Wenn man nach 59:11 Minuten den Sieg doch noch unter Dach und Fach bringen kann, hat man das nötige Quäntchen Glück. Dieses durfte Zug United beim 3:2 über Burgdorf verdientermassen in Anspruch nehmen, bleibt damit in Tuchfühlung mit den Playoff-Rängen.
Thomas von Känel ist nicht zu beneiden. Dem Trainer von Zug United bleibt momentan nur ein schmales Kader. Das verhindert dann und wann sogar geplante Trainingseinheiten. So geschehen am Freitag, wo lediglich ein Lauftraining absolviert werden konnte. Keine guten Voraussetzungen für ein Spiel, das unbedingt gewonnen werden musste.
Starkes Startdrittel
Zug United liess sich von diesen Begleitumständen nicht beirren, drückte von Anfang an aufs Gaspedal. Das bekamen die Gäste schon nach 37 Sekunden zu spüren, als Katja Timmel mit einem satten Weitschuss zur frühen Führung traf. Martina Mätzener, vor der von Känel gewarnt hatte, egalisierte diese Führung aber praktisch im Gegenzug. Schade, denn das erste Drittel gehörte ganz klar Zug United. Die Angriffsauslösung funktionierte, viele Bälle konnten für sich erlaufen werden. Das Schussverhältnis von 18:7 sprach ebenfalls klar für die Gastgeberinnen.
Schönes Spiel bringt keine Tore
Nur: Resultatmässig schafften es die Zugerinnen nicht, sich entscheidend von den Burgdorf Wizards zu distanzieren. Erinnerungen ans Hinspiel wurden wach, als es nach 40 Minuten ebenfalls 1:1 gestanden hatte, obschon Zug United insgesamt kompakter wirkte. "Wir spielten zu umständlich", hielt von Känel nach Matchende fest "und hatten grosses Glück, dass wir nicht in Rückstand gerieten". In der Tat zeigte Zug United plötzlich sein fragiles Gesicht, das den Gegnerinnen Chancen in gehäufter Menge eröffnete. Gut zu wissen, dass mit Andreia Koller eine Hüterin da war, auf die man sich verlassen konnte. "Sie hat uns in dieser schwierigen Phase vor dem sicheren Rückstand bewahrt", gab es ein Extralob vom Trainer.
Späte Entscheidung
297 Sekunden nach dem 2:1 durch Wüst schafften die Gäste den erneuten Ausgleich. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Zugerinnen bereits umgestellt und mit ihren besten Kräften versucht, das siegbringende 3:1 zu schiessen. Doch es blieb beim guten Vorsatz und die Fans sahen die Felle sowie die drei so nötigen Punkte bereits davonschwimmen. Da schnappte sich Regula Arnold den Ball, tanzte übers halbe Feld, passte zu Mirjam Hofer, welche mit ihrem zweiten Saisontor und 49 Sekunden vor Schluss dafür sorgte, dass der (Zuger) Abend doch noch im Glück endete.
Zug United - Burgdorf Wizards 3:2 (1:1,0:0,2:1)
Waldegg, Rotkreuz -50 Zuschauer - SR: Steiger / Scherrer
Tore: 1. Timmel (Arnold) 1:0; 4. Mätzener 1:1; 51. Wüst (Limacher) 2:1; 54. Wehinger (Mätzener) 2:2; 60. Hofer (Arnold) 3:2
Strafen: beide keine.
Zug United: Koller; Timmel, Gatzke, Hofer, Kiser, Huber, Bäckström, Nussbaumer M., Künzli, von Rickenbach, Arnold, Wüst, Limacher, Rothenfluh, Nussbaumer C., Nesmerakova, Hadorn, Walder, Cattaneo
Burgdorf Wizards: Schmutz; Reist, Käser; Marti; Zimmermann, Mätzener, Peña, Liechti (ab 40. Wehinger); Bapst, Kaltenrieder, Cattaneo; Fankhauser Y., Berti, Ruffieux, Comte, Mom
Bemerkungen: Zug United ohne Walder, Kiser und Mathis (alle verletzt). Burgdorf Wizards ohne Gerber, Fankhauser Doris, König(verletzt) und Duc (abwesend). 48. Timeout Zug United, 60. Timeout Burgdorf Wizards.