03.
2013
Piranha rettet sich in Finalissima
Frauenmeister Piranha Chur hat die Schmach des vorzeitigen Saisonendes abgewendet. Den hartumkämpften vierten Play-off-Halbfinal entschieden die Churerinnen am Sonntag in Winterthur mit 4:1 für sich. Am Ostersamstag steht die Entscheidungspartie an.
Den Startschuss gab wieder einmal Mirca Anderegg. Ab der 30. Minute sprang der Churer Captain - frustriert von der bis dahin erneut schwachen Churer Leistung - alles an, was bei drei nicht über der Bande war. Im Stile von Arnold Winkelried schaffte sie Lücken in der Winterthurer Abwehr - und zermürbte diese auch gleich. «Zeichen setzen», heisst dies in der Play-off-Sprache.
Ein Zeichen gegen das vorzeitige Aus, welches eine weitere Niederlage gegen die Red Ants bedeutet hätte. Vielleicht ist es so zu erklären, dass Winterthurs Finnin Laura Kokko in der 39. Minute einen katastrophalen Fehlpass spielte. Churs Angreiferin Katrin Zwinggi bedankte sich, passte zu Seraina Ulber und diese bezwang Jonna Mäkelä zum vorentscheidenden 2:1.
Spät von der Last befreit
Ein wenig Druck viel mit diesem Treffer von den Churer Schultern. Bis diese aber frei von der Last des vorzeitigen Saisonendes waren, dauerte es unendlich lange. Erst in der 53. Minute traf Corin Rüttimann auf mustergültige Vorarbeit von Seraina Ulber zum 3:1. Rüttimanns Strahlen nach einem Torerfolg ist meistens sehr gross, gestern war es nochmals eine Spur breiter. Der «Affe» war vom Buckel, auch wenn die Red Ants in der Schlussphase nochmals alles versuchten. Die Churer Abwehr war aber Herr der Lage, zudem stellten sich die Winterthurer Stürmerinnen ähnlich kläglich vor dem Tor an, wie die Schweizer Fussballer am Samstag in Zypern. 32 Sekunden vor Schluss krönte Anderegg ihren kämpferischen Einsatz mit dem 4:1 ins leere Winterthurer Tor.
Entscheidung am Ostersamstag
Lange schien auch Spiel 4 in die gleiche Richtung zu gehen, wie die Spiele 2 und 3. Piranha Chur war zwar oft in Ballbesitz, wirkte aber erneut sehr ideenlos und verkrampft. Auch die frühe Führung von Sonj Putzi (2.) beruhigte das Churer Nervenkostüm nicht. Nach einem der gefürchteten Auswürfe von Mäkelä traf Daniela Stettler zum 1:1 (16.). Sofort bekamen die Winterthurerinnen Oberwasser. Wenig gefehlt hätte, dass sie auch in Führung gegangen wären. Zum Glück für Piranha gelang dies nicht. «Der Aufwand hat sich gelohnt», atmete Sportchefin Sabrina Arpagaus nach Spielende auf. Am Samstag steht die «Finalissima» um den Finaleinzug in Chur an. Im zweiten Halbfinal setzte sich Dietlikon mit 3:0 Siegen gegen Zug problemlos durch.
Red Ants Winterthur - Piranha Chur 1:4 (1:1, 0:1, 1:2)
Oberseen. - 293 Zuschauer. - SR Bösch/Rosenberger.
Tore: 2. Putzi (Streiff) 0:1. 16. Daniela Stettler (Mäkelä) 1:1. 39. Ulber (Zwinggi) 1:2. 53. Rüttimann (Ulber) 3:1. 60. Anderegg (Ausschlüsse Kern; Ukkonen) 4:1 (ins leere Tor).
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Red Ants Winterthur, 3mal 2 Minuten gegen Piranha Chur.
Winterthur: Mäkelä; Kunz, Bühler; Kokko, Karin Stettler; Kern, Scheidegger, Frick; Dirksen, Kathriner, Daniela Stettler; Leone, Räss, Kinnunen.
Chur: Siltanen; Marti, Streiff; Ukkonen, Kornberger; Anderegg, Stadelmann, Putzi; Zwinggi, Rüttimann, Ulber; Russi, Walther, Dominioni.
Bemerkungen: 29. Lattenschuss Daniela Stettler, 57. (56:40) Time-out Red Ants Winterthur. - Mäkelä, Kokko und Dirksen (alle Winterthur) nach der Partie verabschiedet.
Zeitungsbericht "Die Südostschweiz"