen und den ihnen gegebenen Raum sehr gut ausnutzten. Dabei zeichneten sich vor allem die beiden Nationalspielerinnen Daniela Stettler und Miriam Flückiger in bestechender Form. Diese beiden waren schlussendlich auch der Schlüssel zum Sieg für die Stadtbernerinnen, welche nun ihrerseits die besten Karten haben, die Finalrunde zu erreichen.
Die Burgdorf Wizards haben somit ihre einzigartige Chance verspielt, die Runde der besten Sechs direkt zu erreichen. Im dümmsten Moment, sprich heute, hat die junge Equipe von Roland Münger einen schwachen Tag eingezogen, und es so den Gegnerinnen schlussendlich recht einfach gemacht. Hier muss allerdings gesagt werden, dass die Bern Capitals ein gutes Spiel gezeigt haben und schlussendlich den Sieg mit viel Kampf und der individuellen Klasse der beiden genannten Spielerinnen auch verdient in die Hauptstadt mitgenommen haben.
Burgdorf Wizards – Bern Capitals 1:5 (1:2,0:1,0:2)
Grossmatt, Kirchberg - 325 Zuschauer
SR: Gasser / Häsler
Tore: 10. Peña (Berti) 1:0, 15. Flückiger 1:1, 18. Flückiger (D. Stettler) 1:2, 22. S. Fahrni (Calderari) 1:3, 52. D. Stettler (Flückiger) 1:4, 57. Flückiger (D. Stettler) 1:5
Strafen: Burgdorf Wizards 3x2'; Bern Capitals 4x2'
Burgdorf Wizards: Zurbuchen, Reist, Käser; Mätzener, Berti, Peña; Zimmermann, Marti; Kaltenrieder, Bapst, Cattaneo; König, Fankhauser, Liechti; Wehinger
Bern Capitals: Aebi; Krähenbühl, Schori, Spycher, S. Fahrni, K. Stettler, Schmid, Elsinger, Pfister, Meyer, Calderari, Burkhalter, D. Stettler, Schällibaum, Flückiger, R. Fahrni
Bemerkungen: 48. Time-out Bern