01.
2011
Heimrecht gesichert
Es gab in den letzten Jahren mehrere äusserst hitzige Derbys zwischen den Erzrivalinnen aus Winterthur und Dietlikon, die man getrost als Schlacht hätte bezeichnen können. Die Partie in der Zürcher Hardau-Halle, wo Dietlikon sein Heimspiel im Rahmen eines Eventwochenendes austrug, fiel nicht in diese Kategorie. Ausser ein paar kleinen Gifteleien und den wie immer heftigen Zweikämpfen zwischen Andrea Hofstetter und Tanja Stella zeigten sich beide Teams gesittet und auf spielerisch ansprechendem Niveau. Dies gereichte den Winterthurerinnen zum Vorteil, die in dieser Saison über das breitere und bessere Kader zu verfügen scheinen. So erzielte Simone Ryser von der dritten Linie der Red Ants die ersten beiden Treffer, beide Male auf Vorarbeit Ela Piotrowskas, während Dietlikon gar keine dritte Formation einsetzte. Dietlikons Anschlusstreffer beantwortete Andrea Eberle mit einem sehenswerten Schuss ins lange Ecke kurz vor Ende des zweiten Drittels, was so etwas wie die Vorentscheidung bedeutete. Die letzten zwanzig Minuten gehörten klar den Red Ants. Dietlikon kam zwar noch einmal auf 2:3 heran, als Daniela Stettler über die Bande gecheckt worden war und ihrem Block einige Sekunden fehlte. Doch der stete Druck auf das Dietliker Gehäuse zahlte sich in Form von Natalie Stadelmanns 4:2 in der 55. Minute endgültig aus.
Keine Planspiele
Mit diesem Sieg haben die Red Ants die Qualifikation auf dem zweiten Rang abgeschlossen und ihren Tabellennachbarn um acht Punkte distanziert. Selbst bei einer Niederlage in der am kommenden Wochenende beginnenden Finalrunde im Direktduell und einer Niederlage gegen Piranha Chur, ist den Winterthurerinnen dieser Platz kaum noch zu nehmen. Der Sprung auf den ersten Rang ist in den folgenden fünf Partien jedoch ebenso schwierig, müsste Piranha dafür doch zweimal verlieren. Auf solche Planspiele wollte sich Simone Ryser gar nicht einlassen und zog es vor, den Moment zu geniessen. „Für mich als Bernerin war dieses Zürcher Derby speziell. Es freut mich, dass ich zwei Tore zum Sieg beisteuern konnte", zeigte sie sich nach dem Spiel mit dem Resultat, der Vorstellung des Teams und ihrer Leistung zufrieden. Die Zerrung, die sie zuletzt ausser Gefecht gesetzt hatte, behinderte sie offensichtlich nicht mehr. „Ich war schon immer anfällig auf solche Verletzungen und muss vor der Partie einfach immer gut stretchen. Schliesslich werde ich ja auch nicht jünger", sagte die 28-Jährige schmunzelnd. Wobei das mit dem Alter natürlich relativ ist - Ryser war die jüngste Torschützin der Red Ants an diesem Abend.
Dietlikon - Red Ants Rychenberg 2:4 (0:1, 1:2, 1:1)
Sporthalle Hardau, Zürich. - 283 Zuschauer. - SR Elmer/Schellenberg.
Tore: 10. Ryser (Piotrowska) 0:1. 36. Ryser (Piotrowska) 0:2. 36. Meier (Ella Alanko) 1:2. 40. Eberle (Dirksen) 1:3. 47. Eigentor 2:3.55. Stadelmann (Frick) 2:4.
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Dietlikon. 2-mal 2 Minuten gegen Red Ants.
Dietlikon: Schwendener; Klein, Meier; Zimmermann, Wüthrich; Ella Alanko, Stella, Wiki; Morf, Vögeli, Ertürk.
Bemerkungen: 57.35 Time-Out Dietlikon. Dietlikon ohne Eliisa Alanko (verletzt). Red Ants ohne Meienhofer, Casutt, Suri (alle verletzt).