01.
2013
Red Ants unterliegen Leader knapp
Gegen Piranha Chur verteilten die Red Ants ein paar Geschenke zuviel. Dennoch zeigten sie bei der 4:5-Niederlage eine Leistung, auf der sich aufbauen lässt.
Mit einem sehenswerten Hocheckschuss brachte Daniela Stettler die Red Ants nach fünf ausgeglichenen Minuten in Führung. Für die Bündnerinnen war der Treffer das Signal, das Forechecking zu intensivieren und den Druck zu erhöhen. Prompt schafften sie es, die Gastgeberinnen zu Fehlern zu verleiten. Kurz nach dem Ausgleich durch Sonja Putzi luchste Flurina Marti Winterthurs Laura Kokko den Ball ab und bediente die freistehende Putzi im Slot. 96 Sekunden später zog Mirca Anderegg nach einer missglückten Freischlagvariante der Red Ants unwiderstehlich los, um vor dem Tor quer und wieder für Putzi zum 1:3 aufzulegen - ein lupenreiner Hattrick der Bündner Nationalspielerin innerhalb von nur dreieinhalb Minuten.
Und doch begann nach zwei schnellen Treffern der Red Ants zu Beginn des Mitteldrittels alles wieder von vorne, nachdem Andrea Kern und Margrit Scheidegger zum 3:3 ausgeglichen hatten. „Dass wir in dieser Phase die Ruhe behalten konnten, hat letztlich das Spiel zu unseren Gunsten entschieden", analysierte Churs ehemalige Winterthurerin Natalie Stadelmann, für die die Rückkehr an ihre alte Wirkungsstätte immer noch etwas Besonderes war. Mit einem erneuten Doppelschlag innerhalb von eineinhalb Minuten kurz nach Spielhälfte brachten Manuela Dominioni und - ausgerechnet - Stadelmann Piranha wieder mit zwei Toren voran.
Baldiges Wiedersehen
Nach zwei spielerisch ansprechenden Dritteln dominierte im letzten Abschnitt der Kampf. Den mit nur zwei Linien agierenden Red Ants - die dritte Sturmreihe lief sich zwar warm, gelangte aber nicht zum Einsatz - schien zunehmend die Luft auszugehen. Bis in der 49. Minute Flurina Marti Andrea Kern ins Tor stiess, was reglementarisch korrekt eine 5-Minutenstrafe zur Folge hatte. Erst traf Kern in Überzahl nur den Pfosten, ehe sie Margrit Scheidegger kurz darauf zum 4:5 perfekt bediente. Mehr liess der Meister trotz wütender Angriffe der Red Ants aber nicht mehr zu, auch mit sechs Feldspielerinnen gelang der Ausgleich nicht mehr.
„Es war ein gutes Spiel. Dass die Linie im letzten Drittel etwas abhanden kam lag daran, dass wir mehr riskieren und die 1-gegen-1-Situationen mehr suchen mussten", bilanzierte Andrea Kern, die nach ihrer Babypause erstmals wieder für die Länderspiele vom Februar aufgeboten wurde. „Leider haben wir den Bündnerinnen drei Tore geschenkt - und mehr als vier Tore schiesst selten jemand gegen sie." Das Rezept, um Piranha im nächsten Duell wieder zu schlagen, ist somit klar. Und die nächsten Duelle dürften schon im März folgen. Einerseits in den Playoff-Halbfinals, da sich die Red Ants kaum noch Chancen auf Rang 3 ausrechnen dürfen. Und andererseits im Cupfinal, wenn die Winterthurerinnen am kommenden Sonntag in Oberseen im Halbfinal Höfen bezwingen. Piranha ist bereits für den Final qualifiziert.
Red Ants Winterthur- Piranha Chur 4:5 (1:3, 2:2, 1:0)
Oberseen, Winterthur. - 203 Zuschauer. - SR Hohl/Keel.
Tore: 6. Daniela Stettler (Kokko) 1:0. 11. Putzi (Ukkonen) 1:1. 12. Putzi (Marti) 1:2. 14. Putzi (Anderegg) 1:3. 22. Hofstetter (Bühler) 2:3. 24. Scheidegger 3:3. 33. Dominioni (Rüttimann) 3:4. 34. Stadelmann (Anderegg) 3:5. 53. Scheidegger (Hofstetter; Ausschluss Marti) 4:5.
Strafen: keine Strafen gegen Red Ants Winterthur. 2mal 2 Minuten und 1mal 5 Minuten (Marti) gegen Piranha Chur.
Red Ants Winterthur: Mäkelä; Kokko, Karin Stettler; Bühler, Kern; Kunz; Daniela Stettler, Dirksen, Frick; Kathriner, Scheidegger, Kinnunen.
Piranha Chur: Siltanen; Ukkonen, Marti; Kornberger, Streiff; Zwinggi, Russi, Ulber; Stadelmann, Anderegg, Putzi; Dominioni, Rüttimann, Walther.
Bemerkungen: 50. Pfostenschuss Kern. 50.27 Time-Out Red Ants.