09.
2011
Solider Auftakt des Meisters
Jana Christianova sammelte erste Punkte im Torhüterinnen-Duell mit Jonna Mäkelä und stieg mit einem blitzsauberen Shutout in die Saison. Dies ist die eine Erkenntnis des Startspiels der Red Ants gegen Zug United. Die zweite: Das Kader ist spürbar dünner geworden - die dritte Formation um die Neuen Tanja Bühler, Irene Räss und die Tschechin Klara Möglichova kam nur für zwei kurze Einsätze aufs Feld. Die dritte Erkenntnis lautet, dass Rolf Kerns Forderung, andere müssten in die Bresche springen, um Natalie Stadelmanns und Silvana Nötzlis Skorerpunkte zu ersetzen, zur Knacknuss der Saison werden konnte. Die Tore erzielten mit Margrit Scheidegger (nach 150 Sekunden) und der letztjährigen Liga-Topskorerin Andrea Hofstetter bei Spielhälfte zwei übliche Verdächtige - dazwischen halfen die Zugerinnen mit einem Eigentor nach, das im Eishockey wohl ebenfalls Scheidegger zugesprochen worden wäre, die den Ball als letzte Winterthurerin berührte. Vom Rest der Offensivkräfte traf Daniela Stettler einmal die Latte, aber keine ins Tor. Überhaupt kann nicht gesagt werden, dass sich die Red Ants eine Vielzahl an Möglichkeiten erspielt hätten. Sie waren wohl klar spielbestimmend, der Drang aufs Tor fehlte aber noch. Zug, das sich in der Vorbereitung vor allem in Testspielen gegen Männerteams im Verhalten unter Druck verbessern wollte, blockte jedoch auch geschickt viele Versuche ab.
Wieder Scheidegger
Dafür zeigte sich die Abwehr des Heimteams bereits stilsicher. Karin Stettler überzeugte bei ihrem Debüt, und auch die Finnin Laura Kokko bewies schon in ihrem ersten Einsatz, wie wertvoll sie für die Red Ants als Chefin der Verteidigung in dieser Saison sein könnte. Nach den unter anderem verletzungsbedingt wenig erfolgreichen Finninen Hanna-Kaisa Savolainen und Kaisa Malmberg in den letzten zwei Saisons, haben die Red Ants nun wieder eine spielbestimmende Ausländerin in ihren Reihen. Wenig souverän zeigte sich Kokko erst nach Spielschluss, als ihr das Auslaufen wichtiger war als ein Interview. Weitet die Finnin ihre Professionalität auch noch auf die paar Minuten nach dem Spiel aus, wird man in Oberseen noch viel Freude an ihr haben.
Auskunftsfreudiger präsentierte sich die - wie letztes Jahr, als sie nur 25 Sekunden benötigte - erste Torschützin der Saison, Margrit Scheidegger, die noch in der Vorbereitung einige Wochen aufgrund einer Zerrung ausgefallen war. „Beim Tor war ich überrascht, wieviel Platz ich hatte. Bevor ich darüber nachdenken konnte, schoss ich", sagte sie strahlend und ergänzte: „Wir sind froh, dass die Saison endlich gestartet ist. Unser Grundgerüst steht schon ganz gut, jetzt müssen wir nur noch vor dem Tor gefährlicher werden." Dieser Analyse ist beizupflichten. Zwar werden die Red Ants oft nicht viele Tore brauchen, um Spiele zu gewinnen, wenn die Abwehr inklusive starker Torhüterin auf der Höhe des Geschehens ist. Dennoch kann es nicht schaden, die Torproduktion auf möglichst viele Schultern zu verteilen.
Red Ants Rychenberg - Zug United 3:0 (2:0, 1:0, 0:0)
Oberseen - 185 Zuschauer.
SR: Hohl / Keel
Tore: 3. Scheidegger (Kunz) 1:0. 19. Eigentor 2:0. 32. Hofstetter (Kokko) 3:0.
Strafen: Red Ants keine; Zug United 1x2 Minuten.
Red Ants: Christianova; Casutt, Karin Stettler; Kokko, Kunz; Meienhofer, Bühler; Kathriner, Dirksen, Frick; Scheidegger, Hofstetter, Daniela Stettler; Räss, Möglichova.
Zug: Bircher; Zülle, Umbricht; Heimgartner, Limacher; Parysova, Kiser; Jenal, Zünti, Bruggmann; Bösch, von Rickenbach, Lackova; Arnold, Eisler, Frei; Buholzer.
Bemerkungen: 4. Lattenschuss Daniela Stettler; 57.26 Time-Out Zug.