03.
2006
Frauen NLA: Stettler schiesst Caps in die Playoffs!
Die Geschichte des Spiels gegen die Freiburgerinnen ist schnell erzählt, schrieb sie doch nur eine Spielerin. Naticrack Daniela Stettler spielte in einer anderen Liga, ja auf einem anderen Planeten als alle andere Feldspielerinnen und war im Alleingang für die Höhepunkte in einem mässigen Spiel, welches die Zuschauer nie von den Sitzen zu reissen vermochte, besorgt. Diese persönliche Glanzleistung in Form von vier Treffern und einer Torvorlage war auch nötig, wusste doch ansonsten keine andere Caps-Spielerin gegen den Tabellenletzten zu überzeugen. Trotzdem war die Stimmung am Schluss ausgelassener als jemals zuvor gegen die Freiburgerinnen, werden doch die Bernerinnen dank der gewonnenen drei Punkte zum zweiten Mal innert drei Jahren im (Playoff-)Konzert der Grossen mitspielen. Dieser Erfolg ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert.
Erfolg trotz Abgängen
Nicht wenige Stimmen trauten den Caps den erneuten Sprung unter die ersten
Vier nicht zu. Da waren jene, die nach den Abgängen von Leistungsträgerinnen wie
Brunner und Heusser die Bernerinnen im hinteren Mittelfeld sahen. Da waren jene,
die auf das in Folge von Verletzungen und Rücktritten viel zu schmale Kader
hinwiesen und der Meinung waren, dass sich dies rächen würde. Und da waren v.a.
auch jene, die so oder so zu wissen glaubten, dass Playoff-Unihockey in Bern
einzig und allein mit der Schwedin Jenny Magnusson, die vor zwei Jahren ihr
Gastspiel in Bern gab, zu realisieren ist. Die Kritiker wurden Lügen bestraft,
selbst wenn sich ihre Prognosen noch bis Ende Januar zu bewahrheiten schienen.
Bis dahin verschenkten die Caps in regelmässigen Abständen geradezu fahrlässig
Punkte, insbesondere auch gegen die direkte Konkurrenz. Unvergessen ist der
Ärger über den Ausgleich Zugs 12 Sekunden vor Schluss oder den Siegestreffer von
Piranha Chur 2 Sekunden vor Schluss. Manch einer fragte sich, ob diese
fahrlässig verschenkten Punkte in der Endabrechnung nicht fehlen würden. Dies
erst recht, als das kapitale Spiel in Chur Ende Januar ebenfalls mit einer sehr
unglücklichen Niederlage endete.
Das Spiel mit dem Messer am Hals
Glücklicherweise besann sich die Mannschaft von Gerber/Spicher/Huber auf alte
Tugenden und kämpfte sich zurück. Wie in der Vergangenheit auch gelang es der
Mannschaft, mit dem Messer am Hals bzw. dem Wasser in Kinnhöhe die wichtigen
Spiele zu gewinnen. Nach der Niederlage in Chur folgten vier Erfolge in Serie,
darunter der wegweisende Sieg letzten Freitag in Zug. All diese Spiele waren
Endspiele, in denen verlieren verboten war. Dass trotz dieses Druckes in jedem
der vier Spiele der Erfolg gesucht und gefunden wurde, ist letztlich
ausschlaggebend für die vorzeitige Playoff-Qualifikation.
Die Bestätigung dieser Qualifikation ist nicht nur Beweis dafür, dass Platz 3 vor zwei Jahren nicht ein einmaliger (Magnusson-begünstigter) "Ausrutscher" war, sondern dürfte für das Berner Damenunihockey ebenfalls sehr wertvoll sein. Dieses ist nicht nur (in Form der Burgdorf Wizards) im Cupfinal vertreten, sondern mischt nun auch bei der Vergabe des Schweizermeistertitels mit. Dass dort auch Qualifikationssieger und -zweite straucheln können, beweisen die aktuellen Eishockey-Playoffs. Für Spannung und Spitzenunihockey in Bern ist gesorgt...
Bern Capitals - Unihockey Gurmels Sense-See 8:0 (2:0, 2:0, 4:0)
Mooshalle, Gümligen - 185 Zuschauer
SR: Brugger / Moser
Tore: 01:24 D. Stettler (Juker) 1:0, 16:08 D. Stettler (Siegfried) 2:0, 29:46 D. Stettler (Siegfried) 3:0, 35:45 Juker (D. Stettler) 4:0, 42:46 D. Stettler 5:0, 53:39 Schällibaum (Müller / Ausschluss Calderari) 6:0, 56:36 K. Stettler 7:0, 59:35 Pfister 8:0
Strafen: Bern Capitals keine, Gurmels 1x2'
Bemerkungen: 16. Pfostenschuss Claderari, 31. Pfostenschuss Schällibaum, 55. Lattenschuss Fahrni. Erster NLA-Einsatz von Gisela Weibel. Bern Captials ohne R. Schori, Meyer (verletzt), S. Schori (krank) und Koller (nicht eingesetzt). Gurmels ohne Meer, Kaeser, Peterhans, Ellilä und Oswald (verletzt)
Bern Capitals: Roux; Krähenbühl, K. Stettler; Pfister, Schmid; G. Weibel; D. Stettler, Juker, Siegfried; Elsinger, Müller; Schällibaum; Fahrni, Spycher
Unihockey Gurmels Sense-See: Preisig (ab 31. Hauzenberger); Molinari, Aerni; Stauffiger, Hirschi; Buri, Calderari, Saladin; Hofer, Carlsson, Marschall; Furrer