04.
2011
Red Ants schaffen das Double
Im Unihockey gibt es - anders als im Eishockey - seit einigen Jahren Eigentore. Doch selbst im Eishockey wäre es am Sonntag schwer gefallen, eine Winterthurer Torschützin für das 1:0 in der 16. Minute zu finden, denn die Bündnerinnen stolperten den Ball unglücklich ins eigene Netz.
Die tschechische Wand
Piranhas Rücklage wurde noch schiefer, als Silvana Nötzli kurz nach Spielhälfte ein feines Zuspiel Tess Ordells zum 2:0 verwertete. Zwei Drittel lang sahen sich die Red Ants mehrheitlich mit Abwehrarbeit konfrontiert, die Bündnerinnen drückten unablässig und kreierten sich zahlreiche Chancen - doch Jana Christianova, die tschechische Wand im Tor der Red Ants, hielt dicht. „Ohne exzellenten Torhüter gewinnt man keine Meisterschaft", sollte Trainer Rolf Kern nach dem Schlusspfiff sagen. Doch im letzten Drittel musste sich auch die Tschechin geschlagen geben - schon nach drei (!) Sekunden verkürzte Piranha, und nachdem wieder die Kombination Ordell auf Nötzli zum 3:1 geführt hatte, sorgten Corin Rüttimann und Mirca Anderegg für den verdienten Ausgleich. Aber noch hatten die Red Ants ein Ass im Ärmel. Dieses hiess Alexandra Frick - wie aus heiterem Himmel kam die flinke Stürmerin 66 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit zum Abschluss und verwertete eiskalt zum 4:3. Und die letzten Sekunden brachten die Red Ants souverän über die Bühne.
Kerns Bumerang
Der erste Meistertitel für die Red Ants seit 2005 war in trockenen Tüchern. Während Piranhas Mirca Anderegg mit dem Schicksal haderte - „Wir haben die wichtigen Spiele verloren und keinen Titel geholt - unsere tolle Saison interessiert ab morgen niemanden mehr" - brachen bei den Winterthurerinnen alle Dämme. „Ich bin Schweizermeisterin, das ist unglaublich schön", strahlte Jana Christianova, die ihren ersten Titel feierte - ausser dem Cupsieg im März natürlich. Wie vor sechs Jahren holten die Red Ants das Double. „Heute war es ein echter Krampf", gestand Andrea Hofstetter, die schon damals im Team stand. „Die Ausgeglichenheit unserer drei Blöcke sorgte für die Differenz", ergänzte sie. Derweil verriet Rolf Kern den Motivationstrick in der Garderobe vor dem Spiel - er hatte einen Bumerang mitgebracht. „Als Symbol dafür, dass wir immer zurück kommen, egal was uns der Gegner abverlangt." Rückblickend betrachtet ist der Bumerang ein schönes Symbol für die ganze Finalserie - egal, was der Titelverteidiger versuchte, die Winterthurerinnen fanden eine Antwort. Die letzte Antwort hiess: Der Meistertitel der Saison 2010/11 geht an Red Ants Rychenberg Winterthur.
Red Ants Rychenberg - Piranha Chur 4:3 (1:0, 1:0, 2:3)
Oberseen, Winterthur. 420 Zuschauer - SR Elmer/Schellenberg.
Tore: 16. Eigentor 1:0. 34. Nötzli (Ordell) 2:0. 41. Rüttimann (Anderegg) 2:1. 44. Nötzli (Ordell) 3:1. 45. Rüttimann (Marti) 3:2. 56. Anderegg (Rüttimann) 3:3. 59. Frick (Dirksen) 4:3.
Strafen: keine.
Red Ants: Christianova; Eberle, Savolainen; Casutt, Ordell; Hofstetter, Stadelmann, Stettler; Nötzli, Dirksen, Scheidegger; Frick, Ryser, Kathriner.
Piranha: Vitetti; Arpagaus, Gabathuler; Marti, Streiff; Anderegg, Rüttimann, Ulber; Zwinggi, Pasanan, Putzi; Kindschi, Russi, Rossier; Kujala.
Bemerkungen: 58.54 Time-Out Piranha.