16.
02.
NLA Frauen | Autor: Keller Damian

Red Ants im Playoff!

Eine starke Marion Steiger, Melea Brunners Bogenball, Zoe Kläy mit zwei Assists beim Comeback - die Red Ants schlagen die Riders mit 4:3 und stellen eine Runde vor Schluss die Playoff-Qualifikation sicher.

Die Ausgangslage präsentierte sich dramatisch. Im Fall einer Heimniederlage hätten die Red Ants die Riders punktemässig aufschliessen lassen müssen - angesichts des Schlussprogramms (Red Ants auswärts bei den Skorps, die Riders gegen Schlusslicht Uri) ein angsteinflössendes Szenario. Bei einer Niederlage nach Verlängerung wären die Red Ants punktgleich mit BEO gewesen, dies bei identischer Tordifferenz. Hier hätte das Szenario (BEO in der letzten Runde gegen die Jets) heissen können: Wer verliert weniger hoch und bleibt über dem Strich? Céline Vaerini: „Die letzte Partie gegen BEO wäre schon wichtig gewesen. Nach der Niederlage merkten wir, wie der Druck in der Woche vor der Partie gegen die Riders stieg - die Stimmung wurde auch etwas gereizter als sonst."

Auftakt nach Mass
Über 200 Fans wollen sehen, wie der Oberseen-Krimi mit dem Titel „Verlieren verboten" ausgeht. Erstes Bully. Melea Brunner gewinnt es. Wie gross ist die Nervosität? Die Red Ants lassen den Ball zirkulieren, die Riders warten ab. Céline Vaerini übernimmt als hinterste Spieler den Ball, passt zu Melea Brunner, diese der Bande entlang zu Hana Uimonen, diese direkt auf die aufgerückte Vaerini - 1:0 für die Red Ants nach 34 Sekunden, ohne dass eine Gästespielerin den Ball auch nur berührt hätte. Was für ein Auftakt.

Die mitgereisten Fans der Riders trommeln, die Bank der Red Ants beklatscht jeden gelungenen Moment. Die Red Ants suchen mit zwei Linien die Spielkontrolle, Melea Brunner kommt zu zwei guten Gelegenheiten. Doch die Gäste finden immer besser ins Spiel, Marion Steiger ist mehrfach gefordert. Mark van Rooden bringt in der 18. Minute als Entlastung erstmals die dritte Formation - die durch Katarina Klapitova sofort eine Strafe kassiert. Bis zur Pausensirene steht das Boxplay aber sicher, die Red Ants gehen mit einer Führung in die Pause.

Steiger rettet
Ein paar wenige Sekunden der Strafe wurden ins Mitteldrittel mitgenommen. Diesmal gewinnt Brunner das erste Bully nicht und prompt nutzte Emma Hansson den Ballbesitz in Überzahl zum Ausgleich. 26. und 29. Minute - Malin Hansson hat zwei grosse Chancen. 33. Minute: Wilma Johansson taucht alleine vor dem Winterthurer Gehäuse auf. „In dieser Phase hat uns Marion Steiger den Hintern gerettet", wird van Rooden nach Spielschluss sagen. Von den Red Ants kam kaum etwas auf das gegnerische Tor. Dann wurde Julia Turunen bei einem Abschlussversuch gestört, die Refs schickten Malin Brolund dafür auf die Strafbank. Vaerini fand im Powerplay Anna Habersatter im Slot, die trocken einnetzte. Somit gingen die Red Ants auch in die zweite Pause mit einem die Riders unter Druck setzenden Vorsprung. Aber halt, eine Bemerkung zum Mitteldrittel muss noch sein - 63 Sekunden vor Drittelsende kam es zum Comeback Zoe Kläys, die erstmals in dieser Saison mittun konnte. „Es hätte eigentlich schon einige Minuten vorher soweit sein sollen, aber die Strafe kam dazwischen", erklärt Kläy den speziellen Zeitpunkt. Die Topskorerin der letzten Saison führte sich sofort mit einem starken Pass ein.

Comebackerin Zoe Kläy
In der 45. Minute schaffte es Malin Hansson im x-ten Anlauf, Steiger zu überlisten. Das Spiel begann wieder von vorne. Die Halle schrie auf, als Enya Fassler in der 52. Minute die Latte traf. Wie sagt doch eine alte Sportweisheit: Wenn du sie vorne nicht machst.... dann mach sie halt eine Minute später. Comebackerin Kläy erkämpfte sich einen Ball und bediente Brunner, die eigentlich den Abschluss verpasste - aber ihr mit Verspätung abgegebener Schuss wurde abgelenkt und senkte sich nach einer Bogenlampe hinter Gästehüterin Sheril Schmid ins Netz. 58. Minute: Kläy hinter dem Kasten der Riders, Pass in den Lauf Hana Uimonens, ein satter Abschluss - 4:2. Das musste es doch gewesen sein?

Doch noch war die Geschichte des Krimis nicht ganz fertig geschrieben. Eine Minute später wurde ein vermeintlicher Treffer der Riders wegen eines Schutzraumvergehens aberkannt. Mit einer sechsten Feldspielerin trafen die Riders doch noch - natürlich war es Malin Hansson - aber da waren nur noch 23 Sekunden auf der Matchuhr. Melea Brunner liess beim Bully Zoe Kläy den Vortritt. Diese gewann das Anspiel und die letzten Sekunden verstrichen ohne Gefahr. 4:3-Sieg, die Riders müssen definitiv ins Playout gegen Floorball Uri. Die Red Ants können nach der Cupfinalpause entspannt ins Emmental reisen und werden danach erfahren, von wem sie als Viertelfinalgegner ausgewählt werden.


Red Ants Rychenberg - Floorball Riders 4:3 (1:0, 1:1, 2:2)
Oberseen, Winterthur. 216 Zuschauer. SR Brunner/Horath.
Tore: 1. (0.34) C. Vaerini (H. Uimonen) 1:0. 21. E. Hansson (R. Harder; Ausschluss K. Klapitova) 1:1. 39. A. Habersatter (C. Vaerini; Ausschluss M. Brolund) 2:1. 45. M. Hansson (E. Hansson) 2:2. 53. M. Brunner (Z. Kläy) 3:2. 58. H. Uimonen (Z. Kläy) 4:2. 60. M. Hansson (J. Taivaloja) 4:3.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Red Ants. 1mal 2 Minuten gegen Riders.
Red Ants: Steiger; Uimonen, Odermatt; Tölli, Hohl; Klapitova, Huter; Vaerini, Brunner, Fritsche; Habersatter, Hangartner, Turunen; Fleischlin, Fassler, Looser; Güttinger, Kläy.
Riders: Schmid; Harder, Devenoge; Meldere, Bachrata; Stadelmann, Gerber; Schär, E. Hansson, M. Hansson; Brolund, Taivaloja, Johansson; Fuchs, Gisler, Ackermann.

 

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