03.
2011
Red Ants im Playoff-Final
Es war für alle Beteiligten verwirrend. Im hart geführten zweiten Spiel in Kloten in der Vorwoche hatten die Schiedsrichter nur eine einzige Strafe (wegen Hands) ausgesprochen. Im Spiel 3 in Oberseen sassen schon im Startdrittel vier Winterthurerinnen auf der Strafbank, ohne dass sie etwas anderes getan hätten als im Spiel zuvor. Mit 6:2 „gewannen" die Red Ants diese Strafenwertung letztlich - wobei Dietlikon je ein Treffer in Über- und Unterzahl gelang. Dass die Gäste bei numerischem Gleichstand nur ein Tor zustande brachten, verdeutlicht gleichzeitig das Manko im Spiel Dietlikons - im Abschluss waren sie schlicht nicht gefährlich genug, bzw. sie fanden kein Mittel gegen Jana Christianova im Winterthurer Gehäuse. Bei den Red Ants hingegen hatte die Gefährlichkeit einen konkreten Namen: Silvana Nötzli. Die Internationale erzielte in der 20. und 32. Minute zweimal den so wichtigen Ausgleich und brachte in der 35. Minute ihr Team mit 3:2 in Führung. Mit einem Weitschuss vermochte Angela Klein im letzten Drittel jedoch verdientermassen auszugleichen. Die Partie musste somit beim Stand von 3:3 in die Verlängerung, wo kein Treffer fiel. Im Penaltyschiessen liess sich Jana Christianova nur von der Finnin Eliisa Alanko bezwingen, während Nötzli mit ihrem vierten Treffer und Alexandra Frick für die Red Ants trafen. „Penaltyschiessen ist immer Glücksache", meinte Dietlikons Routinier Daniela Morf, während Red-Ants-Trainer Rolf Kern die letzte Schützin Frick lobte. „Sie hat einfach keine Nerven. Sie traf schon in der Qualifikation gegen Dietlikon genau auf diese Weise." Anders als in der Qualifikation war, dass das Duo Andrea Hofstetter und Natalie Stadelmann sich einfach nicht fand. Kern reagierte, nahm die beiden auseinander und reduzierte früh auf zwei Linien. Dies half jedoch nur bedingt, Dietlikon hätte es in der Hand gehabt, das wichtige Break zu schaffen.
Ersten Matchball genutzt
Die Partie vom Sonntag begann für die Red Ants ähnlich wie tags zuvor. Stadelmann kassierte eine frühe Strafe, Dietlikon gewann die grosse Mehrheit der Zweikämpfe und ging in der 7. Minute durch Michelle Wiki in Führung. „Das war das vielleicht schlechteste Drittel der ganzen Saison", befand Rolf Kern, der sich glücklich schätzte, dass ausser dem einen Tor kein weiterer Schaden entstanden war. Doch die Red Ants fanden im mittleren Abschnitt den Tritt und das richtige Mass beim Forechecking. Und diesmal war es nicht Nötzli, sondern die neben Hofstetter und Stadelmann eingesetzte Daniela Stettler, die zur Matchwinnerin avancierte. Nachdem Dietlikons Torhüterin Sarah Schwendener zunächst mehrfach mirakulös retten konnte, sorgte die Bernerin mit einem Doppelschlag bei Spielhälft für die grosse Wende. Nach dem 1:2 schien bei Dietlikon die Moral erschüttert, auch wenn Daniela Morf betonte, dass man bis zur Schlusssirene an sich geglaubt habe. Die Red Ants waren nun klar Chef auf dem Platz. Sandra Dirksen stocherte den Ball nach einem Schuss Hanna-Kaisa Savolainens - die Finnin war überraschend im ersten Drittel für Claudia Kunz eingewechselt worden - ins Netz und erhöhte auf 1:3, und Stadelmanns 1:4 in der 53. Minute brachte die endgülte Entscheidung. Dietlikon gelang auch bei sechs gegen vier Feldspielerinnen kaum noch ein Abschluss aufs Tor. Die Red Ants haben die Halbfinalserie somit 3:1 für sich entschieden und treffen im Final auf Meister Piranha Chur, das sich wie erwartet gegen die Bern Capitals durchsetzen konnte.
Red Ants - Dietlikon 4:3 n.P. (1:1, 2:1, 0:1)
Oberseen, Winterthur - 210 Zuschauer - SR Brändle / Niedermann.
Tore: 6. Morf (Ertürk; Ausschluss Stettler) 0:1. 20. Nötzli (Dirksen) 1:1. 28. Morf (Ausschluss Burkard!) 1:2. 32. Nötzli (Hofstetter) 2:2. 35. Nötzli 3:2. 49. Klein (Ertürk) 3:3.
Penaltyschiessen: Ordell verschiesst. Eliisa Alanko 0:1. Dirksen verschiesst. Morf verschiesst. Nötzli 1:1. Ella Alanko verschiesst. Ryser verschiesst. Ertürk verschiesst. Frick 2:1. Wiki verschiesst.
Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Red Ants. 2mal 2 Minuten gegen Dietlikon.
Red Ants: Christianova; Eberle, Kunz; Casutt, Ordell; Hofstetter, Stadelmann, Scheidegger; Nötzli, Dirksen, Kathriner; Stettler, Ryser, Frick.
Dietlikon: Schwendener; Klein, Burkard; Wüthrich, A. Ressnig; Morf, Wiki, Eliisa Alanko; Evans, Zimmermann, Ella Alanko; Chalverat, Stella, Ertürk.
Bemerkungen: 10. Pfostenschuss Nötzli. 57.18 Time-Out Dietlikon. 70.04 Time-Out Red Ants; Red Ants ohne Suri (verletzt), Meienhofer (krank), Dietlikon ohne Meier, Rittmeyer, Vögeli (verletzt).
Dietlikon - Red Ants 1:4 (1:0, 0:2, 0:2)
Ruebisbach, Kloten - 356 Zuschauer - SR Elmer / Schellenberg.
Tore: 7. Wiki (Stella) 1:0. 30. Stettler (Hofstetter) 1:1. 33. Stettler (Stadelmann) 1:2. 49. Dirksen (Savolainen) 1:3. 53. Stadelmann (Hofstetter) 1:4.
Strafen: Dietlikon keine. 2mal 2 Minuten gegen Red Ants.
Dietlikon: Schwendener; Klein, Zimmermann; Wüthrich, T. Ressnig; Ella Alanko, Eliisa Alanko, Morf; Ertürk, Stella, Wiki; Chalverat, Rittmeyer, Evans; Schibli.
Red Ants: Christianova; Eberle, Kunz; Casutt, Ordell; Savolainen; Hofstetter, Stadelmann, Stettler; Frick, Ryser, Piotrowska; Nötzli, Dirksen, Scheidegger; Kathriner.
Bemerkungen: 52.33 Time-Out Dietlikon. Dietlikon ohne Vögeli, Meier (verletzt), Red Ants ohne Suri (verletzt), Meienhofer (krank).